Hautinfektion (Phlegmone)

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Was ist eine Phlegmone?

Definition

Die Phlegmone ist eine bakterielle Infektion der Haut und des darunter liegenden Bindegewebes. Die Infektion kann sich unterschiedlich tief ausbreiten und manchmal schwerwiegend verlaufen.

Symptome

Die Phlegmone zeigt sich als eine rote, warme, schmerzhafte Schwellung der Haut. Es liegt keine klare Abgrenzung zur gesunden Haut vor. Meistens tritt die Infektion an den Beinen, um die Augen herum oder, insbesondere bei Kleinkindern, am After auf. Häufig sind die Lymphknoten geschwollen. Meistens bestehen keine oder nur geringe Allgemeinsymptome. Bei einer schweren Phlegmone kann zusätzlich Fieber auftreten.

Ursachen

Die Erkrankung wird durch eine Infektion mit Bakterien ausgelöst, meist handelt es sich um Staphylokokken. Die Infektion tritt häufig als Komplikation infolge einer Wunde oder einer Verletzung auf.

Ein erhöhtes Risiko für eine Phlegmone besteht bei fortgeschrittenem Alter, Übergewicht, Obdachlosigkeit, Hautwunden oder -infektionen, trockener Haut und Venenschwäche. Eine kürzlich ausgeheilte Phlegmone führt zu einer erhöhten Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Gewebe, was das Risiko einer erneuten Infektion erhöht.

Häufigkeit

An Phlegmone und Wundrose (Erysipel) zusammen erkranken jährlich 180 pro 100.000 Personen. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter stark an.

Untersuchungen

 
  • Die Haut um die Entzündung wird sorgfältig untersucht, um die Eintrittspforte der Infektion zu finden.
  • Im Blut werden die Entzündungswerte (CRP, Blutsenkung und die Anzahl der weißen Blutkörperchen) bestimmt.
  • Bei einer schweren Phlegmone werden Gewebeproben für eine Untersuchung auf die auslösenden Erreger entnommen.
  • In Ausnahmefällen kann eine Magnetresonanztomografie (MRT) notwendig sein, um eine lebensbedrohliche Infektion (z. B. nekrotisierende Fasziitis) auszuschließen.

Behandlung

  • Sie sollten sich schonen und das betroffene Körperteil hoch lagern.
  • Die Infektion wird mit Antibiotika behandelt. In schwereren Fällen werden diese zunächst direkt in die Blutbahn (intravenös) verabreicht.
  • Gegen die Schmerzen können Sie Schmerzmittel, z. B. Ibuprofen, einnehmen.
  • In schweren Fällen ist eine Einweisung ins Krankenhaus erforderlich und manchmal eine Operation.

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Phlegmone. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e. V. S2k-Leitlinie Kalkulierte parenterale Initialtherapie bakterieller Erkrankungen bei Erwachsenen. AWMF-Leitlinie Nr. 082-006, Stand 2017 (abgelaufen). register.awmf.org
  2. Goettsch WG, Bouwes Bavinck JN, Herings RMC. Burden of illness of bacterial cellulitis and erysipelas of the leg in the Netherlands. J Eur Acad Dermatol Venereol 2006; 20(7): 834-9. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Fabri M. Kutane Infektionen durch Staphylokokken und Streptokokken. hautnah dermatologie 2020; 37: 34-42. link.springer.com
  4. Raff A, Kroshinsky D. Cellulitis - A Review. JAMA 2016; 316 (3): 325-337. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  5. Drerup C, Eveslage M, Sunderkoetter C, et al. Diagnostischer Wert von Laborparametern zur Unterscheidung zwischen Erysipel und begrenzter Phlegmone. JDDG 2020. onlinelibrary.wiley.com
  6. Deutsche Dermatologische Gesellschaft. S2k + IDA Leitlinie: Diagnostik und Therapie Staphylococcus aureus bedingter Infektionen der Haut und Schleimhäute. AWMF-Register Nr. 013/038, Stand 2011. www.awmf.org dgpi.de
  7. Ratiopharm. Fachinformation Clindamycin. Stand Juni 2023. Letzter Zugriff 09.09.2024. www.ratiopharm.de
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