Blutung nach der Geburt
Blutung nach der Geburt
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren
Was ist eine Blutung nach der Geburt?
Definition
Eine Blutung nach der Geburt (postpartale Blutung) bezeichnet einen erheblichen Blutverlust nach der Geburt. Die Blutung kann sowohl nach vaginalen Geburten als auch nach einem Kaiserschnitt auftreten und ist potenziell lebensbedrohlich, wenn sie nicht schnell behandelt wird. Nach einer vaginalen Entbindung spricht man von einer Blutung nach der Geburt, wenn der Blutverlust mehr als 500 ml beträgt. Bei einem Kaiserschnitt gilt dies ab einem Blutverlust von mehr als 1.000 ml. Von einer schweren Blutung nach der Geburt spricht man bei einem Blutverlust von über 1.000 ml nach einer vaginalen Entbindung.
Eine primäre postpartale Blutung tritt innerhalb von 24 Stunden nach der Entbindung auf. Eine sekundäre postpartale Blutung kann 24 Stunden bis 12 Wochen nach der Entbindung auftreten.
Symptome
Bei der Blutung nach der Geburt kommt es zu einer sichtbaren vaginalen Blutung. Durch einen starken Blutverlust kann es zu einem Kreislaufschock kommen. In diesem Fall wären eine Bewusstseinsstörung, eine schnelle Herzfrequenz (Tachykardie) und ein Blutdruckabfall (Hypotonie) zu erwarten.
Ursachen
Die häufigste Ursache für eine Blutung nach der Geburt ist die sog. Uterusatonie. Dabei zieht sich die Gebärmutter nach der Entbindung nicht ausreichend zusammen, was zu anhaltenden Blutungen aus dem Bereich führt, an dem die Plazenta angehaftet war. Faktoren, die das Risiko einer Uterusatonie erhöhen, sind medikamentöse Geburtseinleitungen sowie sehr lange oder sehr schnelle Geburten. Ein vorausgegangener Kaiserschnitt oder andere Voroperationen können das Risiko steigern.
Zudem können Verletzungen der Vagina, des Gebärmutterhalses (Zervix) oder des Uterus, Dammrisse, Dammschnitte (Episiotomie) sowie das Verbleiben von Plazentaresten in der Gebärmutter und Blutgerinnungsstörungen zu Blutungen führen.
Häufigkeit
Blutungen nach der Geburt mit einem Blutverlust von über 500 ml treten bei etwa 10 % aller Geburten auf. Schwere Fälle, bei denen der Blutverlust über 1.000 ml beträgt, kommen bei 1–2 % der Geburten vor. Die Zahl der Fälle hat zugenommen, vor allem aufgrund häufiger Uterusatonien und der Zunahme von Kaiserschnitten.
Zu einer sekundären (späten) postpartalen Blutung kommt es bei 0,2–2,5 % der Wöchnerinnen.
Untersuchungen
Für die Diagnose ist die Menge des Blutverlustes entscheidend, wobei über 500 ml als Blutung und über 1.000 ml als schwere Blutung gilt.
Um den Blutverlust abzuschätzen, wird empfohlen, alle mit Blut getränkten Materialien wie Unterlagen und Binden zu sammeln und zu wiegen. Hinweise auf die Ursachen können sich aus der Krankengeschichte ergeben. Bei der klinischen Untersuchung wird die Gebärmutter abgetastet, um festzustellen, ob eine Uterusatonie vorliegt. Gebärmutterhals und Vagina werden auf mögliche Risse untersucht. Eine gründliche Untersuchung der Plazenta hilft festzustellen, ob Teile davon in der Gebärmutter verblieben sind. Blutdruck und Puls werden überwacht, um einen möglichen Kreislaufschock zu erkennen.
Laboruntersuchungen wie Blutbild, Gerinnungswerte und eine Blutgasanalyse können helfen, den Blutverlust und mögliche Gerinnungsstörungen festzustellen.
Ein Ultraschall kann eingesetzt werden, um krankhafte Veränderungen des Uterus oder Blutansammlungen in der Gebärmutter zu erkennen.
Behandlung
Das Ziel der Behandlung ist es, die Blutung zu stoppen und Komplikationen zu vermeiden. Sie werden umgehend mit hochgelagerten Beinen in Kopftieflagerung gebracht. Wenn sich die Plazenta nicht gelöst hat, wird die Gebärmutter massiert. Ansonsten wird der Uterus von der Ärztin mit zwei Fäusten von Bauch und Vagina aus komprimiert. Ihnen wird Flüssigkeit über eine Vene verabreicht. Medikamente wie Oxytocin sollen die Gebärmutter dazu bringen, sich zusammenzuziehen und die Blutgefäße zu verschließen (Uterotonika). Auch Medikamente, die die Blutgerinnung unterstützen, können gegeben werden.
Wenn die Blutung nicht gestoppt werden kann, ist u. U. eine Notoperation notwendig. Hierbei kann ein Ballon in die Gebärmutter eingebracht werden, um Druck auszuüben (Tamponade). Oder spezielle Nähte werden platziert, um die Gebärmutter zu komprimieren. Bei radiologischen (bildgebenden) Eingriffen ist es möglich, die Blutung durch einen Ballon, der in die Beckenarterien oder in die Hauptschlagader (Aorta) eingeführt wird, zu reduzieren. Wenn die Blutung nicht anders gestoppt werden kann und das Leben der Mutter gefährdet ist, kann es notwendig sein, die Gebärmutter zu entfernen (Hysterektomie).
Bei erheblichem Blutverlust ist u. U. eine Bluttransfusion notwendig.
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.
Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.
In unserer Gesundheitsdatenbank suchen
Inhaltsverzeichnis anzeigenWissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Wissen, wann genug ist
Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.
Zum Beitrag

Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen
Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.
Zum Beitrag

Sind das die Wechseljahre?
Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind
Zum Beitrag