Juckreiz bei Lebererkrankungen

Juckreiz bei Lebererkrankungen

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Was ist Juckreiz bei Lebererkrankungen?

Definition

Die Leber hat eine ganze Reihe unterschiedlicher Aufgaben, u. a. die Reinigung des Bluts von Abbauprodukten. Diese Abbauprodukte werden mithilfe der Gallenflüssigkeit ausgeschieden, die in den Darm abgegeben wird. Aus unterschiedlichen Gründen kann dieser Vorgang gehemmt werden, sodass dieser Ausscheidungsvorgang nicht funktioniert und nicht alle Abbauprodukte entfernt werden. Daraus kann sich ein störender Juckreiz entwickeln.

Symptome

Häufig tritt der Juckreiz vor anderen Symptomen einer Lebererkrankung auf. Der Juckreiz kann so stark sein, dass er die Lebensqualität erheblich mindert. Der hepatische Juckreiz ist am stärksten in den Handflächen und an den Fußsohlen, in schweren Fällen kann der Juckreiz auch den ganzen Körper betreffen. Die Intensität kann von einem irritierenden bis hin zu einem fast brennenden Juckreiz reichen. Häufig ist der Juckreiz nachts am beschwerlichsten.

Zunächst bestehen keine Hautveränderungen. Durch Kratzen können aber Hautabschürfungen, Krusten und Risse entstehen, die sich entzünden können.

Weitere typische Symptome einer Lebererkrankung sind Gelbsucht, Müdigkeit, Schmerzen im rechten Oberbauch, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Blähungen.

Ursachen

Bei verschiedenen Lebererkrankungen kann es zu einem unangenehmen Juckreiz kommen (hepatischer Juckreiz). Beispiele für solche Erkrankungen sind Störungen des Gallenflusses während der Schwangerschaft, chronische Leberentzündung (Hepatitis), Entzündungen der Gallengänge, Stau in den Gallengängen, durch Medikamente hervorgerufene Störungen der Gallensekretion und Leberzirrhose.

In den meisten Fällen beruht der Juckreiz auf einem Gallenstau (Cholestase), bei dem die Abgabe der Gallenflüssigkeit aus der Leber blockiert ist. Die Ursache für diesen Gallenstau kann eine Lebererkrankung (intrahepatisch) oder eine Blockierung der äußeren Gallengänge (extrahepatisch) sein. Der Juckreiz stammt nicht aus der Haut, sondern ist durch Signale bedingt, die das zentrale Nervensystem empfängt und die einen allgemeinen Juckreiz auslösen. Als Ursache wird die Gallensalzkonzentration vermutet, aber auch andere körpereigene Stoffe spielen eine Rolle.

Häufigkeit

Bei Stauung der Gallenflüssigkeit tritt Juckreiz bei etwa 25 % der Betroffenen als frühes Symptom auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Untersuchungen

  • Die Diagnose wird anhand der Krankengeschichte (Anamnese) gestellt. In vielen Fällen ist bereits eine Lebererkrankung bekannt, sodass die Erklärung einfach ist. Wenn die Erkrankung mit Juckreiz beginnt, ist die Diagnose unter Umständen schwieriger zu stellen.
  • Bei einer körperlichen Untersuchung werden Leber, Milz und Lymphknoten abgetastet und die Haut untersucht.
  • Blut wird abgenommen, um die Leberwerte zu bestimmen.
  • Zusätzlich können Leber und Gallenwege in einer Ultraschall-Untersuchung oder mit anderen bildgebenden Verfahren begutachtet werden.
  • In seltenen Fällen kann auch eine Gewebeprobe der Leber entnommen werden.

Behandlung

  • Zur Therapie gehört die Behandlung der zugrunde liegenden Lebererkrankung. 
  • Es gibt viele Möglichkeiten zur Linderung des Juckreizes, aber keine Therapie, die sämtlichen Patient*innen hilft. Betroffene müssen daher Geduld haben und sich darauf einstellen, dass möglicherweise mehrere Behandlungsversuche nötig sind.
  • Salben oder Gele mit Zusätzen von Capsaicin, Menthol, Kampfer, Lidocain oder Polidocanol können den Juckreiz der Haut lindern.
  • Wenn sich die aufgekratzte Haut entzündet hat, können für kurze Zeit Salben oder Cremes mit Kortison oder sog. Calcineurininhibitoren, die das Immunsystem hemmen, aufgetragen werden.
  • Zusätzlich können verschiedene Medikamente zum Einnehmen verschrieben werden. Als Mittel der Wahl gilt dabei Colestyramin, ein Wirkstoff, der Gallensäuren im Darm bindet.
  • Auch Antihistaminika können versucht werden, haben aber meist keine ausreichende Wirkung.
  • Juckreiz durch Gallenstau während der Schwangerschaft kann mit Ursodeoxycholsäure, die den Gallenstau auflöst, behandelt werden.
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