Nicht-unfallbedingte Kopfverletzungen bei Babys (Schütteltrauma)
Nicht-unfallbedingte Kopfverletzungen bei Babys (Schütteltrauma)
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Was passiert bei einem Schütteltrauma?
Ein Schütteltrauma gilt als eine der schwersten Formen der körperlichen Kindesmisshandlung und ist die häufigste nicht-natürliche Todesursache von Säuglingen und Kleinkindern. Von einem Schütteltrauma sind in Deutschland schätzungsweise 100 bis 200 Kinder pro Jahr betroffen, wobei die Dunkelziffer vermutlich sehr hoch ist.
Ursache des Schütteltraumas ist das absichtliche starke Schütteln des Kindes, z. B. aus Wut, wobei der Kopf unkontrolliert hin und her geschleudert wird. Dadurch können bei dem Säugling schwere Verletzungen im Nackenbereich und Kopf auftreten. Es ist nicht bekannt, wie groß die einwirkende Kraft sein muss, um Schädigungen im Hirn des Kindes hervorzurufen. Oft entstehen durch den Mechanismus Blutungen in der Netzhaut in den Augen oder Hirnblutungen (Subduralhämatom), wenn die Blutgefäße durch die wirkenden Kräfte beschädigt werden. Daneben kommt es häufig zu einer unspezifischen Schädigung des Hirngewebes, dessen Mechanismus noch nicht vollständig geklärt ist. Diese Hirnschädigung kann sich beim Kind durch verschiedene Symptome äußern, von Schlappheit und Erbrechen bis zu Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit oder Atemstörungen bis hin zum Atemstillstand.
Diagnostik
Bei einer Verletzung eines Kindes durch einen Unfall wird das Kind zunächst vom Arzt untersucht und die äußeren Verletzungsfolgen beurteilt. Wenn der Arzt bei einem Kind ein Schütteltrauma vermutet, wird dieser zuerst die Eltern und das Kind nach dem Unfallhergang befragen und dies dokumentieren. Wichtig ist es, dass auch andere Ursachen für die Verletzungen in Betracht gezogen werden, damit es nicht zu einer voreiligen Vorverurteilung der Beschuldigten kommt.
Das Kind wird dann meist zur weiteren Diagnostik und besseren Überwachung in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Das Kind wird dort sorgfältig auf äußere Verletzungen und Symptome einer Hirnschädigung untersucht. Der Augenhintergrund wird von einem Augenarzt auf Netzhautblutungen untersucht, während ein Radiologe eine bildgebende Untersuchung des Gehirns, beispielsweise ein MRT, durchführt. Gegebenenfalls wird dies durch Röntgenaufnahmen des Skeletts ergänzt, um mögliche Knochenbrüche zu erkennen.
Anzeichen von Kindesmisshandlung
Da einige der Folgen eines Schütteltraumas auch im Rahmen von Unfällen entstehen können, ist hier eine genaue Untersuchung auf mögliche Kindesmisshandlung überaus wichtig. Manche Zeichen wie Griffmarken, Knochenbrüche an anderen Stellen oder eine fehlende äußere Verletzung am Kopf können dem behandelnden Arzt Hinweise über das Geschehen liefern.
Wenn Kleinkinder mit Verletzungen vorgestellt werden, ist das ärztliche Personal stets verpflichtet, eine mögliche Kindesmisshandlung in Erwägung zu ziehen und entsprechend zu handeln, wenn der Verdacht sich erhärtet. Hinweise können charakteristische Verletzungsmuster und widersprüchliche Unfallbeschreibungen, aber auch psychische Verhaltensauffälligkeiten oder eine verzögerte Entwicklung des Kindes sein. In Absprache mit spezialisierten Fachärzten werden dann entsprechende Maßnahmen getroffen.
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