Frühgeburt

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Was ist eine Frühgeburt?

Definition

Von einer Frühgeburt spricht man, wenn das Kind vor Ablauf von 37 Schwangerschaftswochen (37+0 SSW) geboren wird.

Symptome

Symptome für eine einsetzende Geburt sind regelmäßige oder schmerzhafte Wehen mindestens drei in 30 Minuten. Teils werden auch nur dumpfe wellenförmige Rückenschmerzen empfunden oder ein Druckgefühl mit Ausstrahlung in Richtung Beckenboden, eventuell begleitet von starken Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit. Weitere Anzeichen sind das Platzen der Fruchtblase, der Abgang des Schleimpfropfes oder wenn in der Untersuchung ein verkürzter Gebärmutterhals und ein geweiteter Muttermund feststellen werden.

Bei folgenden Symptomen sollte ein sofortiger Notruf abgesetzt werden:

  • Regelmäßige Wehen mit einem Abstand von weniger als 2 Minuten
  • Starke Unterleibsschmerzen oder Blutungen
  • Fremdkörpergefühl oder tast- oder sichtbarer Kindskopf in der Scheide
  • Herzrasen, Unruhe oder Atemnot

Ursachen

2/3 aller Frühgeburten sind die Folge vorzeitiger Wehentätigkeit, 1/3 wird eingeleitet wegen medizinischer Probleme der Mutter oder des Kindes.

Die Auslöser für eine vorzeitige Wehentätigkeit sind vielfältig:

  • 25 % der Frühgeburten zeigen Infektionszeichen. Oft ist der Infekt aber zu leicht, um davor aufzufallen.
  • Störungen der Plazentadurchblutung durch Gefäßverletzungen oder vorhergehende kleine Blutungen
  • Störungen der Immunregulation mit Abstoßung der Plazenta oder des Fötus durch das mütterliche Immunsystem
  • Mangel an Progesteron: Progesteron hemmt die Wehentätigkeit.
  • Überdehnung der Gebärmutter z. B. bei Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaften
  • Vaginale Blutung in der Spätschwangerschaft

Weitere Risikofaktoren sind z. B. eine Schwangerschaft weniger als 12 Monate nach Geburt, frühere Frühgeburt, vaginale Blutungen, Paradontitis sowie Rauchen.

Häufigkeit

Die Frühgeburtenrate betrug 2020 8 % aller Geburten.

Untersuchungen

Es wird nach den aktuellen Symptomen gefragt sowie nach dem bisherigen Verlauf der Schwangerschaft, vorhergehenden Schwangerschaften und weiteren Erkrankungen. Auch Allergien, Medikation und Notfallkontakte werden notiert. In der Hausarztpraxis oder der Frauenarztpraxis wird bei Verdacht auf eine drohende Frühgeburt zunächst durch Bestimmung von Blutdruck, Puls, Atmung und Temperatur sowie Abtasten des Bauches und evtl. Abhören der kindlichen Herztöne ein lebensbedrohlicher Notfall ausgeschlossen.

In der gynäkologischen Klinik erfolgt evtl. noch eine vaginale Untersuchung, ein Ultraschall und eine Ableitung der kindlichen Herztöne. Durch einen Urintest kann eine Infektion nachgewiesen werden.

Bei drohender Frühgeburt oder bereits eingesetzter Geburt erfolgt der sofortige Transport in die Klinik am besten in eine Klinik mit spezialisierter Neugeborenenabteilung (Neonatologie). Dabei liegt die Patientin nach Blasensprung oder bei starker Blutung am besten mit überkreuzten Beinen in Rückenlage, ansonsten in Linksseitenlage.

Behandlung

In der Klinik wird meist versucht, die Geburt zu verzögern. Dazu können über zwei Tage Medikamente gegeben werden, die die Wehentätigkeit hemmen. Bei noch nicht ausgereifter Lunge des Kindes kann Kortison gegeben werden, um die Lungenreifung zu beschleunigen. Bei Infektionen werden Antibiotika gegeben.

Falls die Wehen aufhören, können ambulante Kontrollen ausreichen. Es sollte mehrmals täglich die Temperatur gemessen werden und zumindest wöchentlich eine Kontrolle in der gynäkologischen Praxis erfolgen.

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