Lichen sclerosus bei Männern
Lichen sclerosus bei Männern
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren
Was ist Lichen sclerosus?
Definition
Der Lichen sclerosus ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die zu weißen Hautflecken und dünner, leicht verletzlicher (papierartiger) Haut mit zunehmender Verhärtung führt. Die Erkrankung kann überall auf der Haut und Schleimhaut auftreten, betrifft aber meist den Genitalbereich.
Durch die fortschreitende Hautveränderung kann es zu einer Vorhautverengung (Phimose) kommen. Man kennt die Erkrankung auch unter dem Namen Balanitis xerotica obliterans oder Lichen sclerosus et atrophicus sowie Craurosis penis bzw. Craurosis glandis.
Symptome
Lichen sclerosus am Penis kann sich durch Juckreiz ankündigen, aber auch ohne Symptome beginnen. In der Frühphase des Entzündungsprozesses findet sich eine gerötete, etwas geschwollene Vorhaut. Innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten kommt es zu weißlich derben Vernarbungen und einer Vorhautverengung (Phimose), die zu Problemen beim Wasserlassen bis hin zur Aufblähung der Vorhaut führen kann.
Bei ausbleibender Behandlung greift die Erkrankung auf die Eichel über, wobei sich ein (porzellanartiges) Verblassen der Eicheloberfläche mit typischer Plaquebildung zeigt. Im weiteren Verlauf wird auch der vorderste Teil der Harnröhre befallen mit der Gefahr einer Verengung der Harnröhrenmündung. Aufgrund der Verengung der Vorhaut und der Harnröhrenmündung können Schmerzen bei der Erektion oder beim Geschlechtsverkehr auftreten.
Der Hautausschlag kann sich auch an anderen Körperstellen zeigen (extragenital) und betrifft dann oft den Körperstamm, den Hals und die Schultern. Typisch sind Flecken und Plaques mit pergamentartiger Oberfläche und Einblutungen.
Ursachen
Die genaue Ursache ist unbekannt. Wahrscheinlich spielen genetische Faktoren bzw. die Vererbung eine Rolle; etwa 10 % der Betroffenen haben Verwandte, die ebenfalls an Lichen sclerosus leiden. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, Lichen sclerosus ist zudem häufig mit anderen Autoimmunerkrankungen assoziiert. Verletzungen, etwa durch Zurückziehen oder Lösung der verengten Vorhaut, aber auch Infektionen können den Entzündungsprozess auslösen. Möglicherweise spielt auch eine Fehlregulation der Sexualhormone eine Rolle.
Häufigkeit
Die Erkrankung tritt pro Jahr bei 0,3–1 % aller Kinder auf. Lichen sclerosus ist die Ursache für einen Großteil aller erworbenen (nicht angeborenen) Phimosen und findet sich bei 15–40 % der operierten Vorhautverengungen.
Vor der Pubertät beginnt die Erkrankung meist zwischen dem 5. und 11. Lebensjahr, bei Erwachsenen tritt sie meist im mittleren Lebensalter (30–50 Jahre) auf. Extragenitaler Lichen sclerosus betrifft v. a. Erwachsene. Im Kindesalter sind Jungen und Mädchen etwa gleich häufig betroffen, während bei Erwachsenen Frauen 3- bis 10-mal häufiger betroffen sind.
Untersuchungen
- Die Diagnose wird ausgehend von der Krankengeschichte sowie durch die typischen Hautveränderungen gestellt. Andere Untersuchungen sind selten erforderlich.
- Nur bei Verdacht auf weitere Erkrankungen können zur Abklärung spezifische Laboruntersuchungen eingesetzt werden.
- Wenn die Diagnose unklar ist oder der Verdacht auf eine entstehende Krebserkrankung besteht, kann die Entnahme einer Gewebeprobe erforderlich sein, die dann genau untersucht wird. Auch nach einer therapeutischen Beschneidung ist eine Gewebeuntersuchung erforderlich.
- Bei typischem Krankheitsbild und gutem Ansprechen auf die Therapie ist eine Behandlung in der Hausarztpraxis möglich, ansonsten ist eine Überweisung an Urolog*innen, Dermatolog*innen oder Pädiater*innen zu erwägen.
Behandlung
- Die Behandlung zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern.
- Gegen den Hautausschlag am Penis werden fetthaltige Cremes ohne Duftstoffe vor/nach dem Kontakt mit Wasser oder Urin empfohlen.
- Clobetasol ist eine starke Kortisonsalbe, die zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden kann. Mometason ist eine Alternative. Nach 1 Monat wird die Dosis langsam reduziert.
- Wenn diese Therapie nicht zur kompletten Abheilung führt, ist eine chirurgische Beschneidung (Zirkumzision), bei der die Vorhaut vollständig entfernt wird, empfohlen. Üblicherweise wird nach kompletter Beschneidung eine etwa 4-wöchige lokale Nachbehandlung mit Kortison empfohlen.
- Vermeiden Sie zu viel Waschen, raue Handtücher und feuchte Toilettentücher und verwenden Sie wenig Seifen beim Waschen im Genitalbereich. Vermeiden Sie eng sitzende Kleidung und achten Sie auf einen weichen Sattel, wenn Sie Fahrrad fahren.
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.
Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.
In unserer Gesundheitsdatenbank suchen
Inhaltsverzeichnis anzeigenWissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Wissen, wann genug ist
Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.
Zum Beitrag

Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen
Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.
Zum Beitrag

Sind das die Wechseljahre?
Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind
Zum Beitrag