Akutes Glaukom

Akutes Glaukom

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Was ist ein akutes Glaukom?

Definition

Ein akutes Glaukom wird als Engwinkelglaukom oder Winkelblockglaukom bezeichnet. Damit wird ausgedrückt, dass der Kammerwinkel im Bereich des vorderen Auges, über den die Flüssigkeit im Auge eigentlich kontinuierlich abfließt, zu eng ist.

Dadurch steigt der Druck im vorderen Bereich des Auges plötzlich an. Wird nicht umgehend eine Behandlung eingeleitet, kann eine Schädigung des Sehnervs nicht ausgeschlossen werden. Ein erheblicher und dauerhafter Verlust des Sehvermögens kann innerhalb von Stunden eintreten.

Symptome

Typische Symptome sind plötzlich eintretende starke, einseitige Augenschmerzen, die ausstrahlen können, eine Rötung des Auges sowie oft eine deutliche Sehverschlechterung. Der Augapfel kann durch den erhöhten Augeninnendruck beim Abtasten auffällig hart sein. Dies bemerkt man, wenn man das Auge bei geschlossenem Lid berührt. Oft bestehen auch Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zu Erbrechen.

Manche Betroffenen klagen über verschwommene Sicht oder regenbogenfarbige Ringe um eine Lichtquelle. Ein akutes Glaukom tritt fast immer einseitig auf.

Infolge des akut erhöhten Augeninnendrucks kann der Sehnerv geschädigt werden. Aus diesem Grund gelten ein herabgesetztes Sehvermögen und im schlimmsten Fall Blindheit des betroffenen Auges als gefürchtete Komplikationen.

Ursachen

Im Auge befindet sich eine klare Flüssigkeit, das Kammerwasser. Diese Flüssigkeit wird im Ziliarkörper in der sog. hinteren Augenkammer gebildet und gelangt durch die Pupille, eine Öffnung in der Regenbogenhaut (Iris), in die vordere Augenkammer. Dort fließt es im Kammerwinkel, dem Bereich zwischen Hornhaut (Cornea), und der Iris durch das Trabekelmaschenwerk und dann im Schlemm-Kanal ab.

Normalerweise besteht ein Gleichgewicht zwischen der Menge an produziertem und der Menge an abgegebenem Kammerwasser. Auf diese Weise wird ein geeigneter Druck im Auge aufrechterhalten. Bei einem akuten Glaukom kommt es zu einer Blockade des Kammerwasserabflusses.

Risikofaktoren

  • Anatomisch flache Vorderkammer des Auges
  • Verkürzte Länge des Augapfels bei Weitsichtigkeit
  • Zunehmende Linsendicke (normaler Prozess im Alter)
  • Höheres Alter
  • Weibliches Geschlecht
  • Bestimmte Medikamente (z. B. Antidepressiva, bronchienerweiternde Sprays)

Häufigkeit

  • In Europa treten jährlich 2,2 bis 4,1 Fälle von Engwinkelglaukomen auf 100.000 Einw. auf.
  • Häufiger tritt dort allerdings das Offenwinkelglaukom auf.
  • In asiatischen Ländern kommt hingegen das Engwinkelglaukom häufiger vor

Untersuchungen

Aufgrund der typischen Beschwerden lässt sich in der Regel eine Diagnose oft schnell stellen. Die Ärztin/der Arzt wird vorsichtig bei geschlossenem Lid auf beide Auge drücken. So kann im Seitenvergleich festgestellt werden, ob der Druck eines Auges erhöht ist.

Bei Verdacht auf ein akutes Glaukom werden Sie unverzüglich in eine Augenklinik eingewiesen. Hier erfolgt eine sorgfältige umfassende Untersuchung des Auges. Augenärzt*innen können weitere Untersuchungen durchführen, z. B. die Untersuchung der vorderen Augenkammer mithilfe einer Spaltlampe und die Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie).

Behandlung

Wichtig ist, dass die Winkelblockierung rasch behoben wird, um bleibende Nervenschäden und Sehstörungen zu verhindern. Es stehen dafür verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung.

Augentropfen

Um den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern, werden Augentropfen mit Wirkstoffen verabreicht, die ein Zusammenziehen der Pupille bewirken. Eine kleine, verengte Pupille begünstigt den Abfluss von Kammerwasser. Zu Beginn werden die Augentropfen in kurzen Abständen gegeben, später reicht ein Einträufeln in größeren Abständen aus

Infusion

In der Akutphase muss das Medikament ggf. direkt in die Blutbahn injiziert werden. Bei deutlich erhöhten Werten des Augeninnendrucks werden die Medikamente daher intravenös über eine Armvene verabreicht.

Operation

Nachdem sich der Druck stabilisiert hat, muss u. U. ein kleines Loch in die Regenbogenhaut gemacht werden (Iridotomie). Dies geschieht in der Regel mittels Laser, kann aber auch chirurgisch erfolgen. Ziel des Eingriffes ist die Verbesserung der Kammerwasserpassage, um den Druck dauerhaft niedrig zu halten.

Darüber hinaus ist auch eine Laserbehandlung des gesunden Auges ratsam, um dort einem möglichen akuten Glaukom vorzubeugen. Am Partnerauge entwickelt sich sonst in 40–60 % der Fälle innerhalb von 5–10 Jahren ebenfalls ein akutes Glaukom. Auf diese Weise vermeidet man, dass es auch am anderen Auge zu derartigen Problemen kommt.

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