Stumpfe Gewalteinwirkung auf das Auge
Stumpfe Gewalteinwirkung auf das Auge
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Was ist eine stumpfe Gewalteinwirkung auf das Auge?
Definition
Gemeint ist in diesem Fall eine Schädigung des Auges durch einen Schlag oder Aufprall, ohne dass der Augapfel durchstoßen wird (medizinisch: Augenkontusion).
Symptome
- Schmerzen und Schwellung am betroffenen Auge
- Manchmal ein Doppeltsehen mit dem geschädigten Auge oder Ausfälle im Gesichtsfeld (wie ein Vorhang der Teile der Sicht verdeckt).
- Hinweise auf eine schwerere Verletzung können Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, sowie Lähmungen sein.
Ursachen
- Bei jungen Männern häufiger körperliche Auseinandersetzungen mit Faustschlägen
- Sportverletzung (wenn der Ball das Auge trifft, z. B. beim Tennis oder Squash)
- Verletzungen am Arbeitsplatz
- Autounfall mit Aufprall auf Airbag
- Bei älteren Menschen oft Stürze
Häufigkeit
Genaue Daten zur Häufigkeit in Deutschland gibt es nicht. Weltweit sind es laut der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 55 Mio. Fälle im Jahr. Mehr als 2/3 davon betreffen junge Männer, das Durchschnittsalter liegt bei 30–33 Jahren.
Untersuchungen
In der Hausarztpraxis
Das medizinische Personal wird sich nach den näheren Umständen des Unfalls und dem Befinden der Person erkunden:
- Bestehen Schmerzen, womöglich sogar Übelkeit und Erbrechen oder Verwirrtheit?
- Wie ist es zu der Verletzung gekommen (Gewalt, Unfall, Sturz etc.)? Gibt es andere Personen, die den Hergang beobachtet haben?
- War die Person womöglich bewusstlos, wenn wie lange?
- Nimmt die Person Gerinnungshemmer ein?
- Gibt es eine aktuelle Tetanusimpfung?
- Ist das Auge schon einmal operiert worden?
- Sieht die Person mit dem betroffenen Auge doppelt?
Bei der Untersuchung des betroffenen Auges geht es um folgende Fragen:
- Gibt es andere Symptome wie Schwindel oder Lähmungen?
- Sind das Nasenbein, die Augenhöhle, Schädel und Wirbelsäule mitbetroffen?
- Handelt es sich womöglich um eine bakterielle Entzündung der Augenhöhle (Verwechslung mit einer Schwellung durch Gewalteinwirkung)?
- Reagiert die Pupille auf Licht?
- Ist die Sehschärfe weiterhin normal?
Ist eine stumpfe Gewalteinwirkung diagnostiziert, wird die Hausarztpraxis Kontakt zu einem spezialisierten Zentrum für Augenheilkunde aufnehmen. Das ist selbst dann wichtig, wenn keine oder wenige akute Beschwerden auftreten. Denn diese können auch mit größerer Zeitverzögerung entstehen und schlimmstenfalls zum Erblinden des Auges führen.
Bei Spezialist*innen
Dort können weitergehende Untersuchungen vorgenommen werden:
- Augenspiegelung zur Untersuchung des Augenhintergrunds, insbesondere der Netzhaut, des Sehnervs und der Blutgefäße
- Spaltlampenuntersuchung zur mikroskopischen Beurteilung der Gewebeschichten des Auges, einschließlich Hornhaut, Linse und Netzhaut
- Genaue Ermittlung der Sehfähigkeit
- Messung des Augeninnendrucks
- Computertomografie (CT) der Augenhöhle oder Ultraschall
- Messung der elektrischen Aktivität in der Netzhaut und den Sehnerven
Behandlung
- In der Hausarztpraxis wird das Auge zunächst gekühlt, und es werden ggf. Schmerzmittel verabreicht. Wenn möglich und falls vorhanden wird auch die Kontaktlinse aus dem Auge entfernt.
- Die weitere Behandlung erfolgt mit entzündungshemmenden Salben, Antibiotika oder auch Medikamenten zur Senkung des Augeninnendrucks.
- Bei bestimmten Verletzungen ist eine Operation erforderlich. Diese richtet sich nach Art und Ausmaß der Verletzung.
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