Verschluckter Fremdkörper bei Kindern

Verschluckter Fremdkörper bei Kindern

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Was ist ein verschluckter Fremdkörper?

Definition

Bei einem verschluckten Fremdkörper gelangt ein Objekt in den Verdauungstrakt (Ingestion). Im Gegensatz dazu gelangen eingeatmete Fremdkörper in die Atemwege (Aspiration).

Symptome

Oft entstehen keine Symptome. In einigen Fällen kommt es jedoch zu Beschwerden wie Unruhe, Würgen, Erbrechen, Schluckstörungen, einem Fremdkörpergefühl und anhaltend starkem Speichelfluss. Wenn der Fremdkörper die Atemwege zusammendrückt, ist eine Atemnot möglich.

Ursachen

Kinder verschlucken oft Münzen, Knopfbatterien, Magneten und kleine Spielzeuge. Immer wieder verschlucken Kinder auch scharfe Gegenstände.

Erwachsene verschlucken Fremdkörper meistens beim Essen. Häufige Fremdkörper sind Fischgräten, Hühnerknochen und Zahnprothesen.

Oft bleiben Objekte an bestimmten Stellen hängen:

  • an den natürlichen Engstellen der Speiseröhre (Ösophagus)
  • am Schließmuskel zwischen dem Magen und dem Zwölffingerdarm (Pylorus)
  • am Übergang vom Dünndarm in den Dickdarm (Bauhin-Klappe, Ileozökalklappe)

Meist passiert dies aus Versehen, aber manchmal verschlucken Kinder Fremdkörper auch absichtlich.

Häufigkeit

Besonders häufig tritt es bei Kindern im Alter zwischen 6 Monaten und 3 Jahren auf. Auch ältere Kinder können betroffen sein, beispielsweise dann, wenn neurologische Auffälligkeiten vorliegen, oder in suizidaler Absicht.

Erwachsene verschlucken Fremdkörper meist beim Essen. Viele Fälle verursachen keine Beschwerden und bleiben vermutlich unbemerkt, auch bei Menschen mit geistigen Einschränkungen.

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

  • Sie besprechen die Beschwerden und beschreiben, wenn möglich, den Gegenstand. Am besten bringen Sie einen vergleichbaren Gegenstand mit.
  • Die Mundhöhle wird untersucht.
  • Lunge und Bauch werden abgehört.
  • Möglicherweise wird der Kehlkopf über den Mund untersucht (indirekte Laryngoskopie).

Einweisung ins Krankenhaus

Bei Kindern erfolgt eine Klinikeinweisung bei

  • Fremdkörpern in der Speiseröhre (Ösophagus)
  • spitzen und scharfkantigen Gegenständen
  • verschluckten Magneten und Batterien.

Erwachsene erhalten eine Einweisung, wenn sie Symptome haben oder wenn es sich um einen gefährlichen Fremdkörper handelt. Die Einweisung erfolgt zur Endoskopie und ggf. zur Überwachung auf der Station.

Bei Spezialist*innen 

  • Röntgen: Einige Fremdkörper lassen sich im Röntgenbild erkennen. Manchmal bleiben Fremdkörper aber versteckt, z. B. im Fall von Fischgräten und Knochen. Außerdem bedeutet ein Röntgenbild immer eine Strahlenbelastung.
  • Computertomografie (CT): Bei Erwachsenen findet man Fremdkörper in der CT praktisch immer. In 1 von 10 Fällen wird ein vermeintlicher Fremdkörper entdeckt, der tatsächlich keiner ist. Die CT führt zu einer stärkeren Strahlenbelastung als ein Röntgenbild.

Behandlung

Endoskopie

Bei Fremdkörpern in der Speiseröhre sollte dringend gehandelt werden. Knopfbatterien im Ösophagus sollten innerhalb von 2 Stunden im Rahmen einer Endoskopie entfernt werden. Derselbe Zeitrahmen gilt im gesamten Magen-Darm-Trakt bei Ansammlungen von mehreren Magneten bzw. einer Kombination aus einem Magneten und einem anderen magnetischen Gegenstand. Bei der Endoskopie (Spiegelung) führt man einen Schlauch ein, der vorne eine Kamera und Greifinstrumente hat. Damit wird die Lage der Fremdkörper bestimmt, und die Fremdkörper können entfernt werden.

In einigen Fällen kann eine Notfall-Endoskopie sinnvoll sein, z. B. bei Kindern unter 5 Jahren mit einer Knopfbatterie im Magen, die mindestens 2 cm groß ist. Bei Kindern über 5 Jahren bleibt in solchen Fällen mehr Zeit. Hier kann nach 24–48 Stunden z. B. ein Röntgenbild gemacht werden. Anschließend ist eine Endoskopie sinnvoll, wenn die Knopfbatterie sich immer noch im Magen befindet.

Überwachung auf der Station und Operation

Manchmal sind andere Maßnahmen sinnvoll: Etwa dann, wenn ein Kind mehrere Magneten verschluckt hat und es nicht gelingt, sie bei der Endoskopie zu entfernen. Dann sollte das Kind auf einer Station überwacht werden. Möglicherweise ist auch eine Operation sinnvoll, bei der die Bauchdecke geöffnet wird (Laparotomie). Der Grund für diese Maßnahmen ist, dass mehrere Magnete ein Loch in der Darmwand verursachen können (Perforation) und eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) möglich ist.

Vorgehen bei Erwachsenen

Eine Laryngoskopie (Kehlkopfspiegelung) ist sinnvoll bei akuten Schluckbeschwerden (Dysphagie) mit einer Patientengeschichte, die auf einen verschluckten Fremdkörper hindeutet.

Oft sollte eine Endoskopie in Erwägung gezogen werden: Beispielsweise dann, wenn eine Laryngoskopie nicht erfolgreich ist und die Probleme beim Schlucken anhalten. Dann kann der Fremdkörper im Ösophagus festsitzen und die Schluckbeschwerden verursachen. Ebenfalls sinnvoll ist eine Endoskopie, wenn es zu einer Perforation kommt, wenn Gewebe durch Druck abstirbt (Drucknekrose), wenn es sich um eine Batterie handelt und wenn die Gefahr besteht, dass ein Fremdkörper in die Atemwege gelangt (Aspiration).

Erwachsene ohne Symptome können oft den spontanen Abgang abwarten. Das gilt bei Fremdkörpern, die weniger als 6 cm Länge und 2,5 cm Durchmesser haben. Eine Änderung des Essverhaltens ist nicht nötig. Bis zum Abgang dauert es meist 4–6 Tage, seltener aber bis zu 4 Wochen. Wenn der Abgang ausbleibt, sollten wöchentliche Röntgenkontrollen gemacht werden.

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