Bakterien im Urin ohne Symptome (asymptomatische Bakteriurie)
Bakterien im Urin ohne Symptome (asymptomatische Bakteriurie)
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren
Was ist eine asymptomatische Bakteriurie?
Definition
Bei einer asymptomatischen Bakteriurie handelt es sich um eine Keimbesiedelung der Harnblase, die keine Beschwerden verursacht.
Abzugrenzen ist diese von einer Keimbesiedelung der Harnblase bzw. der Harnwege, die mit Beschwerden einhergeht und dann als Infektion bezeichnet wird (Harnwegsinfekt).
Symptome
Im Gegensatz zu Patient*innen mit Harnwegsinfekt empfinden Menschen mit asymptomatischer Bakteriurie keine Beschwerden im Bereich der Harnwege. Die Keimbesiedelung wird lediglich zufällig im Rahmen einer Urinkultur (Bebrütung der Bakterien in einer Urinprobe) festgestellt.
Ursachen
- Ursächlich für diese Keimbesiedelung ist typischerweise eine Übertragung von Bakterien der eigenen Darmflora über die Harnröhre in die Harnblase bzw. aufsteigend in die Nieren.
- Meistens (in 75 % der Fälle) handelt es sich bei diesen Keimen um Kolibakterien (Escherichia coli), am zweithäufigsten verursachen Erreger aus der Gruppe der Staphylokokken eine asymptomatische Bakteriurie (9,4 %).
- In seltenen Fällen werden auch andere Keime gefunden.
Häufigkeit
- Frauen, die älter als 70 Jahre sind, sind am häufigsten von einer asymptomatischen Bakteriurie betroffen (16–50 %, je nach Literatur).
- Bei Männern unter 60 Jahren ohne relevante Begleiterkrankungen kommt die Keimbesiedelung sehr selten vor (unter 1 %).
- Bei Bewohner*innen von Pflegeeinrichtungen wird gehäuft (40 %) eine asymptomatische Bakteriurie diagnostiziert, ebenso bei 4–7 % aller schwangeren Frauen (die Häufigkeit steht in einem Zusammenhang mit der Länge der Schwangerschaft).
- Begünstigende Faktoren für die Entstehung einer asymptomatischen Bakteriurie sind hohes Lebensalter, weibliches Geschlecht, sexuelle Aktivität, anatomische Besonderheiten des Harntrakts (z. B. ein Blasendivertikel, eine kleine Aussackung in der Harnblasenwand), Vorerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus) und Harnwegsinfektionen in der Vorgeschichte.
Untersuchungen
- Eine asymptomatische Bakteriurie wird durch eine Urinkultur von symptomfreien Patient*innen entdeckt. Diese sollte (nach sorgfältiger Reinigung des Harnröhrenausgangs mit Wasser) aus Mittelstrahlurin gewonnen werden.
- Das heißt, eine erste Urinportion wird in die Toilette abgegeben, dann wird Urin mit einem Becher aufgefangen und die letzte Urinportion soll dann wieder in die Toilette laufen.
- Es gibt keinen Anlass für eine generelle, routinemäßige Untersuchung der Bevölkerung (Screening) auf asymptomatische Bakteriurie, da eine Therapie meist nicht notwendig ist.
- Ein Screening mit einer Urinkultur sollte nur vor Eingriffen am Harntrakt, bei Risikoschwangerschaften (Zustand nach Früh- oder Fehlgeburt) oder bei Verdacht auf Problemkeime erfolgen.
- Diagnostiziert der Hausarzt/die Hausärztin eine asymptomatische Bakteriurie bei Schwangeren mit Risikoschwangerschaft oder bei Kindern mit häufigen Harnwegsinfekten und gleichzeitigem Vorliegen eines Urinrückstaus in den Harnwegen, sollte eine Überweisung an eine urologische Praxis erfolgen.
Behandlung
- Normalerweise wird eine asymptomatische Bakteriurie nicht mit Antibiotika behandelt. Eine Antibiotikatherapie hat hier keinen Nutzen, sondern führt nur zu unerwünschten Nebenwirkungen (z. B. Durchfall).
- Eine Antibiotikatherapie sollte lediglich vor Eingriffen am Harntrakt (z. B. einer Prostata-Operation), bei Risikoschwangerschaften oder bei Verdacht auf Problemkeime erfolgen.
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.
Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.
In unserer Gesundheitsdatenbank suchen
Inhaltsverzeichnis anzeigenWissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Wissen, wann genug ist
Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.
Zum Beitrag

Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen
Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.
Zum Beitrag

Sind das die Wechseljahre?
Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind
Zum Beitrag