Harnwegsinfekt bei Dauerkatheter
Harnwegsinfekt bei Dauerkatheter
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Was ist ein Harnwegsinfekt bei Dauerkatheter?
Definition
Ein Harnwegsinfekt (HWI) bei Dauerkatheter ist eine Entzündung der Harnwege, die bei Patient*innen mit dauerhaft liegendem Blasenkatheter auftritt oder bis zu 48 Stunden nach Entfernen des Katheters beginnt.
Ein Bakteriennachweis im Urin ohne Beschwerden wird hingegen als Bakteriurie bezeichnet und ist in der Regel nicht behandlungsbedürftig.
Symptome
Ein HWI kann Symptome wie Fieber, Schüttelfrost sowie Schmerzen im Unterleib oder in der Nierengegend (Flankenschmerzen) hervorrufen. Nach Entfernung des Katheters können zusätzlich Schmerzen beim Wasserlassen oder ein häufiges Wasserlassen auftreten.
Bei älteren Menschen und Kindern können die Symptome untypisch ausfallen und sich z. B. durch Unwohlsein, unklare Bauchschmerzen oder Fieber äußern.
Ursachen
Durch das Einführen eines Katheters können Bakterien in die Harnblase gelangen und so die Entstehung eines HWI begünstigen. Bei einem liegenden Katheter ist jedoch die Besiedelung des Kathetermaterials mit Bakterien die Hauptursache für einen HWI.
Der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung eines HWI durch einen Dauerkatheter ist die Liegedauer des Katheters. Das Infektionsrisiko ist deutlich geringer bei intermittierender (mit Unterbrechungen) Katheterisierung als bei Dauerkatheter. Weitere Risikofaktoren sind Immunschwäche, höheres Lebensalter, weibliches Geschlecht, unzureichende Hygiene beim Legen des Katheters oder bei der Katheterpflege, Diabetes sowie chronische Nierenerkrankungen.
Häufigkeit
HWI gehören mit rund 21,6 % zu den häufigsten Krankenhausinfektionen, und in 80 % der Fälle haben die Patient*innen einen Katheter.
Nach 4 bis 6 Wochen sind nahezu alle Dauerkatheter bakteriell besiedelt, ohne dass dies Beschwerden verursachen muss (Bakteriurie). Nur etwa 10 % der Patient*innen mit Bakteriurie entwickeln einen katheterassoziierten HWI.
Untersuchungen
Bei Verdacht auf einen HWI (typische Beschwerden bei Katheterträger*innen) sollte eine Urinkultur angelegt werden, um das wirksamste Antibiotikum bestimmen zu können. Die Urinprobe sollte dazu aus einem frisch gelegten Katheter entnommen werden. Ein Urinteststreifen allein reicht für die Diagnose nicht aus.
Bei Verdacht auf Komplikationen sind zusätzliche Bluttests (z. B. Blutkultur) und bildgebende Verfahren (z. B. Ultraschall) sinnvoll, um mögliche Ursachen abzuklären.
Behandlung
Da die meisten Harnwegsinfekte durch Bakterien verursacht werden, kommen in der Regel Antibiotika zum Einsatz, idealerweise basierend auf dem Ergebnis der Urinkultur. Die Therapiedauer beträgt bei Dauerkatheter-Patient*innen in der Regel 7 Tage. Vor Beginn der Antibiotikabehandlung sollte der Katheter entfernt oder gewechselt werden.
Ohne Beschwerden erfolgt in der Regel keine Antibiotikatherapie, auch wenn Bakterien im Urin nachgewiesen wurden (Bakteriurie).
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