Rachitis

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Was ist Rachitis?

Definition

Bei Rachitis, auch als „Englische Krankheit“ bezeichnet, handelt es sich in den meisten Fällen um einen ausgeprägten und lang anhaltenden Vitamin-D-Mangel bei Kindern. Der Körper benötigt Vitamin D für die Aufnahme von Kalzium und Phosphat, die für den Knochenaufbau von Kindern unerlässlich sind. Ein Mangel an Vitamin D wirkt sich vor allem auf die Wachstumsfugen der Röhrenknochen aus, mit der Folge einer Wachstumshemmung und verzögerten Skelettentwicklung. 

Symptome

Symptome treten in erster Linie bei Säuglingen/Kleinkindern und in der Pubertät zutage. Dies hängt mit dem raschen Wachstum während dieser Lebensphasen zusammen. Besonders charakteristische Befunde sind gebogene Beine (O-Beine), Veränderungen der Rippen, weiche Schädelknochen und eingeschränktes Längenwachstum. Auch Muskelschwäche oder Krämpfe können auftreten. Manchmal zeigt sich auch eine erhöhte Infektanfälligkeit.

Ursachen

Die Rachitis wird in den meisten Fällen durch einen Mangel an Vitamin D verursacht. Ein Vitamin-D-Mangel führt zu einer nicht ausreichenden Mineralisation der Knochen, da über den Darm zu wenig Kalzium aufgenommen wird. In der Regel bildet der Körper mithilfe von Sonnenlicht (UV-B-Strahlung) in der Haut 80–90 % des Vitamins selbst. Die Ernährung trägt mit ca. 10–20 % nur einen relativ geringen Anteil zur Vitamin-D-Versorgung bei.

Säuglinge und Kleinkinder sollen möglichst vor Sonnenlicht geschützt werden. Daher sind sie besonders für einen Vitamin-D-Mangel gefährdet. Auch Menschen mit dunkler Hautfarbe, die in Mittel- und Nordeuropa leben, haben ein erhöhtes Risiko für Vitamin-D-Mangel. Dunkle Pigmentierung lässt weniger Sonnenlicht durch die Haut eindringen, und die Sonneneinstrahlung ist in den nördlichen Breiten geringer, sodass weniger Vitamin D gebildet werden kann.

Weitere Ursachen für eine Rachitis können neben unzureichender Aufnahme von Kalzium und Vitamin D auch angeborene Störungen des Vitamin-D- oder Phosphat-Stoffwechsels sein.

Häufigkeit

Rachitis ist in Deutschland sehr selten geworden. Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund sind häufiger von einem Vitamin-D-Mangel betroffen. Sowohl Jungen als auch Mädchen, die aus der Türkei oder dem arabischen Raum stammen, haben ein erhöhtes Risiko für Rachitis.

Untersuchungen

  • Das Kind wird sorgfältig untersucht.
  • Blutuntersuchungen können auffällige Werte von Kalzium, Phosphat, Vitamin D, alkalischer Phosphatase und Parathormon (Nebenschilddrüsenhormon) aufdecken.
  • Röntgenaufnahmen der linken Hand und des linken Knies zeigen typische Veränderungen.
  • Bei Verdacht auf eine angeborene Störung des Vitamin-D-Stoffwechsels kann eine Untersuchung des Erbguts auf spezifische Veränderungen (Mutationen) durchgeführt werden.

Behandlung

  • Ziel der Therapie ist, den Vitamin- und Mineralstoffmangel zu beheben und Komplikationen zu verhindern.
  • Die tägliche Einnahme eines höher dosierten Vitamin-D-Präparats und von Kalzium über 12 Wochen reicht aus, um einen akuten Mangel zu beheben und die körpereigenen Reserven wieder zu füllen.
  • Danach sollte bei Kindern im 1. Lebensjahr die übliche vorbeugende Behandlung mit Vitamin D erfolgen (s. u.).
  • Bei angeborenen Störungen des Vitamin-D-Stoffwechsels wird lebenslang täglich die aktive Form des Vitamin D und ggf. Kalzium zugeführt.
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