Sehschwäche (Amblyopie) im Kindesalter

Sehschwäche (Amblyopie) im Kindesalter

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Was ist eine Sehschwäche im Kindesalter?

Definition

Eine Sehschwäche entsteht, wenn die Entwicklung des Sehens im Säuglings- und Kindesalter gestört ist. Das Auge sieht dabei normal aus. Die Sehschwäche kann gering oder stark ausgeprägt sein. In der Regel ist ein Auge betroffen. Es können aber auch beide Augen betroffen sein.

In der medizinischen Fachsprache nennt man die Krankheit Amblyopie.

Symptome

Sie vermuten wahrscheinlich, dass Ihr Kind Schwierigkeiten beim Sehen hat. Vielleicht schielt Ihr Kind auch. Es kann sein, dass sich die Augen Ihres Kindes auf eine bestimmte Art bewegen: Bei manchen Kindern pendeln oder zucken die Augen rhythmisch hin und her. Ihr Kind kann diese Augenbewegungen nicht beeinflussen (Nystagmus). Auch eine Schiefhaltung des Kopfes kann vorkommen.

Ursachen

In der Entwicklung bilden sich die Nerven-Verbindungen zwischen den Augen und der Sehrinde im Gehirn. Damit eine beidseitig normale Sehschärfe erreicht wird, muss das Gehirn von beiden Augen gleichwertige Bildeindrücke empfangen. Wenn das schwächere Auge stark abweichende Bildsignale sendet, werden diese Signalen in der Sehrinde unterdrückt. Wenn die Sehschwäche nicht behandelt wird, verkümmern die zuständigen Nervenzellen in der Sehrinde mit der Zeit.

Es gibt drei Ursachen für eine Sehschwäche:

  1. Schielen (Strabismus): Schielen ist eine Fehlstellung der Augen. Dabei blicken die beiden Augen nicht in die gleiche Richtung. Wenn ein Auge schielt, entstehen zwei unterschiedliche Bilder auf der Netzhaut im Auge. Schielt immer das gleiche Auge, kann sich dadurch eine Sehschwäche auf dem schielenden Auge entwickeln. Schielen ist für die Hälfte der Fälle einer Sehschwäche verantwortlich.
  2. Einseitige Fehlsichtigkeit (Anisometropie): Durch eine einseitige Fehlsichtigkeit entstehen unscharfe Bilder auf der Netzhaut im Auge. Das gilt besonders für eine einseitige Weitsichtigkeit (Anisohypermetropie). Es können auch beide Augen eine Sehschwäche entwickeln, wenn eine sehr starke Weitsichtigkeit oder eine Hornhautkrümmung (Astigmatismus) auf beiden Augen vorliegt. 15–20 % der Fälle von Sehschwäche entstehen durch eine einseitige Fehlsichtigkeit.
  3. Mangel an Seh-Eindrücken (Deprivation): Ein Mangel an Seh-Eindrücken entsteht, wenn ein Auge zu lange abgedeckt ist, z. B. weil das Augenlid herabhängt (Ptosis) oder die Linse getrübt ist, wie z. B. bei einem angeborenen Grauen Star (Katarakt). Diese Ursache ist selten. Weniger als 5 % der Fälle von Sehschwäche gehen darauf zurück.

Häufigkeit

Amblyopie ist die häufigste Ursache für eine einseitige Sehschwäche bei Kindern und Jugendlichen. Von 100 Kindern haben 1 bis 4 Kinder eine Sehschwäche.

Untersuchung

In der Arztpraxis berichten Sie von Symptomen einer Sehschwäche bei Ihrem Kind. Sie werden auch gefragt, ob Schielen oder eine Sehschwäche in Ihrer Familie vorkommt. Die Augen des Kindes werden nacheinander abgedeckt, um ein Schielen festzustellen. Ärzt*innen untersuchen, ob ein Augenlid herunterhängt (Ptosis), die Hornhaut verletzt ist oder die Linse getrübt ist (Katarakt). In der Regel findet eine routinemäßige Untersuchung auf Schielen/Amblyopie im Rahmen der U7a (Kinder-Vorsorgeuntersuchung) im 34. bis 36. Lebensmonat statt.

Wenn der Verdacht auf eine Sehschwäche bei Ihrem Kind besteht, führen Augenärzt*innen weitere Untersuchungen durch.

Falls bei Ihrem Kind eine Sehschwäche besteht, sollten auch Geschwisterkinder untersucht werden.

Behandlung

Das Ziel der Behandlung ist die Verbesserung der Sehstärke des schwachen Auges des Kindes.

Die Behandlung ist unterschiedlich je nach Ursache der Sehschwäche. Grundsätzlich soll die Behandlung das Gleichgewicht zwischen den Augen wiederherstellen und das schwächere Auge anregen.

Die Okklusionsbehandlung ist die häufigste Technik. Dabei deckt man das stärkere Auge für eine begrenzte Zeit am Tag z. B. mit einem Pflaster ab, damit die Sehreize des schwächeren Auges in der Sehrinde des Gehirns nicht ständig durch die des stärkeren Auges unterdrückt werden. Augenärzt*innen kontrollieren die Wirksamkeit der Behandlung alle 6 bis 12 Wochen.

Augentropfen mit Atropin sind eine andere Möglichkeit. Man tropft das Medikament 2 x wöchentlich in das stärkere Auge. Dadurch sieht das Kind auf dem stärkeren Auge verschwommen. Die Augentropfen mit Atropin können die Augen reizen oder empfindlich gegen helles Licht machen. Auch Kopfschmerzen oder Hautrötungen können auftreten.

Eine ähnliche Wirkung hat die Bangerter-Folie. Man klebt die Folie auf das Brillenglas des stärkeren Auges, um die Sehkraft zu vermindern.

In bestimmten Fällen kommt eine Operation infrage:

  • Starke Augenbewegungsstörung
  • Rhythmische Augenbewegungen (Nystagmus)
  • Starke Fehlsichtigkeit und die Unfähigkeit, eine Brille oder Kontaktlinsen zu tragen.

Je nach Symptomen können die fixationsverbessernde Augenmuskelchirurgie oder die refraktive Chirurgie (Korrektur von Abbildungsfehlern des Auges) eingesetzt werden. Ihr Kind sollte auch operiert werden, wenn eine getrübte Linse oder ein herabhängendes Augenlid die Sehschwäche verursacht.

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