EILO (Exercise-Induced Laryngeal Obstruction)
EILO (Exercise-Induced Laryngeal Obstruction)
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Was ist EILO?
Definition
EILO ist ein Akronym/eine Abkürzung und steht für Exercise-Induced Laryngeal Obstruction. Ins Deutsche übersetzt bedeutet dies „anstrengungsbedingte Verengung des Kehlkopfes“. Personen, die unter einer EILO leiden, bekommen bei starker körperlicher Anstrengung Atemnot und müssen ihre Aktivität unterbrechen. Die Einatmung ist erschwert. In der Regel klingen die Beschwerden in Ruhe innerhalb von weniger als 5 Minuten wieder ab.
Symptome
Typisch für die EILO ist, dass bei körperlicher Aktivität mit hohem Atemvolumen plötzlich Atemnot und eine pfeifende Atmung auftreten, häufig begleitet von Hustenreiz oder Engegefühl in der Brust bis hin zu Brustschmerzen und evtl. Brechreiz. Die Verengung behindert die Einatmung, aber viele spüren eine generelle Atemnot. Diese führt manchmal zu Erstickungsgefühlen und Panik. Aus Angst kann es zu einer verstärkten schnellen Atmung, der sog. Hyperventilation kommen.
Wenn die körperliche Anstrengung vorüber ist, klingen die Beschwerden ab, und die Atmung normalisiert sich meist innerhalb von 1–5 Minuten wieder.
Ursachen
Die direkte Ursache des Geschehens im Kehlkopf ist nicht vollständig geklärt. Der Kehlkopf bildet den obersten Teil der Atemwege und hat eine komplexe Funktion. Wenn wir sprechen, entsteht über Muskelanspannung Zug an den Stimmbändern, die mittig im Kehlkopfbereich liegen, damit Laute gebildet werden. Bei starker körperlicher Belastung und maximaler Atmung tragen die Muskeln in der Kehlkopfregion normalerweise dazu bei, dass sich der Kehlkopf weitet und die Stimmlippen maximal geöffnet sind.
Bei einer EILO passiert jedoch das Gegenteil: Der Kehlkopf und die Stimmlippen verengen sich, sodass weniger Luft in die Atemwege gelangt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus einem Unterdruck bei hohem Atemvolumen und einer veränderten Nerven- und Muskelfunktion die EILO auslöst.
Häufigkeit
Die EILO ist verbreiteter als ursprünglich angenommen. In einer Studie zeigten sich bei 40 % der Patient*innen, die an Atemnot bei Belastung leiden, eine EILO. In schwedischen und dänischen Studien litten 5–7 % der 14- bis 24-Jährigen an einer EILO. Sie kann bereits bei Kindern und Kleinkindern auftreten.
Untersuchungen
In einfachen Fällen kann die Diagnose anhand der Beschreibung der typischen Symptome gestellt werden.
Eine schwierig zu unterscheidende Diagnose ist das Anstrengungsasthma, bei dem es zu einer Verengung der Bronchien bei der Ausatmung kommt. Meist tritt dabei im Gegensatz zur EILO die Atemnot nach Belastung auf und hält länger an. Eine Lungenfunktion mit Provokation kann eine Asthmadiagnose ausschließen.
Um die Diagnose EILO sicher zu bestätigen, kann in einer spezialisierten Praxis ein „Continuous Laryngoscopy Exercise Test“, auch CLE-Test genannt, durchgeführt werden. Dabei wird mithilfe einer kleinen Kamera der Kehlkopf während Anstrengung beobachtet. Tritt Atemnot auf und ist mit der Kamera gleichzeitig eine Verengung des Kehlkopfs zu beobachten, ist die EILO gesichert.
Behandlung
In vielen Fällen hilft es bereits, Klarheit darüber zu haben, was genau die Beschwerden verursacht. Wichtig ist auch zu betonen, dass die EILO ungefährlich ist und behandelt werden kann. Übungen zur Entspannung der Kehlkopfmuskulatur und das Erlernen der richtigen Atemtechnik sind wichtig. Bei manchen Patient*innen wirkt sich eine Therapie bei Logopäd*innen oder Physiotherapeut*innen positiv aus.
Nur in sehr seltenen schweren Fällen ist ein operativer Eingriff im oberen Bereich des Kehlkopfes nötig, der dann aber sehr hohe Erfolgsquoten hat.
Einen medikamentösen Ansatz mit in Studien bestätigter Wirksamkeit gibt es noch nicht.
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