Spinalkanalstenose

Spinalkanalstenose

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Was ist eine Spinalkanalstenose?

Definition  

  • Eine Spinalkanalstenose ist eine Einengung des Rückenmarkskanals innerhalb der Wirbelsäule, bedingt durch eine Veränderung der sie umgebenden knöchernen- und/oder bindegewebigen Strukturen.
  • Im Spinalkanal verläuft das Rückenmark mit Nervenfasern (Spinalnerven) und Gefäßen, deren Funktion im Rahmen dieser Einengung beeinträchtigt werden kann.

Symptome

  • Die Symptomatik entwickelt sich meist langsam, häufig über Jahre, mit zunehmenden Rückenschmerzen im betroffenen Abschnitt der Wirbelsäule.
  • Die Schmerzen sind belastungsabhängig. Sie verschlimmern sich beim Stehen und Gehen (v. a. Bergabgehen), bei Rückneigung des Rumpfes bzw. in Rückenlage und beim Aufrichten.
  • Beim Vornüberbeugen und im Sitzen kommt es zu einer Entlastung der Engstelle und somit zur Schmerzlinderung. In Ruhe bestehen meist nur geringe oder keine Beschwerden.
  • Bei Spinalkanalstenosen im Bereich der Lendenwirbelsäule kommt es häufig zu einer Ausstrahlung der Schmerzen in die Beine, gepaart mit Schweregefühl, Gangunsicherheit bis hin zu zeitweisen Gefühls- und Empfindungsstörungen.

Ursachen

  • Die häufigste Ursache für die Entstehung einer Spinalkanalstenose sind altersbedingte Verschleißerscheinungen der betroffenen Strukturen. Ein Auftreten wird daher mit steigendem Lebensalter wahrscheinlicher.
  • Zu diesen degenerativen Veränderungen zählen knöcherne Anbauten (Osteophyten) und andere Veränderungen an den Wirbelkörpern (z. B. im Rahmen einer Arthrose der Wirbelgelenke), Wirbelgleiten (Spondylolisthese), Veränderungen an der Bandscheibe mit Höhenminderung des betreffenden Wirbelsegments oder Vernarbung der Bandstrukturen.
  • Seltener ist die Krankheit bereits angeboren, entsteht nach traumatischen Verletzungen der Wirbelsäule, im Rahmen von Stoffwechselerkrankungen, nach operativen Eingriffen an der Wirbelsäule oder bedingt durch Tumoren.
  • Ein vermehrtes Auftreten von Spinalkanalstenosen im Lendenwirbelbereich bei Raucher*innen wird diskutiert.

Häufigkeit

  • Ca. 5 von 100.000 Menschen entwickeln eine Spinalkanalstenose im Bereich der Lendenwirbelsäule.
  • Das Durchschnittsalter zum Diagnosezeitpunkt liegt bei 65 Jahren.
  • In 80 % der Fälle liegt die Stenose im Bereich der Lendenwirbelsäule, Stenosen im Bereich der Halswirbelsäule betreffen nur ca. 20 % der Patient*innen.

Untersuchungen

  • Während der körperlichen Untersuchung kann der Arzt/die Ärztin durch eine Erhebung des Pulsstatus, Schmerzprovokation durch Beklopfen der Wirbelsäule und das Beobachten einer Verschlimmerung der Schmerzen beim Aufrichten des Rumpfes oder bei Rückneigung (bzw. Erleichterung beim Vornüberneigen) erste Anhaltspunkte zur Ursache der Beschwerden gewinnen.
  • Der Befund einer neurologischen Untersuchung fällt zu Beginn der Symptomatik meist unauffällig aus. Im Verlauf können Gangstörungen, Empfindungsstörungen im Bereich der durch die betroffenen Nerven versorgten Hautbereiche und Veränderungen der Motorik (verändertes Reflexmuster/Lähmungen) entstehen. Sehr selten entwickeln sich Störungen beim Wasserlassen und im Stuhlverhalten.
  • In der bildgebenden Diagnostik ist das Standardverfahren die Magnetresonsztomografie (MRT). Hierbei kann die Verengung des Wirbelkanals in ihrer Ausdehnung dargestellt werden und eine Entscheidung bezüglich des weiteren therapeutischen Vorgehens getroffen werden.
  • Eine Röntgenuntersuchung im Stehen hat zur Diagnosesicherung einer Spinalkanalstenose nur eine begrenzte Aussagekraft und ist, wie ebenfalls neurophysiologische Untersuchungen (Elektromyografie, Elektroneurografie), mehr zum Ausschluss anderer Erkrankungsbilder geeignet.

Behandlung

  • Führt die Spinalkanalstenose bei den betroffenen Patient*innen schmerzbedingt zu keiner gravierenden Einschränkung der Bewegungsfähigkeit im Alltag und treten keine Nervenausfälle auf, sollten zunächst konservative Therapiemaßnahmen ergriffen werden.
  • Hierzu gehört die Behandlung mit gut wirksamen Schmerzmedikamenten und entzündungshemmenden Substanzen.
  • Zwischenzeitlich kann das Einspritzen von Medikamenten direkt in die betroffenen Strukturen Erleichterung bringen (Injektionstherapie).
  • Zusätzlich kommen mit gutem Effekt auf Funktion und Symptome nichtmedikamentöse Therapieverfahren wie z. B. Manualtherapie und Gangschulung zur Stärkung der Rumpfmuskulatur zum Einsatz (mit einem der operativen Therapie vergleichbaren Ergebnis) sowie Akupunktur und verhaltenstherapeutische Maßnahmen.
  • Die Verordnung von Orthesen zur Stabilisierung des Rumpfes zeigte bislang keinen langfristigen positiven Effekt auf die Reduktion der Schmerzsymptomatik.
  • Bei zusätzlicher Einschränkung der Gehstrecke (Claudicatio spinalis) und großer Beeinträchtigung der Lebensqualität der Patient*innen kann eine Operation zur Entlastung der Engstelle erwogen werden. Zwingend notwendig ist eine solche jedoch nur, wenn die Nerven im Wirbelkanal im Rahmen einer Spinalkanalstenose im Lendenwirbelbereich so stark blockiert sind, dass es zu Lähmungserscheinungen oder Funktionsstörungen von Blase oder Darm kommt (Konus-Kauda-Syndrom).
  • Eine Spinalkanalstenose im Bereich der Halswirbelsäule mit Schädigung des Nervengewebes wird in der Regel gleich operativ behandelt.
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