Akute Sprunggelenksverletzungen
Akute Sprunggelenksverletzungen
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Was ist eine akute Sprunggelenksverletzung?
Definition
Akute Sprunggelenksverletzungen sind plötzlich aufgetretene Verletzungen der Bänder und Knochenstrukturen des Sprunggelenks. Am häufigsten ist der seitliche Bandapparat betroffen. Je nach Vorgeschichte können Bandverletzungen in akut, chronisch oder „Second Stage“ (akute Ruptur nach ausgeheilter zurückliegender Bandruptur) eingeteilt werden. Die Einteilung der Bandverletzungen bezieht sich auf das Ausmaß der Verletzung:
- Grad 1: Verletzung ohne Riss des Bandkomplexes oder Instabilität
- Grad 2: teilweiser Riss des Bandkomplexes mit ggf. leichter bis moderater Instabilität des Gelenks
- Grad 3: vollständiger Riss des Bandkomplexes mit Instabilität des Gelenks
Symptome
Bei der häufigsten Sprunggelenksverletzung, dem Umknicken, kommt es zu akuten Schmerzen an der Außenseite des Sprunggelenks. Typisch sind zudem Schwellung und Druckschmerz über der verletzten Struktur.
Ursachen
Die häufigste Ursache für Sprunggelenksverletzungen ist das Umknicken, ein sog. Inversionstrauma. Die entgegengesetzte Bewegung wird als Eversion bezeichnet. Frühere Verletzungen des Sprunggelenks begünstigen Folgeverletzungen aufgrund einer möglicherweise gestörten Eigenwahrnehmung des Körpers und einer unzureichenden Ausheilung des Bandapparats. Auch ein schlechter Trainingszustand bzw. Unerfahrenheit mit der ausgeübten Sportart sowie sportliche Aktivitäten mit einem möglichen Kontakt der Füße, z. B. Fußball, erhöhen das Risiko für Sprunggelenksverletzungen. Weitere Ursachen sind Fehlstellungen wie ein Hohlfuß, verkürzte Muskeln und Adipositas.
Häufigkeit
Es wird geschätzt, dass pro Tag 1 Sprunggelenksverletzung pro 10.000 Personen auftritt. Bei gewissen Sportarten, insbesondere im Wettkampf, ist die Häufigkeit deutlich erhöht, z. B. treten in 1.000 Stunden Wettkampf-Fußball 35 Sprunggelenksverletzungen auf.
Das Auftreten ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen am häufigsten. Bis 30 Jahre sind Männer häufiger betroffen, über 30 Jahre häufiger Frauen.
3/4 der Sprunggelenksverletzungen betreffen den seitlichen Bandkomplex. Der Anteil der Knochenbrüche bei akuten Sprunggelenksverletzungen liegt bei < 15 %.
Untersuchungen
- Im Untersuchungsgespräch wird der Verletzungsmechanismus erfragt, der Zeitpunkt der Verletzung, der genaue Ort der Schmerzen und ein mögliches subjektives Instabilitätsgefühl.
- Zudem wird erhoben, ob eine Belastung direkt nach der Verletzung möglich war, vorherige Verletzungen des betroffenen Sprunggelenks vorliegen oder eine berufliche/sportliche Belastung der Sprunggelenke besteht.
- Die beiden Füße werden entkleidet und im Seitenvergleich hinsichtlich Durchblutung, Beweglichkeit, Berührungsempfindlichkeit und Schwellungen untersucht.
- Auch das Gangbild wird überprüft.
- Es werden verschiedene Strukturen im Sprunggelenk abgetastet und Funktionstests durchgeführt.
- 3–5 Tage nach der Verletzung erfolgt eine Nachuntersuchung, bei der Schwellung und Schmerzen oft im Abklingen und die verschiedenen Tests noch aussagekräftiger sind.
- Eine Röntgenuntersuchung ist nur nötig, wenn ein Druckschmerz an bestimmten Punkten am Sprunggelenk besteht.
- Hinweise auf die Art der Verletzung kann auch eine Ultraschalluntersuchung geben.
- MRT und CT sind nur in Ausnahmefällen zum Nachweis von Begleitverletzungen nötig.
Behandlung
PECH-Regeln
Folgen Sie in den ersten 2–4 Tagen nach der Verletzung den PECH-Regeln:
- P – Pause
- Das verletzte Gelenk sollte ruhiggestellt und entlastet werden.
- Die ersten Tage nach der Verletzung sollten Sie den betroffenen Körperteil schonen, indem Sie z. B. Gehhilfen wie Krücken nutzen.
- E – Eis
- Das verletzte Gelenk sollte gekühlt werden. Eis oder Kältepackungen sollten niemals auf die nackte Haut gelegt, sondern stets zuvor in ein Handtuch eingewickelt werden.
- Ist kein Eis zur Hand, kann auch ein in kaltes Wasser getränktes Handtuch zum Kühlen genutzt werden.
- C – Compression
- Legen Sie mithilfe eines elastischen Verbands o. Ä. einen Kompressionsverband an.
- H – Hochlagern
- Das verletzte Gelenk sollte erhöht gelagert werden, sodass es sich oberhalb des restlichen Körperniveaus befindet.
Unterstützende Maßnahmen
- Für 5–6 Wochen sollte eine Schiene das verletzte Gelenk unterstützen. Dabei ist Vollbelastung möglich.
- Beim Sport sollte für 6 Monate eine Schiene oder ein Tape-Verband getragen werden.
- Physiotherapie ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung und Regeneration. Eine frühzeitige Durchführung von Übungen ohne Belastung bereits in den ersten Tagen nach der Verletzung sorgt für einen schnelleren Funktionsrückgewinn und hilft, chronische Instabilitäten und Wiederholungsverletzungen zu vermeiden.
Medikamente
- Bei Schmerzen können Sie entzündungshemmende Schmerzmedikamente (NSAR) oder Paracetamol einnehmen. Diese sind sowohl rezeptfrei als auch verschreibungspflichtig erhältlich.
- Medikamente zur Vorbeugung von Thrombembolien sind nur selten nötig.
Operation
- Eine Operation ist in der Regel nur bei sehr schweren Verletzungen (offener Bruch, Ausrenkung) notwendig.
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