Labiensynechie (Verklebung der Schamlippen)

Labiensynechie (Verklebung der Schamlippen)

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Was ist eine Labiensynechie?

Definition

  • Unter einer Labiensynechie versteht man das teilweise oder vollständige Verkleben der kleinen Schamlippen bei Mädchen vor der Pubertät.
  • Diese kann nur kleinere Bereiche der kleinen Schamlippen betreffen, oder aber über deren gesamte Länge ausgedehnt sein und die Harnröhre und den Scheideneingang verschließen.

Symptome 

  • Bei mehr als der Hälfte der betroffenen Mädchen verursacht eine Labiensynechie keine Beschwerden.
  • Je nach Ausdehnung der Verklebung, können jedoch auch eine erschwerte oder schmerzhafte Entleerung der Harnblase (ggf. mit nach dem Wasserlassen in der Blase verbleibenden Restharnmengen), Harnwegsinfekte, Blut im Urin, Nachtröpfeln nach Beendigung des Wasserlassens, Einnässen während des Tages oder Entzündungen im Bereich der Schamlippen auftreten.

Ursachen 

  • Die genauen Ursachen, die zur Entstehung einer Labiensynechie führen, sind unbekannt.
  • Eine Rolle scheint ein niedriger Östrogenspiegel vor der Pubertät zu spielen.
  • Mangelnde Hygiene, Infektionen oder Verletzungen können zu Entzündungen und Verwachsungen im Bereich der kleinen Schamlippen führen, die eine Verklebung begünstigen.

Häufigkeit 

  • Eine Labiensynechie tritt bei ca. 1,8 % aller Mädchen vor der Pubertät auf.

Untersuchungen 

  • Bei der körperlichen Untersuchung fällt dem Arzt/der Ärztin eine unzureichende Trennbarkeit der kleinen Schamlippen auf.
  • Optisch erscheint eine kleine Membran, entstehend durch Verwachsungen, die nur einen kleinen Teil oder auch die gesamte Länge des Scheideneingangs verschließen kann.
  • Bei Vorliegen von Symptomen, die auf einen Harnwegsinfekt hindeuten, wird eine Urinkultur durchgeführt.
  • Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Labiensynechie erfolgt eine Überweisung in eine gynäkologische Praxis.

Behandlung 

  • Verursacht die Erkrankung keine Beschwerden, ist in der Regel keine Behandlung erforderlich.
  • Kommt es zu Komplikationen wie häufigen Harnwegsinfekten bzw. wiederkehrenden Entzündungen im betroffenen Bereich, Problemen bei der Blasenentleerung oder Schmerzen, sollte eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden.
  • Diese erfolgt mittels östrogenhaltiger Cremes, die über einen Zeitraum von 2 Wochen zweimal täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden, eine Nachbehandlung mit Vaseline über mehrere Monate zur Vorbeugung einer Wiederverklebung wird beschrieben.
  • Studien über die Wirksamkeit einer Behandlung mit östrogenhaltigen Cremes beziehen sich alle auf konjugierte Östrogene, die in Deutschland nicht erhältlich sind. Die in Deutschland verfügbare Estriol 0,1 mg Creme ist für die Behandlung einer Labiensynechie nicht offiziell zugelassen, kann aber dennoch ohne Bedenken angewendet werden.
  • Unter einer Therapie mit östrogenhaltigen Cremes können Nebenwirkungen wie Juckreiz, Pigmentveränderungen im Schambereich, Wachstum der Brüste (bei 6 % der behandelten Mädchen, nach Therapieende rückläufig) oder selten (1 % der Fälle) vaginale Blutungen auftreten.
  • Studien mit einer kleinen Teilnehmerzahl beschreiben bislang eine, der lokalen Östrogentherapie vergleichbar gute Wirkung einer Behandlung mit kortisonhaltiger Creme (Betamethason).
  • Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Trennung der kleinen Schamlippen durch den Arzt/die Ärztin. Hierbei wird die Verklebung nach örtlicher Betäubung (lokalanästhetische Salbe) mit dem Finger gelöst.
  • Bei fehlendem Erfolg der Therapie mit östrogenhaltigen Salben oder schweren Verwachsungen kann eine operative Trennung der Schamlippen durchgeführt werden.
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