Feigwarzen (Condylomata acuminata)

Feigwarzen (Condylomata acuminata)

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Was sind Feigwarzen?

Definition

Feigwarzen (Kondylome) sind kleine gestielte oder auch blumenkohlförmige Warzen, die im Bereich des Afters oder der Geschlechtsorgane angesiedelt sind. Sie werden von humanen Papillomviren (HPV) Typ 6 und 11 verursacht und sexuell übertragen.

Symptome

Die Warzen sind 1–3 mm groß und meist hautfarben. Sie sitzen rund um die Enddarmöffnung oder im Enddarm, an den Schamlippen, in der Scheide oder in der Harnröhre. Bei Männern können die Warzen am Penis oder Hodensack auftreten. Ihre Anzahl variiert von vereinzelt auftretenden Warzen bis hin zu großen Warzenansammlungen.

In den meisten Fällen sind die Warzen symptomfrei, sie können aber Juckreiz verursachen. Große Warzen können Schmerzen verursachen und bluten. Vaginale Warzen können zu Schmerzen und Blutungen führen. Wenn die Harnröhre befallen ist, kann Blut im Urin auftreten.

Ursachen

Die Erkrankung ist auf eine Infektion der Haut mit einem Virus, dem sog. humanen Papillomavirus (HPV), zurückzuführen. Feigwarzen werden in den meisten Fällen durch die HPV-Typen 6 und 11 verursacht. Diese Virus-Typen stehen nicht im Verdacht, Zellveränderungen oder Gebärmutterhalskrebs auszulösen. HPV stimuliert die Teilung der Oberflächenzellen in der Haut; auf diese Weise bilden sich die Warzen in Form von Verdickungen in der Haut. Die Zeit von der Ansteckung mit dem Virus bis zum Auftreten von Symptomen beträgt in der Regel 1–8 Monate oder länger, im Durchschnitt 2–3 Monate.

HPV wird hauptsächlich durch sexuellen Kontakt übertragen. Die Ansteckung mit HPV kann auch über die Hände (Schmierinfektion) erfolgen. Wunden oder Verletzungen der Haut oder Schleimhaut erhöhen das Ansteckungsrisiko.

Häufigkeit

Schätzungsweise 5–10 % der Bevölkerung erkranken im Lauf des Lebens an Feigwarzen. Sie treten besonders häufig bei Frauen in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen und bei Männern bei den 25- bis 29-Jährigen auf.

Untersuchungen

  • Bei der ärztlichen Untersuchung des Genitalbereichs wird die Diagnose meist aufgrund des typischen Aussehens der Warzen gestellt.
  • Bei Frauen erfolgt eine gynäkologische Untersuchung.
  • Wenn Warzen um den After sitzen, wird eine Enddarmspiegelung (Proktoskopie) durchgeführt. Dabei führen die Ärzt*innen ein Instrument (Endoskop) in den Enddarm ein, um die Schleimhaut zu untersuchen.
  • Auch die Harnröhre kann ggf. mit einem Endoskop untersucht werden.

Behandlung

  • Wenn die Warzen Beschwerden verursachen, können sie mit verschiedenen Methoden entfernt werden.
  • Symptomfreie Sexualpartner*innen müssen nicht mitbehandelt werden.

Medikamentöse Therapie

Zur medikamentösen Behandlung im äußeren Genitalbereich stehen immunstimulierende Cremes zur Verfügung. Bei Befall der Schamlippen, des Penis und an der Afteröffnung kann eine rezeptpflichtige Creme mit dem Wirkstoff Imiquimod zur Bekämpfung der Warzen verwendet werden. Die Creme wird an 3 Tagen der Woche über Nacht aufgetragen und nach 6–10 Stunden abgewaschen. Die Creme wird verwendet, bis alle Feigwarzen verschwunden sind, max. bis zu 16 Wochen. Als Nebenwirkung können lokale Hautreizungen auftreten.

Eine Salbe mit Grünteeblätterextrakt (Sinecatechin) wirkt ebenfalls immunstimulierend. Die Salbe wird 3-mal täglich auf die äußeren Warzen aufgetragen, die Behandlung kann bis zu 16 Wochen fortgesetzt werden.

Feigwarzen im äußeren Genitalbereich können auch mit Podophyllotoxin behandelt werden. Zunächst werden die Warzen in der Arztpraxis mit einer wirkstoffhaltigen Lösung bepinselt, Betroffene können die weitere Behandlung aber auch selbst durchführen. Die Lösung wird 2-mal täglich über 3 Tage aufgetragen, dann folgt eine Pause von 4 Tagen bis die Behandlung wiederholt wird. Die Lösung sollte möglichst punktgenau aufgetragen werden, sie sollte nicht auf die umliegende Haut gelangen.

Früher wurde auch unverdünntes Podophyllin verwendet, dieses ist jedoch fruchtschädigend und wird daher nicht länger eingesetzt.

Ärzt*innen können die Warzen auch mit Trichloressigsäure (TCA) bepinseln, die Behandlung kann jedoch schmerzhaft sein und muss häufig wiederholt werden.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

  • Daneben bestehen die Möglichkeiten der mechanischen Zerstörung der Warzen mittels Kryotherapie (Vereisung), Verödung mittels Laser und die operative Entfernung durch Ärzt*innen. Auf diese Weise können auch Warzen innerhalb der Scheide oder im Enddarm behandelt werden.
  • Diese Behandlungsmöglichkeiten können auch in der Schwangerschaft angewendet werden, eine medikamentöse Therapie wird hier nicht empfohlen.
  • Eine Kontrolluntersuchung wird 3 Monate nach Abschluss der Behandlung empfohlen.
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