Gewichtsverlust bei Krebserkrankung

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Was ist Gewichtsverlust bei Krebs?

Definition

Schwierigkeiten mit der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme und ungewollter Gewichtsverlust gehören zu den häufigsten und schwierigsten Problemen bei Krebspatient*innen.

In der letzten Phase einer Krebserkrankung verlieren viele Patient*innen an Gewicht, sind antriebslos, leiden unter Appetitlosigkeit und zeigen eindeutige Anzeichen für den Abbau von Muskel- und Fettgewebe. In der Fachsprache wird die Bezeichnung Kachexie verwendet. Viele Betroffene zeigen auch Anzeichen von Austrocknung (Dehydratation).

Die Kombination aus Kachexie und Dehydratation kann durch die Krebserkrankung selbst verursacht werden oder eine Folge von Komplikationen der Erkrankung und Therapie sein.

Symptome

Die Betroffenen verlieren ungewollt Gewicht und fühlen sich schwach. Dadurch können sie in ihren Alltagsaktivitäten eingeschränkt sein. Haut und Schleimhäute können trocken sein.

Ursachen

Der Gewichtsverlust wird häufig durch die Krebserkrankung selbst verursacht.

Darüber hinaus spielen weitere Faktoren eine Rolle. Die häufigsten sind: Zahn-, Kau- und Schluckbeschwerden, Mundtrockenheit, Pilzinfektionen im Mund, Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, mangelnde Nährstoffaufnahme aus dem Darm, Atemwegsprobleme, Infektionen, Immobilisation, Medikamentennebenwirkungen, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Erschöpfung, psychische Belastung, Ängste, Unruhe oder Depression.

Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) entsteht durch zu hohen Verlust und/oder zu geringe Zufuhr von Flüssigkeit.

Häufigkeit

Bis zu 90 % der Palliativ-Patient*innen haben Probleme mit der Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme. Kachexie ist eines der häufigsten Symptome bei Krebskranken.

Untersuchungen

  • Im fortgeschrittenen Krebsstadium mit erheblichem Gewichtsverlust müssen Ärzt*innen, Patient*innen und Angehörige beurteilen, wie zweckmäßig weitere Untersuchungen und Tests sind.
  • Bei der ärztlichen Untersuchung soll ermittelt werden, ob es mögliche Therapieansätze gibt.
  • Am wichtigsten ist es, mit den Betroffenen und den Angehörigen zu sprechen, die Krankengeschichte aufzunehmen und eine körperliche Untersuchung durchzuführen.
  • Dabei wird gezielt nach behandelbaren Symptomen und Ursachen des Gewichtsverlusts gesucht.
  • Bei der Gesamtbeurteilung liegt der Schwerpunkt auf dem Tumorstatus mit Ausmaß der Streuung des Tumors (Metastasierung) und anderen Krankheiten der Betroffenen. Des Weiteren werden Leistungsfähigkeit, psychosoziale Situation, Lebenserwartung und Motivation für die weitere Therapie beurteilt.

Behandlung

  • Die Therapie zielt auf die Linderung, Beschränkung und Vorbeugung von Beschwerden ab. So soll die Lebensqualität erhalten oder verbessert und ggf. die Lebensdauer verlängert werden.
  • Die Therapie bei Krebs im fortgeschrittenen Stadium hängt von der Diagnose sowie der Lebenserwartung ab.
  • Ein guter Dialog ist dabei sehr wichtig, um die Vor- und Nachteile einer Therapie zu erläutern und die Wünsche der Betroffenen zu berücksichtigen.

Maßnahmen

  • Es sollte angepasst an die Gesamtsituation abgewogen werden, ob Chemotherapie, Strahlentherapie oder Hormontherapie fortgesetzt werden sollen.
  • Komplikationen sollten möglichst behandelt werden.
  • Auch die psychosoziale Unterstützung in Form von Mahlzeiten und Gesprächen mit der Familie ist wichtig.
  • Eventuell können Nahrungsergänzungsmittel ausprobiert werden.
  • In einigen Fällen ist auch eine medikamentöse Therapie möglich.
  • Die künstliche Ernährung wird meist nur kurzzeitig bei Komplikationen oder anderen akuten Erkrankungen empfohlen.

Ernährung

  • Die Zufuhr an Energie und essenziellen Nährstoffen sollte sich am individuellen Bedarf orientieren.
  • Eine Ernährungsberatung wird empfohlen.
  • Die Nahrungsaufnahme kann auch über Trinknahrungen gesteigert werden.
  • Von speziellen „Krebsdiäten“ wird abgeraten. Diese können schädlich sein und zu Mangelernährung führen.

Medikamentöse Therapie

  • Nach sorgfältiger Prüfung kann eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden, die den Appetit stimulieren und dem Gewichtsverlust entgegenwirken soll.
  • Bei einer niedrigen Lebenserwartung können Kortikosteroide zur Appetitanregung eingesetzt werden.
  • Auch Cannabinoide können den Appetit verbessern.
  • Die Therapie von Komplikationen sollte sich auf deren Ursache richten, z. B. können Pilzinfektionen in der Mundhöhle zu Schluckbeschwerden führen.

Flüssigkeitstherapie

  • In der frühen Phase der Palliativtherapie kann Flüssigkeit intravenös verabreicht werden.
  • In der Endphase erfolgt in der Regel keine Flüssigkeitstherapie, sie kann jedoch in Erwägung gezogen werden, wenn Symptome vermieden oder gelindert werden können.
  • Durst kann unter anderem durch eine gute Mundhygiene und regelmäßige Befeuchtung des Mundes vermieden werden.

Alternative Therapien

  • In vielen Fällen der Palliativsituation ist es nicht angebracht, die Patient*innen zum Essen oder Trinken zu zwingen. Es kann für die Betroffenen sehr unangenehm sein, wenn sie zum Essen gedrängt oder gezwungen werden.
  • Häufig ist es besser, die Lippen und den Mund mit einem nassen Schwamm zu befeuchten, gewünschte Speisen in geringen Mengen anzubieten, die betroffene Person ein wenig zu massieren, vorzulesen oder Musik abzuspielen.
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