Trockene Nasenschleimhaut (Rhinitis sicca)

Trockene Nasenschleimhaut (Rhinitis sicca)

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Was ist die Rhinitis sicca?

Definition

„Rhinitis“ bedeutet Entzündung der Nasenschleimhaut und „sicca“ bedeutet trocken. Die Rhinitis sicca ist also eine Bezeichnung für eine anhaltende oder chronische Erkrankung mit Trockenheit, Verwundbarkeit und Reizung in der Nase. Auf der Nasenschleimhaut können sich trockene Krusten bilden.

Die Erkrankung ist unzulänglich abgegrenzt und definiert. Sie umfasst verschiedene Nasenbeschwerden: Rhinitis sicca anterior, primäre und sekundäre Rhinitis atrophicans, Rhinitis atrophicans cum foetore („Stinknase”) und das „Empty-Nose-Syndrom“.

Symptome

Die ausgeprägtesten Symptome sind eine trockene Nase und eine verkrustete Nasenschleimhaut ohne ausreichende Bildung von Nasensekret. Durch die Verkrustung kann die Nase verstopfen, was unangenehm sein kann. Die Nase fühlt sich gereizt an und kann jucken und brennen. Gelegentlich treten auch Riechstörungen auf. Durch die Reizung der Schleimhaut kann es bei einer Rhinitis sicca zu Nasenbluten kommen.

Bei bestimmten Formen der Erkrankung (Rhinitis atrophicans) können übelriechende Krusten entstehen, die zur sog. „Stinknase” führen.

Ursachen

Mögliche Ursachen für eine trockene Nasenschleimhaut können verschiedene Krankheiten (z. B. Autoimmunerkrankungen), innere und äußere Faktoren sowie Umweltfaktoren sein. Ständiges Einatmen von trockener und staubiger Luft, warme, trockene Räume oder Umgebungen, reizende Dämpfe, Zigarettenrauch, Arbeit mit Chrom, Schnupfen von Kokain oder Schnupftabak, Nebenwirkungen von Medikamenten und mechanische Reizungen (Nasebohren) gehören zu den häufigsten Ursachen. Die Beschwerden können auch als Komplikation nach einer Nasenoperation oder nach einer Strahlentherapie im Bereich der Nase auftreten.

Häufigkeit

Es gibt keine aussagekräftigen Daten zur Häufigkeit, die Erkrankung ist jedoch nicht selten und betrifft häufiger Frauen.

Untersuchungen

  • Die o. g. Symptome sind typisch für die Erkrankung. Bei der ärztlichen Untersuchung zeigt sich eine trockene Schleimhaut, die mit Krusten bedeckt sein kann.
  • Mit Allergietests kann u. a. eine Allergie gegen Hausstaubmilben festgestellt werden.
  • Ggf. werden Blutuntersuchungen veranlasst, um zugrunde liegende Erkrankungen auszuschließen.
  • HNO-Ärzt*innen können eine Nasenspiegelung sowie eine gründliche Untersuchung der Schleimhaut und der Nasenhöhle durchführen.
  • Wenn der Verdacht einer Erkrankung der Nasennebenhöhlen besteht, kann zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt werden.

Behandlung

  • Die Nasenschleimhaut sollte befeuchtet und gepflegt werden. Empfohlen werden Nasenpflegesprays mit Salzwasser, Dexpanthenol oder Hyaluronsäure.
  • Kommt es zu einer bakteriellen Infektion in der Nase, d. h. die Haut ist rot und geschwollen, eventuell mit Pickeln im Nasenloch, sollten Sie ärztlichen Rat suchen. In der Regel wird eine antibiotikahaltige Salbe verschrieben, z. B. mit dem Wirkstoff Mupirocin.

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Rhinitis sicca. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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