Bettwanzen

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Was sind Bettwanzen?

Definition

Bettwanzen, mit dem Fachbegriff Cimex lectularius genannt, sind mehrere Millimeter lange, rötlich braune Insekten. Die Weibchen haben eine Größe von etwa 4,5 bis 8,5 mm, die Männchen sind meist etwas kleiner.

Bettwanzen leben vor allem von dem Blut von Säugetieren, bevorzugt dem Menschen, können aber auch Haustiere, Vögel oder Fledermäuse stechen, um eine Blutmahlzeit zu erhalten. Sie gehören zu den sog. Plattwanzen und ähneln in ihrer Farbe und etwas länglichen Form einem Apfelkern.

Die Wanzen leben ganzjährig in bewohnten Innenräumen und sind sehr widerstandsfähig, auch gegen manche Bekämpfungsmittel (Insektizide). Zudem können sie, wenn kein Wirt vorhanden ist, monatelang hungern, ohne zu sterben.

Bettwanze, Cimex_lectularius.jpg
Bettwanze (Cimex lectularius) auf menschlicher Haut bei einer Blutmahlzeit (Quelle: Wikimedia Commons)

Symptome

Bettwanzen stechen in die Haut, um nach Blut zu suchen. Dabei hinterlassen sie zunächst nur kleine blutige Einstiche an unbedeckten Hautregionen, die sich verändern können, je nachdem, wie stark die Betroffenen auf den Stich reagieren. Typisch sind etwa 0,5 cm große, hellrote, stark juckende Hautveränderungen, die etwas anschwellen können. Meist ist noch der punktförmige rote Einstich zu sehen. Da die Wanzen auf Nahrungssuche oft mehrmals stechen, sind die Hautmale oft linienförmig, wie kleine Straßen angeordnet. Bei manchen Menschen bilden sich stark rote, recht große Quaddeln, die bei starkem Befall zu einer großen Schwellung „zusammenfließen“ oder auch eine allergische Reaktion der Haut hervorrufen. Die Hautmale können auch kleine Verhärtungen aufweisen; es können auch mehrere Zentimeter große Pusteln entstehen. Bei anderen Personen können lediglich die winzigen roten Stichstellen zu sehen sein, ohne dass die Haut in der Umgebung sich deutlich verändert.

Bettwanzenstiche_Arm.jpg
Bettwanzenstiche mit typischer Stichstraße (Quelle: Wikimedia Commons)

Manchmal entwickeln sich die deutlichen Hautveränderungen erst etwa 1 Woche nach dem Stich. Typisch ist, dass bei einem erneuten Stich die älteren Stellen wieder anfangen zu jucken. Meist bleiben die Hautveränderungen etwa 10 Tage lang bestehen.

Auch Spuren der Bettwanzen selbst sind zu erkennen: sehr kleine Blutflecken auf der Bettwäsche, kleine schwarze Punkte (Kotspuren) auf dem Lattenrost, Matratze, Schlafsofa, hinter Lichtschaltern oder losen Fußleisten. Manchmal lassen sich auch Reste von gehäuteten Wanzen oder sogar lebendige Wanzen auf Nahrungssuche finden. In stark befallenen Räumen kann ein Geruch nach Bittermandel wahrgenommen werden, den die Bettwanzen abgeben.

Grundsätzlich können kleine Einstiche in der Haut und entsprechend gerötete Hautveränderungen bzw. Pusteln natürlich auch von anderen stechenden oder beißenden Insekten verursacht sein. In manchen Fällen kann auch ein Hautausschlag, etwa wegen eines Virusinfekts (Windpocken), zunächst ähnlich aussehen.

Ursachen

Bettwanzen suchen meist nachts den Menschen auf, um Blut zu saugen, und hinterlassen dadurch stark juckende Hautmale. Soweit bekannt ist, übertragen sie jedoch keine Krankheitserreger.

Die Insekten gelangen in der Regel nicht von einem Menschen zum nächsten, da sie sich nach dem Stich immer wieder irgendwohin zurückziehen, z. B. in Bettritzen, Matratzen, Möbel, hinter Tapeten oder lose Lichtschalter, Kleidungsstücke oder auch Bücher oder andere Gegenstände. Daher verbreiten sich Bettwanzen typischerweise über befallene Gegenstände oder mit dem Reisegepäck. Befindet sich z. B. ein eiertragendes Weibchen auf einem Koffer, den man mit aus einem von Wanzen befallenen Raum nach Hause nimmt, oder in einem gekauften (gebrauchten) Kleidungsstück, so kann dies für einen Befall des eigenen Zimmers ausreichen.

Orte und Räume, in denen sich häufig verschiedene Menschen (mit ihrem Gepäck) aufhalten, sind daher besonders anfällig für einen Bettwanzenbefall: Hotels, Ferienwohnungen, Wohnheime, sonstige Unterkünfte für viele Menschen, aber auch Flugzeuge, Züge, große Schiffe etc. Es besteht kein Zusammenhang mit mangelnder Hygiene – Bettwanzen kommen auch in gepflegten Räumen vor.

Häufigkeit

  • Das Vorkommen von Bettwanzen in geschlossenen Räumen ist weltweit verbreitet und nimmt seit einigen Jahren vor allem in den USA und Australien deutlich zu.
  • Auch in Europa werden immer mehr Fälle bekannt; es gibt jedoch keine verlässlichen Zahlen, weil der Befall nicht meldepflichtig ist.

Untersuchungen

  • Die typischen Hautveränderungen wecken den Verdacht auf Bettwanzen, insbesondere wenn sie nach einer Reise oder dem Kauf von gebrauchten Gegenständen auftreten.
  • Professionelle Schädlingsbekämpfer*innen sollten hinzugezogen werden, um den Befall mit Bettwanzen nachzuweisen. Dazu können z. B. Spürhunde eingesetzt werden.

Behandlung

Medikamente

  • Die Hauterscheinungen können mit einer Lotion, die den Wirkstoff Polidocanol enthält, eingecremt werden.
  • Besteht eine starke allergische Hautreaktion, ist eine Kortisoncreme oft hilfreich.
  • Manchmal wirkt auch Mentholspiritus lindernd.
  • Bei starkem Juckreiz sind Antihistaminika als Tablette zu empfehlen.  

Schädlingsbekämpfung

  • Bei Verdacht auf Befall der Wohnung sind zudem am besten Fachleute für Schädlingsbekämpfung (Kammerjäger*innen) zurate zu ziehen. Diese verfügen über verschiedene Methoden, die Schädlinge wirksam zu bekämpfen. In der Regel werden auch Insektizide eingesetzt.
  • Erwachsene Bewohner*innen sollten weiterhin im befallenen Zimmer übernachten, da sie als Köder dazu beitragen, dass Wanzen aus ihrem Versteck gelockt werden und über die mit Insektiziden behandelten Oberflächen laufen.
  • Nach zwei Wochen wird ein Kontrolltermin angesetzt; bei Bedarf werden die Maßnahmen wiederholt. Häufig müssen mehrere Behandlungen durchgeführt werden, bis keine Wanzen mehr nachweisbar sind.
  • Ggf. ist eine Renovierung der Wohnung sinnvoll, bei der mögliche Verstecke der Wanzen, wie lose Tapeten oder Holzdecken, entfernt werden.
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