Opioidvergiftung
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Was ist eine Opioidvergiftung?
Definition
Eine Opioidvergiftung ist eine akute Erkrankung, die auf eine übermäßige Aufnahme von Betäubungsmitteln (Opioide) zurückzuführen ist. Sie kann durch eine Überdosierung von Morphin, Fentanyl, Methadon, Buprenorphin, Tramadol, Oxycodon, Heroin oder anderen Opioiden verursacht werden.
Eine Überdosierung sollte nicht mit Entzugserscheinungen verwechselt werden, die bei Menschen mit Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit auftreten, wenn sie den Konsum unterbrechen.
Symptome
Symptome einer Opioidvergiftung sind beeinträchtigtes Bewusstsein, Kreislaufstörungen und verengte Pupillen. Der Puls verlangsamt sich und die Atmung wird geschwächt, in einigen Fällen kann es zu Herzstillstand oder Atemstillstand kommen. Andere mögliche Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, niedrige Körpertemperatur, Lungenödem und Krämpfe.
Menschen mit einer Opioidvergiftung reagieren in der Regel nicht darauf, wenn Sie ihren Namen rufen oder sie kräftig schütteln.
Ursachen
Die Dosis, bei der Vergiftungserscheinungen auftreten, ist von Person zu Person unterschiedlich, da sich bei langfristiger Anwendung von Opioiden eine Toleranz entwickelt. Die gleichzeitige Einnahme anderer Rauschmittel oder beruhigender Arzneimittel (z. B. Alkohol oder Benzodiazepine) erhöhen das Risiko für eine Vergiftung.
Ein erhöhtes Risiko besteht auch bei eingeschränkter Nieren- und/oder Leberfunktion, Kindern und älteren Menschen, Personen mit Drogensucht oder suizidalen Absichten.
Häufigkeit
Im Jahr 2022 sind 1.990 Menschen sind an den Folgen einer Rauschgiftüberdosierung gestorben, 9 % mehr als im Vorjahr. 1.194 Todesfälle waren auf eine Opioid-Überdosierung zurückzuführen, davon 749 durch Heroin und Morphin. Der Anteil der männlichen Rauschgifttoten beträgt rund 85 %.
Selten tritt eine Opioidvergiftung auch bei der Behandlung von Schmerzen mit opioidhaltigen Medikamenten auf.
Untersuchungen
- Bei einer akuten Opioidvergiftung wird die betroffene Person ins Krankenhaus eingewiesen.
- Dort werden Blut und Urin auf Opioide und andere Drogen untersucht.
- Zudem wird ein Elektrokardiogramm (EKG) geschrieben, um Herzrhythmusstörungen zu erkennen.
Behandlung
- Lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahmen sind darauf angelegt, die lebenswichtigen Vitalfunktionen, wie Atmung und Kreislauf, zu erhalten.
- Ansonsten ist es das Ziel der Therapie, den Grad der Vergiftung zu senken, deren Wirkungsdauer zu verkürzen und eventuelle Komplikationen zu verhindern.
- Wenn die Vergiftung durch eine übermäßige Einnahme von opioidhaltigen Tabletten hervorgerufen wurde, kann medizinische Kohle gegeben oder eine Magenspülung durchgeführt werden.
Medikamente
- Als Gegenmittel wird Naloxon eingesetzt. Es kann die Wirkung des Opiats hemmen, indem es an die Opioidrezeptoren im Körper bindet.
- Naloxon wird unmittelbar und langsam in die Blutbahn oder in den Muskel gespritzt. Die Dosis kann alle 2–3 Minuten wiederholt werden, bis die betroffene Person wieder bei Bewusstsein ist.
- Naloxon dient auch als Diagnosetest. Wenn die Betroffenen nach 10 mg Naloxon keine Reaktion zeigen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Symptome allein durch Opiate ausgelöst wurden.
- Seit 2019 ist in Deutschland ein Naloxon-Nasenspray erhältlich, das nur an Opioid-Konsument*innen verschrieben werden kann. Dieses kann in einer Notfallsituation durch Laien angewendet werden.
- Die Wirkung von Naloxon endet früher als die Wirkung der Opioide, sodass die Betroffenen eine „erneute“ Opioidvergiftung bekommen können, wenn die Wirkung des Naloxon nachlässt.
- Zudem können unter der Wirkung von Naloxon akute Entzugserscheinungen auftreten.
- Bei Krämpfen kann Diazepam verabreicht werden.
Beobachtung
- Die Patient*innen werden hinsichtlich der Atemfunktion, des Kreislaufs und des Bewusstseins genau überwacht.
- Nach der Verabreichung von Naloxon sollten die Patient*innen mindestens 6 Stunden nach der letzten Dosis symptomfrei sein, bevor die Überwachung beendet wird.
- In manchen Fällen werden die Patient*innen zusätzlich beatmet.
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