Dellwarzen

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Was sind Dellwarzen?

Definition

Dellwarzen sind harmlose kleine hautfarbene, leicht bräunliche Knötchen auf der Haut, die durch eine Virusinfektion der äußeren Hautschicht verursacht werden. Typischerweise haben sie einen Durchmesser von 1–4 mm und weisen eine kleine zentrale Delle auf. Dellwarzen können einzeln oder in sehr großer Anzahl auftreten.

Am häufigsten werden sie bei kleinen Kindern beobachtet, die sie sich oft beim Planschen in Schwimmbädern zuziehen. Sie werden daher auch als „Schwimmbadwarzen“ bezeichnet.

Symptome

Dellwarzen kommen meist in kleinen Gruppen vor und können sich bei Personen mit atopischem Ekzem (früher als „Neurodermitis“ bezeichnet) oder Immunschwäche jedoch großflächig auf bis zu 100 Stück ausbreiten, entzünden und so Beschwerden verursachen.

Bei Kindern befinden sie sich meist am Oberkörper, den Oberarmen, Oberschenkeln, unter den Achseln, seltener im Gesicht oder am Hals. Bei Erwachsenen sind die Dellwarzen oft im Bereich der Genitalien und des Anus, am Unterleib und den Innenseiten der Oberschenkel lokalisiert.

Die Handflächen und Fußsohlen sind dabei nicht betroffen. Meistens verursachen Dellwarzen keine Beschwerden, sie können aber auch schmerzen und jucken.

Ursachen

Dellwarzen werden vom sog. Molluscum-contagiosum-Virus (MCV) verursacht, das zur Familie der Pockenviren gehört.

Sie enthaltene eine weißliche Masse, die die Viren enthält und ansteckend ist. Durch Aufkratzen kann der Inhalt besonders schnell weiterverbreitet werden. Die Übertragung erfolgt durch Körperkontakt oder als Schmierinfektion über Gegenstände, die das Virus tragen wie Handtücher, Kleidung oder Spielzeug.

Typisch ist die Übertragung im Schwimmbad (Baden im warmen Planschbecken) bei kleinen Kindern.

Dellwarzen können z. B. durch Kratzen auf andere Körperteile verbreitet werden. Bei Erwachsenen werden Dellwarzen häufig durch sexuellen Kontakt übertragen.

Häufigkeit

  • Am häufigsten sind Kinder zwischen 2 und 5 Jahren betroffen.
  • Zu Dellwarzen kommt es bei Erwachsenen vor allem durch sexuelle Hautkontakte.
  • Sie kommen relativ häufig bei HIV-positiven Personen vor.
  • Dellwarzen kommen bei allen Geschlechtern gleich häufig vor.

Untersuchungen

Der Ausschlag hat ein charakteristisches Aussehen, sodass die Diagnosestellung in den allermeisten Fällen durch Betrachtung mit dem bloßen Auge gestellt werden kann. In unklaren Fällen kann die Inspektion mit einem Auflichtmikroskop („Dermatoskop“) oder eine mikroskopische Untersuchung nach Entfernung der Hautläsion weiterhelfen.

Behandlung

Dellwarzen heilen von selbst ab und müssen daher nur behandelt werden, wenn die Betroffenen darunter leiden. Wenn die Warzen von alleine abheilen können, sinkt die Gefahr einer Narbenbildung.

Die Dellwarzen können lokal mit Kaliumhydroxid-Lösung behandelt werden, die bis zu 3 Monate auf die Haut aufgetragen werden muss. Eine Alternative ist die Entfernung mittels Kürettage (Abtragen mit dem scharfen Löffel), Vereisen oder Laserentfernung.

Die Behandlungserfolge übersteigen oft nicht die Ergebnisse der Spontanabheilung. Daher ist eine Behandlung sorgfältig zu überdenken, insbesondere bei geringen Befunden und jungem Lebensalter der Patient*innen.

Besteht gleichzeitig eine atopische Dermatitis sollte die Behandlung in einer Hautarztpraxis erfolgen und die Behandlung der Grunderkrankung optimiert werden. Bei Patient*innen mit HIV wird die Infektion am besten durch Einnahme einer spezifischen antiretroviralen Medikation behandelt.

Autorin

  • Susanna Allahwerde, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Berlin

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Dellwarzen/Mollusca contagiosa. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Altmeyer P. Molluscum contagiosum. Online-Enzyklopädie der Dermatologie, Kapitel B08.1. Stand 03.04.2022. Zugriff: 20.07.2022. www.altmeyers.org
  2. Badri T, Gandhi GR. Molluscum Contagiosum. [Updated 2022 May 1]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2022 Jan-. www.ncbi.nlm.nih.gov
  3. BMJ BestPractice. Molluscum contagiosum. Stand Juni 2022. (letzter Zugriff am 20.07.2022). bestpractice.bmj.com
  4. van der Wouden JC, van der Sande R, Kruithof EJ, Sollie A, van Suijlekom-Smit LWA, Koning S. Interventions for cutaneous molluscum contagiosum. Cochrane Database of Systematic Reviews 2017. doi:10.1002/14651858.CD004767.pub4 DOI
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