Vogelgrippe
Vogelgrippe
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Was ist die Vogelgrippe?
Definition
Die Vogelgrippe ist eine Infektion mit Influenza-A-Viren, die vorrangig bei Vögeln vorkommen. In der Regel zirkulieren die Viren in Wildvogel-Populationen (am häufigsten bei Enten und Wattvögeln), mitunter gibt es Übertragungen auf Geflügel, wo sie Epidemien auslösen.
Die Übertragung auf andere Tiere oder den Menschen ist selten, bei engem Kontakt aber möglich.
Symptome
Die Vogelgrippe beginnt bei den meisten Patient*innen mit Fieber, Husten und Atemnot. Auch Übelkeit, Erbrechen und insbesondere Durchfall werden beobachtet. Dazu können Kopf- und Muskelschmerzen sowie ein deutliches Krankheitsgefühl wie bei der saisonalen Grippe kommen.
Ursachen
Voraussetzung für eine Vogelgrippe-Infektion ist ein enger Kontakt mit an der Vogelgrippe erkranktem oder verendetem Geflügel sowie deren Produkten oder Ausscheidungen. Für die Infektion mit der Vogelgrippe sind vermutlich große Virusmengen notwendig. Eine Übertragung zwischen Menschen kommt nur in Ausnahmefällen vor.
Häufigkeit
Die Vogelgrippe ist bei Menschen sehr selten. Seit 2003 wurden weltweit 2.600 Infektionen und 1.100 Todesfälle nachgewiesen. Die meisten davon im asiatisch-pazifischen Raum. In Deutschland sind bisher keine Erkrankungen beim Menschen registriert worden. Nachweise der Viren gibt es bisher ausschließlich bei Wildvögeln und Geflügel sowie vereinzelt bei fleischfressenden Wildtieren, die sich vermutlich an verendeten Wildvögeln infiziert haben.
Derzeit gibt es keine Hinweise, dass sich die Vogelgrippe gut von Mensch-zu-Mensch überträgt, und die Gefahr einer weltweiten Pandemie ist äußerst gering. Grundsätzlich besteht jedoch die Möglichkeit, dass sich die Viren durch Mutationen so verändern, dass eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung möglich wird. Zudem wird befürchtet, dass sich ein gewöhnliches Grippevirus mit einem Vogelvirus verbindet und ein völlig neues Virus entsteht, gegen das beim Menschen keine Immunität besteht. Ähnliches ist im Fall der Asiatischen Grippe (1957–1958) und der Hongkong-Grippe (1968–1970) bereits passiert. Aus diesem Grund wird die Entwicklung der Vogelgrippe-Viren und Übertragungen auf den Menschen genau beobachtet.
Untersuchungen
Die Diagnose Vogelgrippe ergibt sich aus der typischen Krankengeschichte (Kontakt mit erkrankten Tieren in Ländern, in denen die Vogelgrippe auftritt und Vorliegen von Grippe-Symptomen) sowie einem Rachen- oder Nasenabstrich. Dieser wird am Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für Influenzaviren im Robert Koch-Institut untersucht. Das Ergebnis liegt innerhalb weniger Stunden vor.
Behandlung
Die Behandlung der Vogelgrippe erfolgt mit Medikamenten, die sich gegen das Virus richten (Neuraminidasehemmer). Diese Medikamente sind allerdings nur eingeschränkt wirksam. Sie können die Schwere der Symptome abschwächen, Komplikationen vermindern und die Erkrankungsdauer verkürzen. Wichtig ist, dass die Therapie innerhalb von 2 Tagen, nachdem die Grippe-Symptome aufgetreten sind, begonnen wird. Ergänzend erfolgt eine Behandlung der Symptome und individuellen Beschwerden.
Ist der Gasaustausch über die Lunge beeinträchtigt (respiratorischer Insuffizienz), erhalten Patient*innen Sauerstoff oder werden künstlich beatmet.
Eine antibiotische Therapie kann das zusätzliche Auftreten einer bakteriellen Lungenentzündung vermeiden.
Autorin
- Carina Steyer, Medizinjournalistin, Wien
Quellen
Literatur
Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Fugleinfluensa. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.
- Centers for Disease Control and Prevention. Information on Bird Flu. Page last reviewed: June 14, 2022. www.cdc.gov
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- Li KS, Guan Y, Wang J, et al. Genesis of a highly pathogenic and potentially pandemic H5N1 influenza virus in eastern Asia. Nature 2004; 430: 209-13. PubMed
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- Smittevernveilederen. Fugleinfluensa - veileder for helsepersonell. Folkehelseinstituttet, sis oppdatert 10.08.2017. fhi.no
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