Dreitagefieber (Exanthema subitum)

Dreitagefieber (Exanthema subitum)

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Was ist das Dreitagefieber?

Definition

Das Dreitagefieber ist eine mild verlaufende und ungefährliche Virusinfektion, die zu Fieber und Hautausschlag bei Kleinkindern führt. Unter Ärzt*innen ist die Krankheit auch unter dem Namen Exanthema subitum bekannt.

Symptome

Die Inkubationszeit, d. h. die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, beträgt 5–10 Tage. Das Dreitagefieber ist bereits vor dem Auftreten des Hautausschlags und auch bei fehlendem Hautausschlag ansteckend.

Die Krankheit verläuft in zwei Phasen: Sie  beginnt typischerweise mit Fieber bis zu 40 °C über 3–5 Tage. Der Allgemeinzustand der meisten Kinder ist nach Senken des Fiebers gut. In einigen Fällen kann es zu Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, geschwollenen Lymphknoten, Durchfall, einer begleitenden Bindehautentzündung, Schwellung der Augenlider, einer Trommelfellentzündung oder Husten kommen. Durch das rasch steigende hohe Fieber kann es zu Fieberkrämpfen kommen.

In der zweiten Phase tritt klassischerweise nach dem Entfiebern ein kleinfleckiger rötlicher, oft blassrötlicher Hautausschlag auf. Dieser beginnt an Brust und Rücken und kann sich später auf Hals, Gesicht, Beine und Arme ausweiten. Normalerweise besteht kein Juckreiz. Der Hautausschlag kann so schwach ausgebildet sein, dass er schwer zu erkennen ist. Der Hautausschlag verblasst allmählich und verschwindet innerhalb von 1–2 Tagen.

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Typischer Ausschlag bei Dreitagefieber

Bis zu 15 % der Kinder erleiden einen Fieberkrampf, der im Allgemeinen keine weiteren Folgen nach sich zieht, aber ärztlich abgeklärt werden sollte.

Ursachen

Die Krankheit wird durch das humane Herpesvirus 6 (HHV-6) oder seltener das humane Herpesvirus 7 (HHV-7) ausgelöst.

Wie andere Viruserkrankungen (z. B. grippale Infekte) auch, wird das Dreitagefieber von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion über die Atemwege oder Speichel übertragen. Spätestens 24 Stunden nach Beginn des Exanthems besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.

Häufigkeit

Das Dreitagefieber ist eine sehr häufige Infektion, an der fast alle Kinder erkranken. Die meisten Kinder infizieren sich in den ersten zwei Lebensjahren, gehäuft im 6. bis 12. Lebensmonat. Die Krankheit tritt häufiger im Frühling und Herbst auf.

Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?

Nehmen Sie ärztliche Hilfe in Anspruch, wenn der Allgemeinzustand des Kindes eingeschränkt ist, ein Fieberkrampf auftritt oder das Fieber länger als 3–5 Tage andauert.

Behandlung

Es ist normalerweise keine spezifische Therapie notwendig. Fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen können eingesetzt werden, wenn es aufgrund des Fiebers zu Beschwerden kommt. Eine Impfung existiert nicht.

Wichtig ist es, auf eine ausreichende Flüssigkeitsmenge zu achten, da der Körper bei Fieber durch vermehrtes Schwitzen und eine schnellere Atmung Flüssigkeit verliert.

Autorin

  • Angelika Eisenried, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, München

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Dreitagefieber, Exanthema subitum. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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  2. Empfehlungen des Robert Koch-Instituts für die Wiederzulassung zu Gemeinschaftseinrichtungen gemäß § 34 Infektionsschutzgesetz. Stand 02.12.2024. www.rki.de
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