Klumpfuß
Klumpfuß
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren
Was ist ein Klumpfuß?
Definition
Bei einem Klumpfuß (Pes equinovarus) besteht eine angeborene Fehlstellung des Gelenks zwischen Sprungbein und Fersenbein. In der Regel geht diese Fehlstellung auch mit Veränderungen bzw. Verkürzungen der Gelenkkapseln und Sehnen im Fuß einher.
Neben der angeborenen gibt es auch die seltenere erworbene Form. Dabei besteht ein Muskelungleichgewicht, das in der Regel von einer Störung im Nervensystem ausgeht.
Symptome
Beim Klumpfuß ist der Mittelfuß auffällig stark gewölbt, die Fußsohle ist nach innen gedreht und auch der Vorfuß zeigt nach innen. Häufig besteht zusätzlich ein Spitzfuß, das heißt, Fußballen und Zehen sind zusätzlich nach unten gerichtet.
Wenn die Fehlstellung nicht behandelt wird, treten später Fußschmerzen beim Gehen und Stehen auf.
Ursachen
Bei der Mehrheit der betroffenen Kinder lässt sich keine Ursache identifizieren. Vermutlich spielen erbliche und umweltbedingte Faktoren eine Rolle. In 82 % der Fälle in Europa tritt der angeborene Klumpfuß als einzelne Erkrankung ohne andere Fehlbildungen auf. In den restlichen Fällen bestehen zusätzlich andere angeborene Erkrankungen.
Leidet bereits ein Kind an einem Klumpfuß, liegt das Risiko, dass ein weiteres Kind derselben Eltern ebenfalls diese Fehlstellung aufweisen wird, bei 10 %. Veränderungen der Fruchtblase sowie Rauchen, starkes Übergewicht der Mutter und die Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. SSRI-Antidepressiva) während der Schwangerschaft tragen ebenfalls zu einem erhöhten Risiko bei.
Häufigkeit
- Einen Klumpfuß weisen etwa 11 von 10.000 Neugeborenen in Europa auf. Bei Jungen ist diese Fehlstellung doppelt so häufig wie bei Mädchen.
- In 30–50 % der Fälle sind beide Füße betroffen.
Untersuchungen
- Die Diagnose wird bei der ärztlichen Routineuntersuchung kurz nach der Geburt des Kindes gestellt. Dabei wird sorgfältig geprüft, wie stark die Fehlstellung ausgeprägt ist, wie beweglich der Fuß ist und ob weitere Auffälligkeiten am anderen Fuß oder der Hüfte oder auch andere Erkrankungen vorliegen.
- Heutzutage wird die Fehlstellung in zahlreichen Fällen auch bereits bei einer Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft festgestellt.
- Eine Röntgenuntersuchung ist nicht notwendig, um einen Klumpfuß zu erkennen, gibt allerdings zur Planung einer Operation wichtige zusätzliche Hinweise.
Behandlung
Die Behandlung sollte möglichst früh beginnen, idealerweise in den ersten Lebenstagen.
In der Regel wird der Klumpfuß nach der sog. Ponseti-Methode behandelt. Das Prinzip beruht darauf, dass der Fuß schrittweise durch Dehnung und Gips sowie im Verlauf meist auch einen chirurgischen Eingriff sowie eine längere Verwendung einer Schiene mit der Zeit in eine möglichst normale Stellung gebracht wird. Die Therapie ist langwierig und anspruchsvoll.
Zunächst wird der Fuß etwas gedehnt und eingegipst. Der Gips wird jeweils nach etwa 1 Woche entfernt, der Fuß nochmals weiter gedehnt und wieder eingegipst. Nach 5–7 Wochen ist bei den meisten Kindern dann eine deutliche Korrektur zu sehen, das heißt, der Fuß zeigt nicht mehr nach innen.
Die Spitzfußstellung jedoch erfordert meist einen operativen Eingriff, in dem die verkürzte Achillessehne verlängert wird. Anschließend muss dies 3 weitere Wochen im Gips ausheilen.
Der darauffolgende Behandlungsschritt ist die Anlage einer Fußabduktionsschiene, die den Fuß in der richtigen Position hält. Diese Schiene soll über einen Zeitraum von 3 Monaten Tag und Nacht (24 Stunden) getragen werden. Anschließend wird die Schiene 14–16 Stunden pro Tag bis zum 4.–5. Lebensjahr getragen. Das konsequente Tragen der Schiene ist wichtig, um Rückfällen vorzubeugen.
Wenn die Fehlstellung durch die Ponseti-Methode nicht vollständig korrigiert werden kann, kann eine Operation des Fußes erfolgen.
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.
Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.


