Sehschwäche und Erblindung

Sehschwäche und Erblindung

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Was sind Sehschwäche und Erblindung?

Definition

Das Sehen ist einer der wichtigsten Sinne, mit denen wir unsere Umgebung wahrnehmen. Die Norm für die Sehschärfe (Visus) beträgt 1,0. Mit einem Visus von 1,0 erkennt man z. B. aus 100 m Entfernung ein 3 cm großes Objekt. Viele Menschen erreichen höhere Werte. Bei einer Sehschwäche sinkt diese Zahl. In Deutschland gelten folgende Definitionen:

  • Visus 0,05–0,3: Sehbehinderung
  • Visus 0,02–0,05: hochgradige Sehbehinderung
  • Visus unter 0,02: Erblindung

Diese Werte gelten jeweils für das bessere Auge und bei bestmöglicher Korrektur durch Kontaktlinsen oder eine Brille.

Symptome

Je nach Ursache kann eine Sehschwäche allmählich oder plötzlich einsetzen. Es kann die Sehschärfe betroffen sein in der Nähe oder in der Ferne. Es kann aber auch zu Einschränkung im Gesichtsfeld kommen: Blinde Flecken tauchen auf oder Dinge auf beiden äußeren Seiten des Gesichtsfeldes können nicht wahrgenommen werden. In einigen Fällen können erkrankte Personen im Hellen sehen, im Dunkeln aber nur sehr schlecht. Manche Patient*innen nehmen Farben verändert wahr.

Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig. Schon eine Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit kann eine Sehschwäche bedeuten, wenn die betroffene Person keine Brille oder Kontaktlinsen trägt.

Die häufigste Erblindungsursache ist die altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Sie ist der Auslöser für etwa 41 % aller Erblindungen. Dabei kommt es zu einem allmählichen Verlust des scharfen Sehens mit verzerrter Wahrnehmung der Umwelt (Gesichter werden verzerrt wahrgenommen).

Die zweithäufigste Ursache für Erblindungen ist eine Sehnervschädigung durch den grünen Star (Offenwinkelglaukom). Dabei kommt es durch Untergang von Nervenzellen über einen langen Zeitraum hinweg zu „blinden Flecken” am Rand des Gesichtsfelds. 

An dritter Stelle der Ursachen stehen Augenerkrankungen durch Diabetes mellitus (etwa 10 % der Fälle). Am häufigsten betroffen ist die Netzhaut (Retina). Die Erkrankung wird diabetische Retinopathie genannt. Es kommt zu einem schleichenden Sehverlust. Manchmal kann ein plötzlicher Sehverlust auftreten (z. B. bei Glaskörperblutung).

Weitere Ursachen

Weitere mögliche Ursachen sind eine Ablösung der Netzhaut oder vererbbare Augenerkrankungen. Seltene und unbekannte Ursachen machen gut 20 % der Erblindungsfälle aus.

Risikofaktoren

Als Risikofaktoren gelten:

  • Hohes Alter
  • Diabetes mellitus
  • Erbkrankheiten
  • Syndromale Erkrankungen (Vielzahl seltener Erkrankungen, die mit angeborenen Fehlbildungen einhergehen können)

Häufigkeit

Im Jahr 2021 waren etwa 66.000 Menschen erblindet und etwa 40.000 waren hochgradig sehbehindert. Mehr als 200.000 hatten eine sonstige Sehbehinderung. Zwar können alle Altersklassen betroffen sein, aber die meisten Betroffenen sind älter als 50 Jahre.

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

In der Hausarztpraxis wird vor allem genau die Sehstörung, der Verlauf, weitere Symptome, Medikamenteneinnahme und Vorerkrankungen erfragt. Eventuell erfolgt eine erste Untersuchung des Sehvermögens und ein Ausschluss weitere Symptome oder Erkrankungen, eventuell auch eine Blutabnahme.

Bei Spezialist*innen

Die weitere Untersuchung findet meist in der Augenarztpraxis statt. Bei Bedarf ist eine Mitbehandlung in der Neurologie möglich. Bei einer augenärztlichen Untersuchung werden u. a. Linse, Pupille, Netzhaut und der Glaskörper untersucht und das Gesichtsfeld beurteilt. Außerdem kann überprüft werden, ob die betroffene Person von einer vergrößernden Sehhilfe profitiert (z. B. Lupe, Lupenbrille oder Bildschirmlesegerät).

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Erkrankung. Dafür können Medikamente oder Operationen nötig sein.

Wenn die Grunderkrankung nicht verbessert werden kann, ist das Ziel, die Sehschwäche durch eine Anpassung von Sehhilfen auszugleichen. Betroffene Personen sollen möglichst selbständig den Alltag bewältigen können. Mögliche ärztliche Verordnungen sind etwa:

  • Angepasste vergrößerte Sehhilfe
  • Ggf. kontrastverstärkende Filtergläser
  • Elektronisches Vorlesegerät für Blinde
  • Training mit Blindentaststock und Leitgerät

Je nach Schweregrad kommen einige Hilfsmittel infrage, z. B. ein verstellbares Lesepult oder Sehbehindertentische. Einige Betroffene benötigen einen Führhund oder akustische Hilfsmittel.

Zusätzlich zur ärztlichen Behandlung gibt es soziale Hilfen, wie den Schwerbehindertenausweis oder finanzielle Unterstützung in Form von Blindengeld bzw. Pflegegeld. Betroffene sollten sich an eine Beratungsstelle wenden. Diese gibt es z. B. an Schulen für Sehbehinderte und Blinde. Auch eine Selbsthilfegruppe kann eine Unterstützung sein. Viele erkrankte Personen profitieren außerdem von einem gezielten Training, um lebenspraktische Fertigkeiten zu üben.

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