Fingerpolyarthrose
Fingerpolyarthrose
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Was ist eine Fingerpolyarthrose?
Definition
Eine Fingerarthrose ist eine Verschleißerscheinung der Fingergelenke, die sich über harte Gelenksverdickungen äußert. Meist sind mehrere Gelenke und Finger betroffen, deshalb Fingerpolyarthrose.
Sind die Fingerendglieder (DIP-Gelenke) betroffen, spricht man von Heberden-Knoten. Das sind nach dem englischen Arzt Sir William Heberden benannte knorpelige kleine Wucherungen, die von außen zu sehen sind. Treten die Knoten an den Fingermittelgelenken (PIP-Gelenken) auf, nennt man sie Bouchard-Arthrose.
Symptome
Die Verdickung und Verknöcherung der Gelenke tritt meist langsam und schleichend ohne Schmerzen auf. Im Krankheitsverlauf kommen Schmerzen nach Belastung oder bei Nässe und Kälte dazu. Auch eine aktivierte Arthrose mit Wärmeentwicklung, Rötung und Schwellung der Gelenke ist möglich. Im Endstadium kommt es zu starken Fehlstellungen mit Bewegungseinschränkungen. Eine Kniearthrose tritt oft gleichzeitig mit Fingerpolyarthrosen auf.
Ursachen
Eine Fingerpolyarthrose wird nicht so sehr durch eine übermäßige Belastung im Alltag oder Beruf verursacht, sondern vor allem durch eine erbliche Veranlagung. Sehr wahrscheinlich spielen dabei hormonelle Einflüsse eine Rolle, da viel mehr Frauen als Männer betroffen sind.
Zusätzlich treten Fingerpolyarthrosen infolge von Verletzungen, z. B. Fingerverletzungen mit Gelenkbeteiligung, oder Entzündungen, z. B. bei rheumatoider Arthritis, auf. Auch bei einer Eisenüberladung in den Fingergelenken kann es zu einer Fingerpolyarthrose kommen.
Häufigkeit
Laut einer Untersuchung 2014/2015 litten ca. 22 % der Frauen und ca. 14 % der Männer in Deutschland in den letzten 12 Monaten an einer Arthrose in irgendeinem Gelenk. Davon war bei etwa jeder 3. Frau und jedem 7. Mann mindestens ein Fingergelenk betroffen.
Untersuchungen
- Die Diagnose wird basierend auf der Krankengeschichte und den typischen druckempfindlichen Verdickungen an den Fingergelenken gestellt.
- In der Regel besteht kein Bedarf an weiteren Untersuchungen. Um andere Erkrankungen auszuschließen, kann manchmal eine Blut- oder Röntgenuntersuchung nötig sein.
Behandlung
- Es gibt 3 Therapieoptionen, die abhängig von den Beschwerden angewendet werden:
- nichtmedikamentös konservativ
- medikamentös
- operativ.
- Die nichtmedikamentöse konservative Behandlung besteht aus Wärme- oder Kälteanwendungen zur Schmerztherapie bei gleichzeitigem Schutz vor Kälte und Nässe durch Handschuhe. Es wird empfohlen, anstrengende Handarbeit zu vermeiden und Handorthesen zu tragen. Neben einer Ergotherapie wird allen Patient*innen ein selbst durchzuführendes Fingertraining empfohlen:
- (Luft-)Klavierspielen
- Ballen von halben und ganzen Fäusten
- Zusammenführen von Daumen und den übrigen 4 Fingern
- abwechselnd Strecken und Spreizen der Finger.
- Zur medikamentösen Behandlung werden Gele oder Salben mit Schmerzmitteln wie Diclofenac empfohlen. Reicht dies nicht aus, können Schmerztabletten mit ggf. stärkeren Wirkstoffen eingesetzt werden.
- Eine operative Therapie kommt in Betracht, wenn die Schmerzen weiterhin bestehen bleiben. Abhängig vom Ausmaß der Gelenkzerstörung und von der notwendigen Funktionsfähigkeit des Gelenks können die Fingerendgelenke versteift werden. Es gibt auch Prothesen für Fingermittelgelenke, die aber weniger gut funktionieren und kürzer halten als Knie- oder Hüftprothesen.
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