Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren

Was ist eine Unterfunktion der Schilddrüse?

Definition

Die Diagnose Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) bedeutet, dass die Funktion der Schilddrüse herabgesetzt ist. Die Schilddrüse (Thyreoidea) produziert dann zu wenige Hormone, dies führt zu einer Abnahme der Stoffwechselaktivität mit verschiedenen Symptomen.

Diese Erkrankung kann Frauen betreffen, die bereits vor der Schwangerschaft erkrankt waren und entsprechend behandelt wurden. Es kann aber auch in der Schwangerschaft erstmalig eine Hypothyreose auftreten. Eine Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft kann die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen, daher sollte sie möglichst frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden.

Symptome

Die Symptome sind unspezifisch und können sich in unterschiedlicher und auch gering ausgeprägter Form äußern, z. B.:

  • trockene Haut
  • brüchiges Haar
  • dünne, spröde Nägel
  • Verstopfung
  • leichte Gewichtszunahme
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Kälteempfindlichkeit
  • Menstruationsstörungen

Ältere Menschen zeigen häufig weniger Symptome als jüngere. Einige Patient*innen sind völlig beschwerdefrei.

Ursachen

Während einer normalen Schwangerschaft kommt es zu einer Reihe von Veränderungen im Körper, die den Stoffwechsel belasten. Die fetale Schilddrüse beginnt Ende des 3. Schwangerschaftsmonats eigenständig zu arbeiten und ist erst zwischen der 18.–20. Schwangerschaftswoche voll funktionsfähig. Bis dahin ist der Fötus auf die Schilddrüsenhormone der Mutter angewiesen. Frauen, die bereits eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) haben, wenn sie schwanger werden, fehlen die notwendigen Reservekapazitäten. Daher erhöht sich bei ihnen der Bedarf an Schilddrüsenhormonen im Verhältnis zu der Zeit vor der Schwangerschaft.

Zu beachten ist auch der vermehrte Bedarf an Jod über die Ernährung, da auch das Ungeborene das für die Schilddrüsenhormone notwendige Jod benötigt. Eine jodarme Ernährung kann zu einer Struma (Kropf) bei Mutter und Kind führen. Schließlich kann eine Unterfunktion der Schilddrüse entstehen, die zu einer eingeschränkten geistigen Entwicklung beim Kind führen kann.

Häufigkeit

Untersuchungen

  • Die Bestimmung der Hormone TSH und Thyroxin (FT4) im Blut wird nur bei Schwangeren mit einem erhöhten Risiko für eine Hypothyreose empfohlen (z. B. bei vorausgegangener Schilddrüsenerkrankung, Autoimmunerkrankungen oder erblicher Veranlagung).
  • Eine Schilddrüsenunterfunktion besteht, wenn TSH erhöht und FT4 erniedrigt ist.
  • Bei einer subklinischen Hypothyreose ist der TSH-Wert leicht erhöht, der Thyroxin-Spiegel liegt aber im Normbereich.
  • Wenn der TSH-Wert erhöht ist, können zusätzlich TPO-Antikörper bestimmt werden, die auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse hinweisen.

Behandlung

Levothyroxin

  • Eine Schilddrüsenunterfunktion soll auch in der Schwangerschaft immer mit Levothyroxin in Tablettenform behandelt werden. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass die erforderliche Dosis höher als vor der Schwangerschaft ist. 
  • Die Aufnahme von Levothyroxin wird durch andere Medikamente und bestimmte Lebensmittel beeinflusst. Daher wird empfohlen, Levothyroxin in einem zeitlichen Abstand von mindestens 30 Minuten einzunehmen.
  • Bei Schwangeren mit Schilddrüsenunterfunktion werden in der Regel alle 4–8 Wochen mit einer Blutuntersuchung die Schilddrüsenwerte kontrolliert. Zu beachten ist, dass der TSH-Wert in der Schwangerschaft niedriger ist als sonst.
  • Die Dosis an Levothyroxin wird je nach dem Ergebnis der Blutuntersuchungen angepasst. Bei vielen Schwangeren muss die Dosis nach und nach auf einen Wert gesteigert werden, der bis zu 50 % über dem vor der Schwangerschaft liegt.
  • Nach der Entbindung wird die Thyroxindosis auf das Niveau vor der Schwangerschaft reduziert und 4–6 Wochen später sollten die Schilddrüsenwerte (TSH, FT4) kontrolliert werden.
  • In bestimmten Fällen wird auch eine subklinische Schilddrüsenunterfunktion mit Levothyroxin behandelt. Bei Schwangeren wird eine Behandlung ab einem TSH-Wert über 10 mU/l empfohlen.

Einnahme von Jod

  • Schwangeren wird in Deutschland die tägliche Einnahme von 100–150 µg Jod empfohlen. Wenn Sie an einer Schilddrüsenerkrankung leiden, lassen Sie sich dazu ärztlich beraten.
  • Zudem sollten Sie ausreichend Jod über die Nahrung aufnehmen, z. B. über Milchprodukte, Seefisch und Jodsalz.
Logo von Deximed

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.

Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.

In unserer Gesundheitsdatenbank suchen

Inhaltsverzeichnis anzeigen

Wissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Stopp
Gesundheit
Wissen, wann genug ist

Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.


Zum Beitrag
Heuschnupfen
Gesundheit
Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen

Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.


Zum Beitrag
Frau mit Hitzewallung
Gesundheit
Sind das die Wechseljahre?

Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind


Zum Beitrag

Kontaktieren Sie uns

Haben Sie Fragen zu den hausärztlichen Praxen?fragen@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Haben Sie Fragen zum Hausarztprogramm?hausarztprogramm@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Möchten Sie eine detaillierte Beratung zum Programm?Dann rufen Sie uns an.

Jetzt anrufen
TeamPraxisHausärtzinnen- und Hausärzteverband

TeamPraxis ist das Portal der hausärztlichen Praxen in Deutschland. Denn Gesundheit ist Teamsache.

Sie sind Ärzt*in und haben Interesse am Hausarztprogramm?
Informieren Sie sich unter www.hzv.de.