Nierenzysten
Nierenzysten
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Was sind Nierenzysten?
Definition
Eine Nierenzyste ist ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum innerhalb der Niere. Nierenzysten haben meistens keinen Krankheitswert und sind in der Regel gutartig.
Symptome
Die meisten Nierenzysten führen nicht zu Beschwerden. Im Einzelfall bemerken betroffene Personen einen dumpfen, drückenden Schmerz in der Flanke oder haben Bauchschmerzen. Selten kommt es durch eine Bakterieninfektion zu Fieber. In einigen Fällen können Zysten zu Blut im Urin führen.
Ursachen
Nierenzysten entstehen durch Fehlbildungen der Röhrchen (Tubuli) in der Niere. Dies geschieht entweder im Mutterleib oder im Laufe des Lebens. Eine Zyste findet sich meistens am oberen Ende der Niere und wächst durchschnittlich etwa 1,4 mm im Jahr.
Manchmal drückt eine große Zyste auf das übrige Gewebe der Niere oder gar anderer Organe – dies verursacht Flanken- und Bauchschmerzen. Nur selten infizieren Bakterien die Zyste. Bei Personen mit chronischer Niereninsuffizienz oder Dialysebehandlung kommt es ebenfalls zu Zysten. Während Nierenzysten gutartig sind, können auch bösartige Krebserkrankungen zystische Nierenschäden verursachen.
Die Wahrscheinlichkeit für Nierenzysten ist bei Personen mit folgenden Erkrankungen erhöht:
- Diabetes mellitus
- Bluthochdruck
- Chronische Niereninsuffizienz (Funktionsstörung der Nieren)
Häufigkeit
Die Häufigkeit steigt mit dem Alter. Unter den 50- bis 60-Jährigen sind 20 % betroffen. Männer sind doppelt so oft betroffen wie Frauen. Insgesamt haben etwa 5 % der Bevölkerung Nierenzysten.
Untersuchungen
In der Hausarztpraxis
Nierenzysten findet man meist zufällig bei Ultraschalluntersuchungen. Beim Abtasten des Bauchraums hingegen stellt man sie nur selten fest.
- Neben Ihren Beschwerden sollten Sie ggf. wichtige Vorerkrankungen besprechen. Dazu gehören Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Niereninsuffizienz.
- Mit Ultraschall (Sonografie) kann man schon kleine Zysten erkennen. Dabei kann man auch Hinweise auf eine bösartige Erkrankung suchen.
- Mit einer Blutentnahme bestimmt man Entzündungswerte und die Nierenfunktion.
- Urinstreifentests können Blut im Urin nachweisen.
Wenn es unklar bleibt, ob die Erkrankung gutartig ist, erhalten Sie eine Überweisung an eine Praxis für Radiologie.
Bei Spezialist*innen
Krebsverdächtige oder möglicherweise komplizierte (z. B. eingeblutete ) Zysten werden weiter untersucht. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Ultraschall mit Kontrastmittel (CEUS), Computertomografie (CT).
Heutzutage ist eine sichere Einschätzung mit Ultraschall möglich. Die Untersuchung ist strahlenfrei und dauert nur kurz. Sie eignet sich auch für Personen mit einer Jodallergie oder einer eingeschränkten Nierenfunktion.
Nach der Ultraschalluntersuchung teilt man Zysten mit der Bosniak-Klassifikation ein:
- Bosniak I: gutartige Erkrankung
- Bosniak II: gutartige Erkrankung
- Bosniak IIF: 5–25 % Risiko einer bösartigen Erkrankung
- Bosniak III: 30–100 % Risiko einer bösartigen Erkrankung
- Bosniak IV: bösartige Erkrankung
Behandlung
Meistens ist die Zyste gutartig und verursacht keine Beschwerden. In diesem Fall ist keine Behandlung notwendig. Manchmal ist aber eine Behandlung erforderlich:
- Große, symptomatische Zysten kann man absaugen (Aspiration) und veröden (Sklerotherapie). Man kann auch operieren und das Zystendach abtragen (Nierenzysten-Marsupialisation).
- Infizierte Zysten behandelt man mit einem Antibiotikum. Man kann über einen Schlauch Flüssigkeit (Eiter) ablassen (Drainage).
- Bösartige Zysten werden im Rahmen einer Operation entfernt (Exzision).
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