Haglund-Ferse

Haglund-Ferse

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Was ist eine Haglund-Ferse?

Definition

Bei manchen Personen ist der obere/hintere Teil des Fersenbeins spitzer und ragt weiter heraus als üblich. Dies wird auch als oberer Fersensporn bezeichnet. Infolgedessen entsteht zwischen dem Knochen und der Achillessehne, die hinter dem Fersenbein verläuft, ein Engpass. Dadurch kommt es leichter zu Druck und Belastung der Weichteile, was Empfindlichkeit, Irritationen und Schwellungen in dem Bereich verursachen kann. Zwischen dem Fersenbein und der Achillessehne liegt ein kleiner Schleimbeutel, der als eine Art Stoßdämpfer in diesem Bereich dient. Dieser Schleimbeutel ist oft gereizt und entzündet und schwillt an (Bursitis).

Symptome

An der Rückseite der Ferse treten Schmerzen und Schwellungen auf. Die Beschwerden treten häufig erstmals beim Tragen neuer Schuhe oder nach einer Erhöhung des Trainingspensums auf. Die Schmerzen verstärken sich häufig nach einer Belastung und lassen im Ruhezustand allmählich nach. Nach einer Weile können die Schmerzen so stark werden, dass Laufen oder eine normale Fußbelastung nicht mehr möglich sind.

Ursachen

Beschwerden durch eine Haglund-Ferse treten häufig bei Sportler*innen mit hohem Trainingspensum auf. Eine hohe Spannung in der Achillessehne (z. B. bei verkürzter Wadenmuskulatur), ein Hohlfuß, Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen sowie Schuhen mit harter und enger Fersenkappe begünstigen die Entstehung einer Schleimbeutelentzündung.

Häufigkeit

Die Haglund-Ferse kommt sehr häufig vor. Die Erkrankung tritt in der Regel im mittleren und höheren Lebensalter auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Untersuchungen

  • Die Diagnose ist oft leicht zu stellen. An der Ferse lässt sich der herausragende obere Teil des Fersenbeins ertasten. Der Bereich ist auch sehr empfindlich, wenn bei der Untersuchung Druck auf ihn ausgeübt wird.
  • Bei einer Schleimbeutelentzündung wird der Bereich allmählich rot, warm und schwillt an.
  • Eine Röntgenuntersuchung bestätigt, dass ein Knochenvorsprung am oberen Teil des Fersenbeins vorliegt.

Behandlung

  • Ziel der Behandlung ist, die Beschwerden zu lindern.
  • Am wichtigsten ist es, die Ferse zu entlasten und schmerzhafte Aktivitäten zu vermeiden.
  • Kühlen Sie die geschwollene Stelle mehrmals täglich für 15–20 Minuten.
  • Bei starken Schmerzen können Sie für maximal 3–4 Tage entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) einnehmen.
  • Eine Kortison-Injektion wird nicht empfohlen, da sich dadurch das Risiko für einen Riss der Achillessehne erhöht.

Operation

  • Bei langanhaltenden Beschwerden, die durch andere Maßnahmen nicht gebessert werden, kann eine chirurgische Behandlung empfehlenswert sein.
  • Es gibt verschiedene Operationsverfahren. Dabei kann u. a. der entzündete Schleimbeutel entfernt und der am weitesten herausragende Teil des Knochens abgetragen werden.
  • Die Aussichten für eine Verbesserung sind dann gut, aber die Genesung kann lange dauern.

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Haglund-Ferse. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Schuh A, Sesselmann S, Hönle W. Endet hier seine Marathon-Karriere? Blickdiagnose. MMW - Fortschritte der Medizin 2021; 163: 9. link.springer.com
  2. Vaishya R, Agarwal AK, Azizi AT, et al. Haglund’s Syndrome: A Commonly Seen Mysterious Condition. Cureus 2016; 8(10): 820. www.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Foye PM. Calcaneal bursitis. Medscape, last updated May 23, 2024. emedicine.medscape.com
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