Außendrehung der Füße, Charlie-Chaplin-Gang
Außendrehung der Füße, Charlie-Chaplin-Gang
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Was ist eine Außendrehung der Füße?
Definition
Die Außendrehung der Füße ist ein häufiges Problem bei Kleinkindern. Eltern erkennen die Fehlstellung in der Regel dann, wenn das Kind damit beginnt aufzustehen, jedoch bevor es laufen kann. Die Füße können in diesem Fall stark nach außen gedreht sein. Beginnt das Kind zu laufen, erinnert der Gang an Charlie Chaplins Gangart.
Meistens zeigen sich die Veränderungen symmetrisch an beiden Füßen. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Normvariante, die sich selbst korrigiert.
Symptome
Die Füße sind stark nach außen gedreht. Dies fällt besonders beim Laufen auf („Charlie-Chaplin-Gang“). Das Kind kann ungeschickt erscheinen und gelegentlich stolpern.
Eine Außendrehung der Füße bei Kindern verläuft in der Regel ohne Beschwerden. Klagt das Kind über Schmerzen in den Beinen, ist eventuell ein hinkendes Gangbild zu erkennen oder nur ein Bein nach außen rotiert, sind andere Grunderkrankungen zu vermuten. Diese sollten ausgeschlossen werden.
Ursachen
Die Außendrehung der Füße wird durch Rotationsabweichungen in den Beinen oder Hüften verursacht. Der Außengang ist auch bei gesunden Kindern zu beobachten und dauert selten an bis in das Jugendalter.
Es sind drei Hauptursachen für Rotationsabweichungen bekannt:
- Steifigkeit im Hüftgelenk (Kontraktur der Hüftmuskulatur) infolge der Beinposition innerhalb der Gebärmutter: Die Hüftgelenke sind nach außen rotiert und können nur begrenzt nach innen gedreht werden. Der Außengang ist typischerweise symmetrisch und normalisiert sich um das 1. Lebensjahr, wenn das Kind zu laufen beginnt.
- Außenrotierter Unterschenkel (Tibiatorsion): Diese Fehlstellung nimmt mit dem Wachstum zu und wird meist zwischen dem 4. und 7. Lebensjahr erkannt. In der Regel treten keine Schmerzen oder Funktionseinschränkungen auf.
- Außenrotierter Oberschenkelhals (Femur-Retrotorsion): Dies ist die seltenste Ursache für eine Außendrehung der Füße und tritt häufiger bei übergewichtigen Kindern auf. Das Hüftgelenk ist dabei stärker nach außen rotiert. Die Fehlstellung kann angeboren sein oder infolge verschiedener Erkrankungen auftreten.
Häufigkeit
Eine Außendrehung der Füße tritt häufig im Säuglingsalter auf. Sie ist jedoch weniger verbreitet als eine Innendrehung.
Untersuchungen
Die Diagnose ist aufgrund der typischen Veränderungen einfach zu stellen. Die meisten Fälle im Säuglingsalter beruhen auf einer Steifigkeit im Hüftgelenk. Veränderungen, die auftreten, wenn das Kind zu laufen beginnt, sind meistens auf Rotationsabweichungen des Schienbeins (Tibia) zurückzuführen. Derartige Veränderungen prägen sich ab dem 3. Lebensjahr tendenziell weiter aus. Rotationsabweichungen des Oberschenkels fallen meist erst später auf.
Ärztliche Untersuchung
- Beine und Gang des Kindes werden untersucht. Dabei werden nach außen gedrehte Füße festgestellt.
- Sind die Veränderungen in der Hüfte lokalisiert, sind die Kniescheiben seitlich nach außen gedreht.
- Bei Veränderungen aufgrund der Rotation des Schienbeins zeigen die Kniescheiben gerade nach vorn.
Bildgebende Untersuchungen
- Röntgenbilder sind in der Regel nicht erforderlich.
- Bildgebende Untersuchungen können eingesetzt werden, um andere Ursachen der Außendrehung auszuschließen.
Behandlung
- Eine Außendrehung der Füße, die durch Steifigkeit im Hüftgelenk verursacht wird, korrigiert sich meist von selbst, wenn das Kind zu laufen beginnt.
- Eine Rotation des Schienbeins oder des Oberschenkels bleibt häufig auch nach dem 5. Lebensjahr bestehen. Halten die Veränderungen noch an, wenn das Kind sich dem Schulalter nähert, sollte das Kind an eine orthopädische Praxis überwiesen werden.
- Konservative Behandlungsmethoden wie der Einsatz von Schienen bleiben ohne Wirkung.
- Physiotherapie kann jedoch helfen, das Gangmuster zu verbessern.
- Nur in seltenen Fällen, wenn Schmerzen und andere Beschwerden auftreten, wird ein chirurgischer Eingriff empfohlen.
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