Q-Fieber

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Was ist das Q-Fieber?

Definition

Das Q-Fieber ist eine seltene bakterielle Erkrankung, die durch das Bakterium Coxiella burnetii hervorgerufen wird. Das Bakterium kommt vor allem in Schafen, Ziegen und Rindern vor. Damit handelt es sich um eine Zoonose, d. h. eine Erkrankung von Tieren, die auch auf Menschen übertragen werden kann. Sie kann zu unterschiedlichen Beschwerden führen, am häufigsten sind Fieber, Schüttelfrost und Husten.

Symptome

Die Symptome treten in der Regel 2–4 Wochen nach der Ansteckung auf. Nur etwa die Hälfte der infizierten Patient*innen zeigt überhaupt Beschwerden. Das Q-Fieber ist durch Fieber mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen gekennzeichnet. Mitunter entwickelt sich auch eine Lungenentzündung mit trockenem Husten. In seltenen Fällen kann es zu einer Leberentzündung, einer Herzklappenentzündung (Endokarditis), einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) und Nierenversagen kommen. Gefährlich kann die Infektion auch für Personen mit vorbestehenden Herzfehlern oder künstlichen Herzklappen sein, da sie ein erhöhtes Risiko für eine Herzklappenentzündung haben.

Es kann zu einer chronischen Infektion kommen, die länger als 6 Monate dauert und in der Regel zuerst das Herz, dann Blutgefäße und das Knochengewebe angreift. Dieser Fall tritt bei 1‒5 % der mit Coxiella burnetii Infizierten auf, am häufigsten bei schwangeren Frauen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem oder einer zugrunde liegenden Klappen- oder Gefäßerkrankung. Schwangere sind häufiger asymptomatisch als andere Patient*innen, allerdings kann das Q-Fieber Geburtskomplikationen verursachen. Bei einer Infektion im ersten Trimenon kann es zu einer Fehlgeburt kommen.

Ursachen

Der Mensch kann sich bei infizierten Tieren anstecken, vor allem bei Schafen, Ziegen und Rindern. Die Bakterien verbreiten sich vorrangig über die Luft, können jedoch auch lange in Heu, Staub oder Wolle überleben. Neben Kot und Urin der Tiere sind insbesondere Geburtsflüssigkeiten, die kontaminierten neugeborenen Tiere und Plazenten hochinfektiös. Zecken spielen durch Übertragungen zwischen Haus- und Wildtieren eine wichtige Rolle, für die direkte Infektion des Menschen sind sie jedoch nicht bedeutsam.

Die Gefahr einer Ansteckung besteht vor allem bei Personen, die mit Tieren arbeiten, beispielsweise bei Landwirt*innen, Schlachthofmitarbeiter*innen und Tierärzt*innen.

Eine direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung von Q-Fieber wurde nur selten beschrieben, z. B. bei Kontakt mit infizierten gebärenden Frauen, nach Bluttransfusionen oder Knochenmarktransplantationen oder bei einer Autopsie. Da Coxiella burnetii sich auch in der menschlichen Plazenta vermehrt, kann es zur Übertragung auf das ungeborene Kind kommen. Über längere Strecken kann Coxiella burnetii auch indirekt über kontaminierte Kleidung übertragen werden.

Häufigkeit

Das Q-Fieber tritt in allen Regionen der Welt ausgenommen Neuseeland und der Antarktis auf. Es kommt europaweit immer wieder zu lokal größeren Ausbrüchen mit Häufung in den Sommermonaten. Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 150 Fälle von Q-Fieber gemeldet.

Untersuchungen

Die Erkrankung lässt sich anhand einer Blutuntersuchung diagnostizieren, bei der Antikörper gegen den Krankheitserreger bzw. Teile davon nachgewiesen werden. Auch andere Blut- und Leberwerte können bestimmt werden. Eventuell wird die Untersuchung durch eine Röntgenaufnahme oder eine Gewebeuntersuchung der Leber und ggf. des Knochenmarks ergänzt.

Behandlung

  • Das Q-Fieber ist häufig ungefährlich und geht symptomlos vorüber.
  • In manchen kann die Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen. Suchen Sie deshalb umgehend ärztliche Hilfe, falls Sie vermuten, sich angesteckt zu haben.
  • Patient*innen mit Q-Fieber können wirksam mit Antibiotika behandelt werden.
  • Frauen mit akuter Q-Fieber-Infektion wird vom Stillen abgeraten, unabhängig davon, ob sie behandelt wurden oder nicht, da Coxiella burnetii in die Muttermilch übertreten kann.
  • Eine chronische oder schwere Erkrankung mit seltenen Komplikationen, beispielsweise einer Herzklappenentzündung, kann längerfristig antibiotisch behandelt werden müssen.
  • Bei einer Endokarditis kann ein Herzklappenersatz notwendig werden.

Autor

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Q-Fieber. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Robert Koch-Institut. Q-Fieber. RKI-Ratgeber für Ärzte. Stand 2012. www.rki.de
  2. Robert Koch-Institut. Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2019, Berlin 2020 www.rki.de
  3. Schack M, Sachse S, Rödel J, Frangoulidis D, Pletz MW, Rohde GU, Straube E, Boden K. Coxiella burnetii (Q fever) as a cause of community-acquired pneumonia during the warm season in Germany. Epidemiol Infect. 2014 Sep pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  4. Newsletter 02/2021 des Forschungsnetzes Zoonotische Infektionskrankheiten. Zugriff 24.7.2021 www.zoonosen.net
  5. Tropeninstitut. Spanien: Query-Fieber in spanischer Höhle Meldung vom: 07.05.2021 tropeninstitut.de
  6. Eldin C, Mélenotte C, Mediannikov O. From Q Fever to Coxiella burnetii Infection: a Paradigm Change. Clin Microbiol Rev. 2017 pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  7. Bundesamt für Risikobewertung. Q-Fieber: Übertragung von Coxiella burnetii durch den Verzehr von Lebensmitteln tierischer Herkunft unwahrscheinlich. Stellungnahme Nr. 018/2010 des BfR vom 15. März 2010 www.bfr.bund.de
  8. Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Pneumonie, ambulant erworben, Behandlung und Prävention von erwachsenen Patienten. AWMF-Leitlinie Nr. 020-020. Stand 2021. www.awmf.org
  9. BfArM: Fluorchinolone: Einschränkungen in der Anwendung aufgrund von möglicherweise dauerhaften und die Lebensqualität beeinträchtigenden Nebenwirkungen 16.11.18. www.bfarm.de
  10. Anforderungen an die Infektionsprävention bei der medizinischen Versorgung von immunsupprimierten Patienten. Bundesgesundheitsbl 64, 232–264 (2021) link.springer.com
  11. Fischer S.Sting R. Bürstel D. Leitlinien zum Q-Fieber, Maßnahmen im Falle des Auftretens von Q-Fieber. Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle 17. Jahrgang 2010 www.gesundheitsamt-bw.de
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