Lipom
Lipom
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren
Was ist ein Lipom?
Definition
Ein Lipom ist ein gutartiger Tumor aus Fettzellen (Adipozyten). Lipome befinden sich meistens subkutan, also im Unterhautfettgewebe. Manchmal entstehen sie in der Muskulatur oder unter Muskelfaszien. Lipome treten meist am Körperstamm auf. Sie können aber überall am Körper entstehen. Lipome sind typischerweise zwischen 1 und 10 cm groß. Sie können Beschwerden verursachen, wenn sie Druck auf umliegende Strukturen verursachen. Manchmal treten mehrere Lipome auf. Das wird Lipomatose genannt.
Symptome
Lipome sind gutartig (benigne) und wachsen langsam. Sie sind weich bis gummiartig. Sie lassen sich gut unter der Haut verschieben. Meistens verursachen Lipome keine Beschwerden. Sie fallen eher aus kosmetischen Gründen auf. Manchmal drücken sie auf einen Nerv in ihrer Umgebung. Das kann zu Schmerzen führen. Ungefähr 5–10 % der Patient*innen haben eine Lipomatose.
Ursachen
Die genaue Ursache von Lipomen ist unbekannt. Wenn mehrere Lipome vorliegen, kann der Hintergrund eine genetische Erkrankung sein. Einige Personengruppen haben häufiger Lipome. Dazu gehören Menschen mit Adipositas, erhöhten Blutfettwerten (Hyperlipidämie) und Diabetes mellitus. Auch Alkoholmissbrauch steigert das Risiko, ebenso wie einige Medikamente, z. B. bestimmte Medikamente bei HIV.
Häufigkeit
Lipome betreffen etwa 1 von 100 Personen. Sie sind die häufigsten Weichteiltumore des Unterhautfettgewebes. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Die meisten betroffenen Personen erhalten die Diagnose im mittleren Alter.
Untersuchungen
Einige Erkrankungen können ähnlich wirken wie Lipome. Daher wird versucht zu unterscheiden, ob es sich um ein Lipom handelt, eine Zyste oder um einen bösartigen Tumor wie ein Liposarkom oder andere gutartige Tumore, z. B. Hibernom und Angiolipom.
- Das Lipom fällt durch seine typische Konsistenz und Verschieblichkeit auf.
- Es ist meist kleiner als 5 cm. In seltenen Fällen werden Lipome mehr als 20 cm groß.
- Die Haut ist normalerweise nicht gerötet und nicht überwärmt.
- Ergänzende Untersuchungen sind meist nicht nötig.
In folgenden Fällen können zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein:
- Sehr großes Lipom
- Schnelles Wachstum
- Schmerz
- Lipom in tiefen Geweben im Oberschenkel oder hinter dem Bauchfell (retroperitoneal)
- Lipom in einem Organ
Manchmal sollte eine Untersuchung mit Ultraschall, CT, oder MRT durchgeführt werden. Bei Zweifeln, ob der Tumor gutartig ist, kann es sinnvoll sein, eine Gewebeprobe aus dem Tumor zu entnehmen und untersuchen zu lassen (Biopsie). Dann erhalten Sie eine Überweisung an Spezialist*innen. Gleiches gilt für den Verdacht auf ein genetisches Syndrom und dann, wenn Sie das Lipom entfernen lassen möchten.
Lipomatosen können durch folgende genetische Erkrankungen entstehen:
- Lipomatosis dolorosa: mehrfache schmerzhafte Lipome vorwiegend bei adipösen Frauen in den Wechseljahren
- Familiäre multiple Lipomatose: Um das 30. Lebensjahr bilden sich oft Hunderte Lipome.
- Gardner-Syndrom: Erkrankung durch Veränderung im APC-Gen. Fast alle Patient*innen entwickeln Adenokarzinome (bösartige Tumoren) des Magen-Darm-Traktes. Zu den Hautveränderungen zählen vielfache Lipome oder Fibrome.
- Multiple endokrine Neoplasie (MEN) Typ 1: Durch Veränderungen im MEN1-Gen kommt es zu Tumoren der Nebenschilddrüse, der Hypophyse und der Bauchspeicheldrüse sowie zu Lipomen.
- Multiple symmetrische Lipomatose (Launois-Bensaude-Syndrom) führt zu symmetrischen Fettgewebspolstern. Sie sind meist schmerzlos. Häufig liegt Alkoholmissbrauch vor.
Behandlung
Kleine Lipome, die nicht stören oder sich verändern, können belassen werden. Es ist oft möglich, das Lipom zu entfernen. Dies geschieht z. B. bei Zweifeln an der Gutartigkeit des Tumors, bei Schmerzen und auf Wunsch der betroffenen Person. Lipome im Magen-Darm-Trakt können teils im Rahmen einer Magenspiegelung oder Darmspiegelung entfernt werden. Als Alternativen gelten eine Fettabsaugung (Liposuktion) und eine Laserbehandlung.
Injektionsbehandlungen mit Phospholipiden befinden sich noch im experimentellen Stadium.
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.
Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.
In unserer Gesundheitsdatenbank suchen
Inhaltsverzeichnis anzeigenWissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Wissen, wann genug ist
Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.
Zum Beitrag

Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen
Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.
Zum Beitrag

Sind das die Wechseljahre?
Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind
Zum Beitrag