Vasa praevia

Vasa praevia

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren

Was sind Vasa praevia?

Definition

Vasa praevia bezeichnet eine seltene Schwangerschaftskomplikation, bei der fetale Blutgefäße ungeschützt auf den Eihäuten verlaufen, anstatt geschützt in der Nabelschnur. Diese Blutgefäße liegen zwischen Fötus und Gebärmutterhals (Zervix) und können bei einem Blasensprung oder bei der Eröffnung der Fruchtblase reißen, was zu schweren Blutungen beim Fötus führen kann.

Symptome

Das typische Symptom ist die schmerzlose Blutung, die mit der Eröffnung der Fruchtblase oder dem spontanen Blasensprung einsetzt. Das Blut stammt vom Fötus. Das durchschnittliche Blutvolumen eines gesunden Neugeborenen nach der Entbindung liegt bei nur ca. 250 ml, weshalb eine solche Blutung rasch lebensbedrohlich werden kann. Ein Anzeichen für Vasa praevia kann ein verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) des Fötus sein, der durch Kompression der ungeschützten Gefäße verursacht wird.

Ursachen

Die zugrunde liegende Ursache ist unbekannt. Als Risikofaktoren gelten Anomalien der Plazenta (Mutterkuchen) wie Insertio velamentosa: Hier setzen die Nabelschnurgefäße nicht direkt an der Plazenta an, sondern verlaufen auf den Eihäuten (Embryonalhüllen) in die Plazenta. Weitere als Risikofaktoren geltende Plazentaanomalien sind eine zweilappige Plazenta, ein kleiner zusätzlicher Plazentalappen (akzessorischer Plazentalappen) oder eine tief liegende Plazenta. Auch künstliche Befruchtung und Zwillingsschwangerschaften sind Risikofaktoren.

Häufigkeit

Vasa praevia sind eine sehr seltene Komplikation und treten bei etwa 1 von 2.500 Geburten auf.

Untersuchungen

Bei Schwangeren mit Risikofaktoren wird ein Ultraschall im zweiten Schwangerschaftsdrittel (Trimenon) empfohlen. Dieser sollte mit der sog. Farbdoppler-Funktion sowohl transabdominal (durch die Bauchdecke) als auch transvaginal (durch die Vagina) durchgeführt werden. Im dritten Trimenon sollte die Diagnose überprüft werden, da sich Vasa praevia spontan zurückbilden können.

Wenn Vasa Praevia nicht vor der Geburt diagnostiziert werden, ist während der Geburt ein Abfall der Herzfrequenz (Bradykardie) des Fötus in der Kardiotokografie (CTG, dabei wird die Herzfrequenz des Fötus und die Wehentätigkeit aufgezeichnet) ein mögliches Anzeichen.

Behandlung

Sind Vasa praevia vor der Geburt bekannt, wird frühzeitig, oft zwischen der 34. Und 36. Schwangerschaftswoche, ein geplanter Kaiserschnitt (elektive Sectio) empfohlen. In einigen Fällen, wie bei Zwillingsschwangerschaften oder anderen Risikofaktoren für Frühgeburt, kann der Kaiserschnitt früher erfolgen. Ab der 30. Schwangerschaftswoche wird besonders bei Mehrlingsschwangerschaften, Risikofaktoren für Frühgeburt und Blutungen in der Schwangerschaft eine Überwachung im Krankenhaus empfohlen.

Bei vorzeitigem Blasensprung oder Wehen im lebensfähigen Schwangerschaftsalter sollte schnellstmöglich ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. Wird die Diagnose Vasa praevia während der Geburt gestellt, ist unverzüglich ein Notkaiserschnitt erforderlich, um das Leben des Fötus zu retten.

Logo von Deximed

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.

Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.

In unserer Gesundheitsdatenbank suchen

Inhaltsverzeichnis anzeigen

Wissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Stopp
Gesundheit
Wissen, wann genug ist

Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.


Zum Beitrag
Heuschnupfen
Gesundheit
Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen

Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.


Zum Beitrag
Frau mit Hitzewallung
Gesundheit
Sind das die Wechseljahre?

Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind


Zum Beitrag

Kontaktieren Sie uns

Haben Sie Fragen zu den hausärztlichen Praxen?fragen@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Haben Sie Fragen zum Hausarztprogramm?hausarztprogramm@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Möchten Sie eine detaillierte Beratung zum Programm?Dann rufen Sie uns an.

Jetzt anrufen
TeamPraxisHausärtzinnen- und Hausärzteverband

TeamPraxis ist das Portal der hausärztlichen Praxen in Deutschland. Denn Gesundheit ist Teamsache.

Sie sind Ärzt*in und haben Interesse am Hausarztprogramm?
Informieren Sie sich unter www.hzv.de.