Felty-Syndrom

Felty-Syndrom

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren

Was ist das Felty-Syndrom?

Definition

Das Felty-Syndrom ist eine Komplikation einer lange bestehenden, zumeist schweren chronischen Polyarthritis (Rheuma, Gelenkrheumatismus). Die meisten Menschen, bei denen das Felty-Syndrom auftritt, litten zuvor 10–15 Jahre lang an rheumatoider Arthritis. Bei der Mehrzahl dieser Patient*innen liegt eine aggressive Art der Erkrankung mit hoher Krankheitsaktivität und schweren Gelenkschäden vor. Die Diagnose Felty-Syndrom wird gestellt bei Patient*innen mit rheumatoider Arthritis, einer vergrößerten Milz (Splenomegalie) und einem Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen (Neutropenie).

Symptome

Ein Syndrom ist ein gemeinsames Auftreten bestimmter Symptome, Anzeichen und Befunde. Merkmal des Felty-Syndroms ist eine geringe Anzahl neutrophiler Granulozyten (eine Gruppe weißer Blutkörperchen) und eine Vergrößerung der Milz bei Patient*innen mit rheumatoider Arthritis. Oft besteht ein Zusammenhang mit einer Lymphknotenschwellung und einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie).

Die weißen Blutkörperchen sind ein wichtiger Bestandteil der körpereigenen Immunabwehr gegen Infektionen. Nimmt die Anzahl der weißen Blutkörperchen ab, sinkt die Resistenz gegen eindringende Mikroorganismen. Dadurch werden Patient*innen mit Felty-Syndrom anfälliger für Infektionen, in der Regel für Hautinfektionen und Infektionen der Atemwege.

Ursachen

Die Ursache des Syndroms ist bislang nicht bekannt. Es gibt hierzu verschiedene Theorien, aber noch keine wissenschaftliche Bestätigung.

Häufigkeit

Das Felty-Syndrom ist eine Komplikation, die bei weniger als 1 % der Patient*innen mit Gelenkrheumatismus (rheumatoider Arthritis) auftritt. Wie bei Gelenkrheumatismus sind 2/3 aller Patient*innen Frauen. Die meisten Patient*innen sind bei Ausbruch der Erkrankung 55–65 Jahre alt.

Untersuchungen

Ein Verdacht auf das Felty-Syndrom kann aus unterschiedlichen Gründen entstehen. Wiederkehrende Infektionen können oft der Grund dafür sein, dass die notwendigen Tests durchgeführt werden. In anderen Fällen wird die Erkrankung bei Routinekontrollen festgestellt. Die Diagnose wird vor dem Hintergrund gestellt, dass eine Person an rheumatoider Arthritis leidet und bei wiederholten Messungen eine dauerhafte niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen und eine vergrößerte Milz festgestellt wurden.

Zur Bestätigung einer vergrößerten Milz kann eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Um andere Ursachen für einen Mangel der weißen Blutkörperchen auszuschließen, kann eine Untersuchung des Knochenmarks notwendig sein.

Behandlung

  • Da das Felty-Syndrom häufig bei Patient*innen mit hochaktiven und aggressiven Formen der gelenkzerstörenden rheumatoiden Arthritis auftritt, ist es wichtig, alle Patient*innen bestmöglich zu behandeln, um die Grunderkrankung unter Kontrolle zu halten und die Entzündungsaktivität zu reduzieren.
  • Wenn jemand dennoch das Felty-Syndrom entwickelt, ist es wichtig, die Behandlung mit herkömmlichen Medikamenten für rheumatoide Arthritis fortzusetzen (sog. krankheitsmodifizierende Medikamente, DMARD).
  • Biologische Arzneimittel wie hämotopoetische (blutbildende) Wachstumsfaktoren sind eine wirksame Behandlungsmöglichkeit.
  • Früher war die Entfernung der Milz die Standardbehandlung bei Felty-Syndrom, diese wird heute jedoch kaum mehr durchgeführt.
  • Für Patient*innen, bei denen das Syndrom diagnostiziert wurde, die aber nur wenige Symptome und Infektionen aufweisen, sind regelmäßige Kontrollen ausreichend.

Autor

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Felty-Syndrom. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Felty AR. Chronic arthritis in the adult associated with splenomegaly and leukopenia. Bull Johns Hopkins Hosp 1924; 35: 16. www.sciencedirect.com
  2. Kay J. Clinical manifestations and diagnosis of Felty's syndrome. UpToDate, last updated Apr 21, 2014. UpToDate
  3. Campion G, Maddison PJ, Goulding N, et al. The Felty syndrome: A case matched study of clinical manifestations and outcome, serologic features, and immunogenetic association. Medicine 1990; 69: 69. PubMed
  4. Kay J. Indications for splenectomy in Felty's syndrome. UpToDate, last updated Dec 04, 2013. UpToDate
  5. Burks EJ, Loughran TP Jr. Pathogenesis of neutropenia in large granular lymphocyte leukemia and Felty syndrome. Blood Rev 2006; 20: 245. PubMed
  6. Kay,J:. Drug therapy in Felty's syndrome. UpToDate, last updated Oct 21, 2019 www.uptodate.com
  7. Rashba EJ, Rowe JM, Packman CH. Treatment of the neutropenia of Felty syndrome. Blood Rev 1996; 10: 177-84. PubMed
Logo von Deximed

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.

Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.

In unserer Gesundheitsdatenbank suchen

Inhaltsverzeichnis anzeigen

Wissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Stopp
Gesundheit
Wissen, wann genug ist

Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.


Zum Beitrag
Heuschnupfen
Gesundheit
Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen

Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.


Zum Beitrag
Frau mit Hitzewallung
Gesundheit
Sind das die Wechseljahre?

Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind


Zum Beitrag

Kontaktieren Sie uns

Haben Sie Fragen zu den hausärztlichen Praxen?fragen@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Haben Sie Fragen zum Hausarztprogramm?hausarztprogramm@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Möchten Sie eine detaillierte Beratung zum Programm?Dann rufen Sie uns an.

Jetzt anrufen
TeamPraxisHausärtzinnen- und Hausärzteverband

TeamPraxis ist das Portal der hausärztlichen Praxen in Deutschland. Denn Gesundheit ist Teamsache.

Sie sind Ärzt*in und haben Interesse am Hausarztprogramm?
Informieren Sie sich unter www.hzv.de.