FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

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Was ist FSME?

Definition

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Infektion des Gehirns und des Rückenmarks (zentrales Nervensystem). An FSME erkrankte Menschen können Fieber und grippeähnliche Symptome sowie eine Hirnhaut- oder Hirnentzündung entwickeln mit einem z. T. schweren Verlauf. FSME wird durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen. Dieselbe Zeckenart ist auch Überträger des Bakteriums, das Borreliose verursacht. Im Gegensatz zur Borreliose sind Antibiotika gegen das FSME-Virus wirkungslos. Nur eine Impfung bietet sicheren Schutz vor einer FSME-Infektion.

Symptome

Die Erkrankung verläuft sehr unterschiedlich, von mild bis schwer mit evtl. bleibenden neurologischen Schäden.

Im Erkrankungsfall dauert es durchschnittlich 10 Tage, bis sich die ersten Symptome nach dem Zeckenstich zeigen, in Ausnahmen kann die Krankheit aber auch schon nach 5 Tagen oder erst nach 4 Wochen ausbrechen.

FSME wird üblicherweise in zwei Phasen unterteilt. Während der ersten Phase, die etwa eine Woche anhält, treten Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Muskelschmerzen auf. Die Symptome ähneln einer Grippe. Dann tritt eine Besserung ein, die bei vielen Betroffenen (70 %) zu einer vollständigen Genesung führt.

Bei ca. 30 % der Erkrankten geht jedoch die Krankheit nach einigen fieberfreien Tagen in die zweite, u. U. gefährliche Phase über. Jetzt verursacht das Virus eine Entzündung von Hirnhäuten, Hirnmasse oder Rückenmark. Die typischen Krankheitszeichen sind Kopfschmerzen, ein steifer Nacken, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen, Koordinationsstörungen, Muskellähmungen und Krampfanfälle. Es können auch Sprech- und Schluckstörungen sowie Atemstörungen auftreten.

Je älter die Betroffenen sind, desto schwerwiegender sind die Symptome. Kinder überstehen die Infektion meist schneller und besser.

Ursachen

Die für die Übertragung des FSME-Virus verantwortliche Zeckenart ist der gemeine Holzbock. In bestimmten Teilen Deutschlands (s. u.) tragen besonders viele Zecken das Virus in sich. Besonders im Süden Deutschlands sind Zecken auch häufig Überträger der Borreliose.

Innerhalb der ersten Stunden, nachdem die Zecke zugestochen hat, wird das Virus über den Speichel auf den Menschen übertragen. Eine frühe und regelrechte Entfernung der Zecke ist aber auf jeden Fall sinnvoll. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich, FSME-Kranke sind daher nicht ansteckend.

Das FSME-Virus kann sich ab einer Temperatur von etwa 5 °C vermehren. Daher finden Infektionen mit FSME hauptsächlich von März bis Oktober statt, mit einem Gipfel zwischen Juni und Juli. Doch die Bezeichnung „Frühsommer“ darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass man sich auch in milden Wintern durch Zeckenstiche infizieren kann.

Zecken kommen nur in Lagen bis 1.500 Meter über dem Meeresspiegel vor. Klassische Lebensräume für Zecken sind lichte Wälder, Waldränder, hohes Gras und Büsche. Auch Parks und Gärten in der Stadt gehören dazu. Zecken halten sich in der Nähe des Bodens auf. Beim Vorbeistreifen bleiben sie am Menschen hängen und suchen sich dann eine Körperstelle.

Häufigkeit

  • Die FSME-Erkrankung kommt in weiten Teilen Europas, einschließlich Deutschland, und in einigen nordasiatischen Ländern vor.
  • Risikogebiete in Deutschland (Stand 2024) sind Baden-Württemberg (mit wenigen Ausnahmen), Bayern (mit wenigen Ausnahmen), der Süden von Hessen und Thüringen, südöstliches Brandenburg, große Teile von Sachsen sowie einzelne Kreise in Mittelhessen (Landkreis Marburg-Biedenkopf, Landkreis Fulda), Rheinland-Pfalz (Landkreis Birkenfeld), Saarland (Landkreis Saar-Pfalz-Kreis), Sachsen-Anhalt (Stadtkreis Dessau-Roßlau), Nordrhein-Westfalen (Stadtkreis Solingen) und Niedersachsen (Landkreis Emsland).
  • Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 475 FSME-Fälle gemeldet.
  • Erwachsene sind häufiger und schwerer betroffen als Kinder, Männer häufiger als Frauen.

Untersuchungen

Suchen Sie Ihre Hausarztpraxis auf jeden Fall auf, sobald Sie nach einem Zeckenstich Fieber und grippeähnliche Symptome (Hinweis auf FSME) bzw. eine sich ausbreitende Rötung an der Einstichstelle (Hinweis auf Borreliose) feststellen. Das ärztliche Vorgehen bei Verdacht auf Borreliose können Sie im Artikel Borreliose nach Zeckenstich nachlesen.

Blutuntersuchungen

  • Bei einer Infektion können Antikörper gegen FSME im Blut nachgewiesen werden.
  • Auch die Entzündungswerte sind meist erhöht.

Untersuchungen im Krankenhaus

  • Besteht der Verdacht auf FSME, werden Sie in aller Regel ins Krankenhaus eingewiesen.
  • Dort erfolgen weitere Untersuchungen, wie Blutuntersuchungen, Magnetresonanztomografie und eine Untersuchung von Nervenwasser im Lendenwirbelbereich (Lumbalpunktion).

Behandlung

  • Es gibt keine spezielle Behandlung der FSME. Da die Krankheit durch ein Virus verursacht wird, sind Antibiotika unwirksam. Die Behandlung zielt deshalb darauf ab, schwerwiegende Schäden zu verhindern.
  • Symptome wie z. B. Kopfschmerzen können medikamentös behandelt werden.
  • Während der manchmal langwierigen Rehabilitation erfolgen krankengymnastische, ergotherapeutische und logopädische Behandlungsmaßnahmen.
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