Schädigung des Axillarisnervs

Schädigung des Axillarisnervs

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Was ist eine Schädigung des Axillarisnervs?

Definition

Der Axillarisnerv (Nervus axillaris) geht aus dem Rückenmark im Bereich der Halswirbelsäule aus einem Nervenfasergeflecht (Plexus brachialis) hervor. Aus diesem Nervenfasergeflecht entspringen auch andere Nerven zur Versorgung von Schulter und Arm. Der Axillarisnerv verläuft in der Nähe des Schlüsselbeins und dann dicht am Schultergelenk durch die Achselhöhle und am oberen Ende des Oberarmknochens vorbei.

Der Axillarisnerv überträgt Signale aus dem Gehirn und ist zuständig für die Steuerung der Bewegung von zwei Muskeln an der Schulter (Musculus deltoideus und Musculus teres minor). Diese Muskeln ermöglichen uns, den Arm nach außen zur Seite zu drehen und über den Kopf zu heben. Außerdem ist der Axillarisnerv zuständig für das Weiterleiten von Sinnesreizen wie Druck oder Berührung für einen Hautbereich an der Seite der Schulter zurück zum Gehirn.

Eine Schädigung des Nervus axillaris gehört zu der Gruppe von Nervenschäden, die als periphere Neuropathien oder Mononeuropathien bezeichnet werden.

Symptome

Wenn der Axillarisnerv durch Druck geschädigt wird, kommt es zu dumpfen Schmerzen und Kribbeln im Bereich der Schulter vorn und im Bereich des oberen Oberarmes. Die Kraft in der Schultermuskulatur ist vermindert.

Ist der Axillarisnerv länger geschädigt, kann es sein, dass sich der Schultermuskel (Musculus deltoideus) zurückbildet, der von dem Nervus axillaris gesteuert wird. Der Schultermuskel sieht dann kleiner und schwächer aus als auf der anderen Seite (Muskelatrophie).

Ursachen

Meistens entsteht eine Schädigung des Axillarisnervs durch eine mechanische Belastung wie Druck oder Dehnung. Verkehrsunfälle sind die häufigsten Ursachen von Nervenverletzungen. Auch andere Ursachen, die den Axillarisnerv in seinem Verlauf einengen oder verletzen, können zu einer Schädigung führen, z. B.:

  • ein ausgerenktes Schultergelenk (Schulterluxation)
  • ein Knochenbruch im Oberarmknochen (Humeruskopffraktur) oder im Schulterblatt (Skapulafraktur)
  • eine Entzündung der Nerven und des Nervengeflechts (Plexusneuritis)
  • medizinische Eingriffe, z. B. Wiedereinrenken der Schulter (Reposition), Schultergelenkspiegelung (Arthroskopie)
  • eine Druckbelastung auf den Axillarisnerven durch z. B. einen falsch angelegten Gipsverband oder einen falschen Gebrauch von Unterarmgehstützen
  • Fehlbelastungen beim Werfen von Bällen oder langes Schwimmen

Häufigkeit

Es ist nicht klar, wie oft eine Schädigung des Axillarisnervs vorkommt. Selten ist bei einer Verletzung nur der Axillarisnerv allein betroffen. Meist tritt ein Schaden im Rahmen einer Verletzung des Nervengeflechts an der Schulter (Plexus brachialis) auf. Etwa jede 7. Schädigung des Axillarisnervs ist durch einen medizinischen Eingriff bedingt.

Untersuchungen

Im Arztgespräch werden Sie zunächst gefragt, welche Beschwerden Sie haben. Bei einer Schädigung des Axillarisnervs können Sie den Arm nicht mehr so gut oder gar nicht mehr über den Kopf anheben und nach außen drehen. Außerdem werden Sie gefragt, ob sich Ihre Schulter taub anfühlt oder kribbelt. Möglicherweise haben Sie durch eine zugrunde liegende Verletzung Schmerzen in der Schulter.

Nach dem Arztgespräch erfolgt die körperliche Untersuchung. Die Ärzt*innen testen, ob Sie Brührungen im Schulterbereich spüren und ob Sie eine uneingeschränkte Kraft haben, wenn Sie den Arm anheben oder nach außen drehen.

Bei Spezialist*innen

Bei Verdacht auf eine Schädigung des Axillarisnervs werden Sie zu Spezialist*innen überwiesen. Dort wird Ihre Schulter mit Röntgen oder auch MRT (Kernspin) untersucht. Falls notwendig, kann im MRT auch das Nervengeflecht (Plexus brachialis) oberhalb des Axillarisnervs beurteilt werden.

Um zu prüfen, wie schnell die Nerven die Signale weiterleiten, kann eine Neurografie durchgeführt werden, die die Nervenleitgeschwindigkeit misst. In einer Elektromyografie wird die elektrische Aktivität in den Muskeln untersucht. Damit können Ärzt*innen unterscheiden, ob die Ursache der Beschwerden in den Muskeln oder in den Nerven liegt.

Behandlung

Die Behandlung ist von der Ursache der Schädigung des Axillarisnervs abhängig. In den meisten Fällen ist eine Behandlung ohne Operation ausreichend (sog. konservative Therapie). Das bedeutet, dass Ihnen eine Schmerzbehandlung empfohlen wird und die Schulter, z. B. nach einem Wiedereinrenken, vorübergehend für 2–6 Wochen ruhiggestellt wird. Krankengymnastik kann unterstützend verordnet werden.

Geht es Ihnen nach 3 Monaten mit dieser Behandlung noch nicht besser, kann eine Operation erwogen werden. Dafür kann entweder der Axillarisnerv entlastet (Neurolyse) oder wiederhergestellt werden. Dies geschieht durch Überbrückung mit einem Stück aus einem anderen Nerven (Nervenrekonstruktion mittels Nerventransfer/Nerveninterponat).

Das Ergebnis einer Operation am Axillarisnerven ist besser im Vergleich zu Operationen bei anderen Nervenschädigungen. Am besten gelingt die Operation etwa 3–6 Monate nach der Schädigung, aber auch nach mehr als 6 Monaten sind die Ergebnisse noch zufriedenstellend.

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