Schwangerschaftserbrechen
Schwangerschaftserbrechen
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Was ist Schwangerschaftserbrechen?
Definition
Die gewöhnliche Schwangerschaftsübelkeit beginnt in der Regel in der 4.–7. Schwangerschaftswoche. Die Beschwerden nehmen häufig bis zur 9. Woche zu und klingen anschließend allmählich ab. Bei den meisten Frauen verschwinden die Beschwerden zwischen der 12. und 15. Woche vollständig. In einigen Fällen kann die Übelkeit über einen längeren Zeitraum fortdauern.
Nur in seltenen Fällen kommt es durch das Erbrechen zu schwerwiegenden Auswirkungen auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Betroffenen (sog. Hyperemesis gravidarum).
Symptome
Nur ein kleiner Teil der Betroffenen hat lediglich am Morgen Symptome, bei 80 % ist die Übelkeit ganztägig vorhanden. Zusätzlich kann Erbrechen auftreten.
Wenn sich die Beschwerden so weit verschlimmern, dass es zu Komplikationen kommt, sprechen Ärzt*innen von Hyperemesis gravidarum (unstillbares Schwangerschaftserbrechen). Bei dieser Erkrankung sind Übelkeit und Erbrechen derart gravierend, dass sich der Allgemeinzustand der Schwangeren verschlechtert. Die Beschwerden können so ausgeprägt sein, dass die Betroffene weder flüssige noch feste Nahrung bei sich behalten kann, es drohen Gewichtsverlust und Austrocknung.
Ursachen
Übelkeit und Erbrechen sind normale Symptome im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Übelkeit kann das erste Anzeichen für eine Schwangerschaft sein. Die Ursache ist unbekannt. Vermutlich besteht ein Zusammenhang mit den hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft. Psychische Faktoren können die Beschwerden beeinflussen.
Eine eingeschränkte Beweglichkeit im Magen-Darm-Trakt und eine Infektion mit Helicobacter pylori können die Beschwerden hervorrufen. Übelkeit kann auch in Verbindung mit Verdauungsbeschwerden, Gallen- oder Harnwegserkrankungen oder einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten. Andere Erkrankungen sollten daher ausgeschlossen werden.
Häufigkeit
Bei 75 % aller Schwangeren tritt im Laufe der Schwangerschaft Übelkeit und/oder Erbrechen auf, während Hyperemesis gravidarum nur bei etwa 1 % beobachtet wird.
Untersuchungen
- Anhand der Anamnese und der Symptome wird der Schweregrad beurteilt.
- Bei der ärztlichen Untersuchung werden insbesondere eine mögliche Gewichtsabnahme und der Allgemeinzustand überprüft.
- Ergänzend können Blut- und Urinuntersuchungen durchgeführt werden.
- Wenn die Übelkeit später im Verlauf der Schwangerschaft einsetzt, ziehen die behandelnden Ärzt*innen auch andere Ursachen in Erwägung.
Behandlung
- In einigen Fällen sind die Beschwerden so stark, dass eine Krankschreibung sinnvoll ist.
- Bei reduziertem Allgemeinzustand, bei Anzeichen von Austrocknung oder bei einer Gewichtsabnahme von mehr als 5 % des Ausgangsgewichts vor Beginn der Schwangerschaft wird die Aufnahme in ein Krankenhaus empfohlen.
Medikamente
- Wenn andere Maßnahmen (s. u.) nicht ausreichen, wird eine medikamentöse Behandlung empfohlen.
- Vitamin-B6-Tabletten sind bei Übelkeit nachweislich wirksam und können von Schwangeren in einer Dosierung von täglich 2–3-mal 20 mg eingenommen werden.
- Gegen Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft können Sie Antihistaminika (Doxylamin oder Dimenhydrinat) einnehmen. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass diese Arzneimittel Fehlbildungen hervorrufen. Als Nebenwirkung können jedoch Müdigkeit und Schläfrigkeit auftreten.
- Zudem gibt es Kombipräparate aus Vitamin B6 und Doxylamin.
Weitere Maßnahmen
- Sie können auch probieren, ob Ihnen Ingwer hilft.
- Auch Akupressur eines Punktes am Handgelenk kann die Symptome verbessern.
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