Hand-Fuß-Mund-Krankheit

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Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Definition

Bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit handelt es sich um eine Viruserkrankung, die üblicherweise mit Fieber, entzündlichen Veränderungen der Mundschleimhaut und einem Hautausschlag an Händen und Füßen einhergeht. Die Erkrankung ist hochansteckend und wird durch Viren der Gattung Enteroviren, insbesondere durch das Coxsackie-Virus A16 und das Enterovirus 71, ausgelöst.

Symptome

Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen in der Regel 3–10 Tage. Die Erkrankung macht sich zu Beginn durch Unwohlsein und Fieber bemerkbar. Anschließend entwickeln sich typischerweise Bläschen und entzündliche Stellen (Aphthen) an der Mundschleimhaut, die mit Halsschmerzen einhergehen. Zudem bildet sich ein nicht-juckender Hautauschlag, der sich durch ebene und erhöhte rote Flecken, teilweise auch Bläschen kennzeichnet. Er tritt üblicherweise an Händen und Füßen auf, kann in besonderen Fällen aber auch andere Bereiche wie Gesäß, Genitalbereich, Knie oder Ellenbogen betreffen.

Ursachen

Die Übertragung der krankheitsauslösenden Erreger erfolgt sowohl von Mensch zu Mensch durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten (z. B. Speichel, Schleim aus Nase und Rachenraum, Sekret aus Bläschen, Stuhl) als auch durch Kontakt mit viruskontaminierten Oberflächen. Eine wesentliche Rolle spielt hierbei die Virusübertragung über die Hände. Selten ist eine Übertragung in Schwimmbädern möglich.

Erkrankte Personen sind vor allem in der ersten Woche der Erkrankung hochansteckend, jedoch können auch noch mehrere Wochen nach der Erkrankung ansteckungsfähige Viren über den Stuhl ausgeschieden werden.

Häufigkeit

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist weltweit verbreitet und betrifft vor allem Kinder unter 10 Jahren. In Deutschland treten pro Jahr 80.000–140.000 Fälle auf. Da die Krankheit hochansteckend ist, sind kleine Epidemien, bei denen sich z. B. alle Kinder in einem Umfeld infizieren, nicht ungewöhnlich. Die Erkrankung tritt vor allem im Sommer und Herbst auf.

Untersuchung

Da die Hand-Fuß-Mund-Krankheit mit ihren Symptomen anderen Viruserkrankungen (z. B. Herpangina und Mundfäule) ähneln kann, wird in der Hausarztpraxis zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt. In der Regel kann die Diagnose ohne weiterführende Untersuchungen gestellt werden. Bei Unsicherheit kann eine Laboruntersuchung von Rachensekret, Bläscheninhalt, Nervenwasser (Liquor) oder einer Stuhlprobe eingeleitet werden, um das Virus nachzuweisen.

Eine Klinikeinweisung ist nur in seltenen Fällen, insbesondere aber bei folgenden Komplikationen notwendig:

  • Gefährlicher Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) durch Trinkverweigerung
  • Hinweise auf eine Beteiligung des Gehirns (Teilnahmslosigkeit, Lähmungen)

Behandlung

Die Therapie der Hand-Fuß-Mund-Krankheit erfolgt rein symptomatisch, d. h. es kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz, um bestehende Symptome zu lindern. Gegen Schmerzen und Fieber können Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen angewandt werden. Zudem können bei schmerzhaften Entzündungen der Mundschleimhaut spezielle schmerzstillende Mundspülungen (z. B. mit dem Wirkstoff Lidocain) Linderung bringen.

Abbildungen

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist hochansteckend und kann zu kleineren Epidemien führen. Die Erkrankung kommt vor allem bei Kindern unter 10 Jahren vor.
Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Bei ca. 1/3 der Patienten mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit bilden sich auch an den Füßen und in der Gesäßgegend Ausschläge/Vesikel. Die Blasen verschwinden innerhalb von 1–2 Wochen.
Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Autorin

  • Lisa Huber, Cand. med., München

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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