Lungenentzündung durch Mykoplasmen

Lungenentzündung durch Mykoplasmen

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Was ist eine Lungenentzündung durch Mykoplasmen?

Definition

Es handelt sich um eine eher milde Form einer Lungenentzündung (Pneumonie). Sie wird von einem speziellen Bakterium hervorgerufen, dem Mycoplasma pneumoniae, das zu der Bakteriengruppe der Mykoplasmen gehört.

Symptome

Typisch für eine Mykoplasmen-Pneumonie ist ein sich langsam entwickelnder, aber hartnäckiger Husten, der über Wochen anhalten kann. Auch andere Symptome wie ein allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen entwickeln sich – nach einer Inkubationszeit von bis zu 20 Tagen – meist langsam. Halsschmerzen und Ohrenschmerzen können ebenfalls auftreten, in seltenen Fällen auch hohes Fieber sowie Atemnot. Grundsätzlich sind die Symptome deutlich milder ausgeprägt als bei anderen Formen einer Lungenentzündung.

Ursachen

Verursacher einer Infektion ist das durch Tröpfcheninfektion übertragene Bakterium Mycoplasma pneumoniae, das überall in der Natur vorkommt. Es unterscheidet sich von anderen Bakterien dadurch, dass es sehr klein ist und über keine Zellwand verfügt. Neben einer Lungenentzündung kann Mykoplasma pneumoniae auch Infekte der oberen Atemwege auslösen.

Häufigkeit

  • Die Erkrankung kommt recht häufig vor. Rund jede zehnte Lungenentzündung geht auf eine Infektion mit Mykoplasma pneumoniae zurück. Aufgrund des oft milden Verlaufs und der Ähnlichkeit zu anderen Infekten bleibt ein Teil der Fälle vermutlich unentdeckt.
  • Am häufigsten erkranken Kinder (vor allem milde), Jugendliche und junge Erwachsene, wobei es kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt.
  • Da das Bakterium recht ansteckend ist, erkranken bis zu 40 % der Kontaktpersonen im Haushalt einer infizierten Person. In Schulen und Massenunterkünften kann sich das Bakterium endemisch ausbreiten.
  • Zu einer Häufung von Infektionen kommt es jahreszeitlich meist im Herbst und Winter. Außerdem in längeren Zyklen von 5–7 Jahren. Nach Ende der COVID-Pandemie kam es 2023/24 zu einem starken Anstieg der Fälle, sowohl in Deutschland als auch weltweit.

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

In der ärztlichen Praxis können verschiedene Symptome einen ersten Verdacht auf eine Lungenentzündung durch Mykoplasmen ergeben. Das Abhören mit einem Stethoskop erhärtet in vielen Fällen aufgrund ungewöhnlicher Lungengeräusche den Verdacht auf die Infektion.

Ein weiterer Aufschluss ergibt sich womöglich durch erhöhte Entzündungswerte im Blut oder eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs.

Gesichert nachweisen lässt sich Mykoplasma pneumoniae, wenn eine Untersuchung von Sekret aus dem Nasen-Rachen-Raum mittels PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion) zeigt, dass der Erreger tatsächlich vorhanden ist.

Behandlung

  • Die Behandlung erfolgt in den meisten Fällen in der hausärztlichen Praxis.
  • Häufig heilt diese Form der Lungenentzündung von alleine aus, was aber recht viel Zeit braucht.
  • Verkürzen lässt sich der Prozess mit der Gabe von Antibiotika, was vor allem bei den seltenen schwereren Fällen angeraten ist. Dafür ist wichtig, dass der Erreger nachgewiesen worden ist, denn er ist resistent gegen einige Antibiotika, wie etwa Penicilline.
  • Für Kinder unter 9 Jahren können drei unterschiedliche andere Antibiotika verschrieben werden, wobei deren Wirksamkeit jedoch nicht eindeutig gesichert ist.
  • Ältere Kinder und Erwachsene bekommen für einige Tage das Antibiotikum Doxycyclin verschrieben.
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