Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator
Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator
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Was ist ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator?
Definition
Ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (Implantable Cardioverter Defibrillator = ICD) ist ein kleines Gerät, das die Herzaktivität überwacht und bei gefährlichen Herzrhythmusstörungen, wie Kammerflimmern (unkoordiniertes Flimmern der Herzkammern) oder ventrikulärer Tachykardie (von den Herzkammern ausgehende zu schnelle Herzfrequenz), durch elektrische Impulse oder durch Abgabe eines Schocks das Herz wieder in den normalen Rhythmus bringen kann.
Plötzlicher Herztod
Der plötzliche Herztod zählt weltweit zu den häufigsten Todesursachen und kann durch einen ICD verhindert werden. Die häufigsten Ursachen für den plötzlichen Herztod sind ventrikuläre Tachykardien, die in Kammerflimmern übergehen. Bei jüngeren Personen liegen oft genetische Erkrankungen, wie Ionenkanalerkrankungen (Erregungsstörungen des Herzmuskels) oder Kardiomyopathien (Erkrankungen des Herzmuskels) zugrunde. Bei älteren Menschen treten solche Herzrhythmusstörungen häufig im Zusammenhang mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK, Verengung der Herzkranzgefäße) auf. Weitere Ursachen bei älteren Menschen sind Herzinsuffizienz (Herzschwäche) oder Klappenerkrankungen.
Häufigkeit
In Deutschland gibt es jährlich etwa 100.000 Fälle von Herzstillstand, die zu plötzlichem Herztod führen können. In 2/3 der Fälle ist Kammerflimmern die Ursache. In 75 % der Fälle sind Männer von plötzlichem Herztod betroffen. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Aber 1/3 der Betroffenen sind jünger als 65 Jahre.
Untersuchungen
Vor der Entscheidung für einen ICD werden in der Praxis für Kardiologie verschiedene Untersuchungen durchgeführt, um das Risiko für plötzlichen Herztod zu beurteilen. Ein 12-Kanal-Elektrokardiogramm (EKG) oder Langzeit-EKG zählt zu den Standarduntersuchungen zur Identifizierung der Herzrhythmusstörungen. Eine Echokardiografie (Ultraschalluntersuchung des Herzens) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) können Aufschluss über die Herzfunktion geben. In bestimmten Fällen kann eine genetische Untersuchung das Risiko für plötzlichen Herztod genauer bestimmen. Wenn der Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit besteht, wird eine Koronarangiografie (Untersuchung der Herzkranzgefäße) durchgeführt. Manchmal kann eine elektrophysiologische Untersuchung notwendig sein. Dabei werden über die Leistenvene dünne Elektrodenkatheter zum Herzen vorgeschoben, damit die elektrischen Ströme im Herzen genau analysiert werden können.
Wann ist die Implantation eines ICD angezeigt?
Dir Implantation eines ICD ist bei Patient*innen empfohlen, die ein Kammerflimmern oder eine schwere ventrikuläre Tachykardie überlebt haben. Bei einer koronaren Herzerkrankung, die mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) einhergeht oder schweren Herzmuskel-Erkrankungen (Kardiomyopathie) ist ebenfalls die Implantation eines ICD empfohlen.
ICD-Implantation und Funktionen
Das ICD-Gerät wird unter lokaler Betäubung in den Brustbereich eingesetzt, meist unterhalb des linken Schlüsselbeins. Über Sonden, die zum Herzen führen, überwacht der ICD den Herzrhythmus und kann bei Bedarf elektrische Impulse oder Schocks abgeben, um Herzrhythmusstörungen zu beenden. Bei ventrikulärer Tachykardie kann der ICD durch schnelle elektrische Impulse die Tachykardie beenden (antitachykarde Stimulation), ohne dass ein Schock nötig ist. Bei Kammerflimmern oder unkontrollierbaren ventrikulären Tachykardien wird ein starker elektrischer Schock abgegeben (Defibrillation), um das Herz wieder in einen normalen Rhythmus zu bringen.
Fahrtauglichkeit
Bezüglich Fahrtauglichkeit gelten für Personen mit Kardioverter-Defibrillator besondere Regeln. Eine entsprechende ärztliche Beratung wird dringend empfohlen.
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