Persistierender postural-perzeptiver Schwindel (PPPD)

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Was ist PPPD?

Definition

PPPS ist ist eine chronische Schwindelerkrankung ohne eindeutigen Auslöser. In einigen Situationen tritt der Schwindel verstärkt auf, beispielsweise im Stehen, beim Sport oder bei starken visuellen Reizen.

Symptome

Das Hauptsymptom ist der Schwindel. Es handelt sich aber nie um einen Drehschwindel, sondern um Schwankschwindel. Weitere Symptome sind Benommenheit, ein unsicheres Gefühl beim Gehen bzw. Stehen und eventuell Schwanken. Ein PPPS kann vorliegen, wenn diese Symptome seit mindestens 3 Monaten an den meisten Tagen wiederholt stundenlang auftreten. Einige Betroffene berichten von Begleitsymptomen wie Herzrasen, Schweißausbrüchen und Luftnot. Auch ein Leeregefühl im Kopf und Übelkeit kommen vor.

PPPD kann gleichzeitig mit weiteren Beschwerden auftreten – auch, weil es zusammen mit psychischen Erkrankungen auftreten kann. Beispielsweise leiden einige Betroffene unter Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen. Die Leistungsfähigkeit kann sinken. PPPS führt somit zu hohem Leidensdruck. Der Schwindel zehrt an den Nerven und macht den Alltag und das Berufsleben schwierig.

Ursachen

PPPD hat keinen fassbaren Auslöser: Ihr Gleichgewichtssinn ist trotz Ihrer Beschwerden gesund. Klar ist jedoch, dass zum einen psychosomatisch Faktoren wichtig sind; Erkrankungen wie Depression und Angststörungen erhöhen das Risiko. Zum anderen entwickelt sich PPPD nach einer Erkrankung des Gleichgewichtapparates, etwa Neuritis vestibularis und Morbus Menière. Dennoch kommt es zu keiner erkennbaren krankhaften Veränderung des Gleichgewichtsorgans.

In aufrechter Körperhaltung treten die Beschwerden vermehrt auf, ebenso bei aktiver und passiver Bewegung des Körpers. Auch optische Reize wirken verstärkend: Etwa die Beobachtung von Objekten, die sich schnell bewegen, und auch das Betrachten von komplexen Mustern. In bestimmten Situationen können die Beschwerden zunehmen, z. B. in Menschenmengen, im Kaufhaus, in leeren Räumen oder auf weiten Plätzen.

Einige Dinge verschaffen Linderung, beispielsweise Ablenkung – und auch Sport: Vor allem Ballspiele und Radfahren helfen. Manchmal zeigt sich der Schwindel bevorzugt ab der Mittagszeit.

Wenn Sie von PPPD betroffen sind, achten Sie in solchen Situationen vielleicht zu sehr auf die Bewegung ihres Körpers oder der Umwelt. Sie haben sich dann eine übermäßige Selbstbeobachtung angewöhnt. Nun versuchen Sie, die Bewegung vorauszuahnen – und erleben dann eine andere Bewegung als erwartet. Ein derartiges Zusammentreffen von falscher Erwartung und tatsächlicher Bewegung äußert sich als Schwindel.

Häufigkeit

Es ist unklar, wie häufig die Erkrankung auftritt. Jede vierte Person mit einer akuten oder wiederkehrenden Erkrankung des Gleichgewichtsorgans leidet später unter PPPD. Ca. 15–20 % der Patient*innen in Schwindel-Zentren sind an PPPS erkrankt.

Untersuchungen

Wenn Sie unter Schwindel leiden, dann suchen Sie vermutlich – wie die meisten anderen Betroffenen – die Hausarztpraxis auf. Hier sollten Sie erzählen, ob Sie unter den Symptomen leiden – also Schwankschwindel, Unsicherheit und Begleitsymptome wie Herzrasen, Luftnot und Übelkeit. Teilen Sie mit, in welchen Situationen der Schwindel zu- oder abnimmt.

In der Praxis kann untersucht werden, ob Sie im Stand oder im Gehen schwanken und ob dies zunimmt oder nachlässt, wenn Sie gleichzeitig eine Aufgabe lösen müssen. Außerdem kann Ihr Blutdruck im Liegen und im Stehen gemessen werden.

Zusätzlich kann in einer HNO-Praxis die Funktion Ihrer Gleichgewichtsorgane untersucht werden.

Behandlung

PPPD ist Ausdruck Ihrer starken Selbstbeobachtung. Die Diagnose ist also ungefährlich und bedeutet nicht, dass Ihr Körper Schaden genommen hat. Einige Dinge sollten Sie jedoch tun: Es ist sinnvoll, sich regelmäßig zu bewegen und Sport zu treiben, anstatt Ihren Körper ständig zu beobachten.

Es ist auch möglich, ein physiotherapeutisches Übungsprogramm zu beginnen. Die sog. vestibuläre Rehabilitation kann ambulant stattfinden und erfordert keinen stationären Aufenthalt im Krankenhaus. Das Übungsprogramm sollte langsam begonnen und vorsichtig gesteigert werden.

Eine Behandlung mit Antidepressiva kann Ihnen helfen, selbst wenn Sie nicht unter Depressionen leiden. Meist dauert es jedoch mehrere Monate, bis eine Wirkung zu spüren ist.

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