Anal- und Rektumprolaps

Anal- und Rektumprolaps

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Was sind Analprolaps und Rektumprolaps?

Definition

Der Begriff „Enddarmvorfall“ (Enddarmprolaps) umfasst Analprolaps und Rektumprolaps. Beim Analprolaps treten Haut und Schleimhaut des unteren Teils des Enddarms durch den Anus aus, maximal 1–2 cm. Dies entspricht Hämorrhoiden Grad IV.

Rektumprolaps bezeichnet dagegen das Austreten größerer Teile des Enddarms (aller Schichten der Darmwand, bis zu 10 cm).

Symptome 

Das häufigste Symptom ist, dass Betroffene merken, wie sich ein Stück des Darms herausstülpt, wenn sie auf der Toilette sitzen, oder in anderen Situationen, in denen sich der Druck im Bauchraum erhöht (z. B. beim Husten, in der Hocke sitzen oder bei längerem Stehen).

Bei einem Analprolaps kommt es zu Stuhlschmieren, Nässen, Juckreiz und evtl. Blutungen. Schmerzen treten selten auf.

Ein Rektumprolaps verursacht Schmerzen beim Stuhlgang, schleimigen oder blutigen Ausfluss sowie Stuhlinkontinenz. Aber auch fehlender Stuhldrang und Verstopfung können vorkommen.

Ursachen

Die Ursache von Hämorrhoiden ist weitgehend ungeklärt. Ob ballaststoffarme Nahrung, VerstopfungÜbergewicht oder eine Schwangerschaft die Entstehung von Hämorrhoiden begünstigen, ist strittig.

Wenn Bänder und Muskeln des Beckenbodens geschwächt sind, kann ein Rektumprolaps begünstigt werden. Ein Rektumprolaps tritt häufiger bei Frauen, nach vaginalen Entbindungen, bei Überlastung und im hohen Alter auf.

Häufigkeit

Ein Rektumprolaps kommt selten vor. Pro Jahr sind 2,5 von 100.000 Personen betroffen. Am häufigsten tritt er bei älteren Frauen auf, er kann jedoch in allen Altersgruppen vorkommen.

Untersuchungen

Bei der ärztlichen Untersuchung ist die ausgetretene Anal- oder Rektumschleimhaut sichtbar. Zudem wird der Enddarm vorsichtig abgetastet.

Zusätzliche Untersuchungen wie Endoskopie, Ultraschall, MRT oder CT liefern weitere Informationen.

Behandlung

Ziel der Behandlung ist, die Beschwerden zu lindern und ein Voranschreiten der Erkrankung zu verzögern.

Analprolaps

  • Ein Analprolaps wird wie andere Beschwerden bei Hämorrhoiden behandelt.
  • Sie können Salben oder Zäpfchen mit Kortison oder schmerzlindernden Wirkstoffen (z. B. Lidocain) anwenden. Diese können die Beschwerden vorübergehend lindern, vergrößerte Hämorrhoiden aber nicht verkleinern.
  • Wenn die Beschwerden anhalten, kann eine Operation erwogen werden.

Rektumprolaps

  • Ein Rektumprolaps sollte operiert werden. Ohne einen Eingriff würden die Beschwerden meist zunehmen.
  • Verschiedene chirurgische Verfahren werden verwendet.
  • Bei der sog. Rektopexie wird das Rektum „hochgezogen“ und am Kreuzbein (Sakrum) befestigt.
  • Ein Verfahren, das vorzugsweise bei älteren Personen angewandt wird, ist die Entfernung des „überschüssigen“ Teils der Schleimhaut. In anderen Fällen werden alle Schichten der Darmwand operativ entfernt.

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Anal- und Rektumprolaps. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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