Tendopathie des Musculus popliteus

Tendopathie des Musculus popliteus

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Was ist eine Popliteus-Tendopathie?

Popliteus-Tendinopathie
Popliteus-Tendinopathie

Definition

Der Musculus popliteus ist ein kleiner Muskel des Kniegelenks. Er verläuft schräg von der Außenseite des Oberschenkelknochens (Femur) zur Rückseite des Schienbeins (Tibia). Unter einer Tendopathie, auch Tendinopathie genannt, versteht man eine Überlastung der Sehne, mit der dieser Muskel am Femur befestigt ist.

Symptome

Typisch sind Schmerzen zwischen Außen- und Rückseite des Knies, fußwärts (distal) vom Endstück (Kondyle) des Femurs. Die Schmerzen nehmen meist beim Bergabgehen zu. Beim Drücken auf die Sehne mit dem Finger tut es ebenfalls weh.

Ursachen

Der Musculus popliteus stabilisiert das Kniegelenk. Wie andere Muskeln auch, geht er in eine Sehne über. Diese ist mit dem Knochen verbunden. Sehnen bestehen aus Sehnenzellen (Tenozyten, auch Tendinozyten) und parallel ausgerichteten Kollagenfasern. Meist entsteht die Tendopathie durch Überlastung beim Laufen auf hartem, abschüssigem Untergrund. Die Tendopathie kann akut oder chronisch verlaufen. Bei der Popliteus-Tendopathie ist die kopfseitige Sehne am Femur betroffen.

Bei beiden Formen spielen Umbauprozesse eine wesentliche Rolle. Eine Entzündung steht also nicht im Vordergrund.

  • Akute Tendopathie: Die Tenozyten reagieren auf akute Überlastung, indem sie vermehrt Moleküle (Proteoglykane) bilden, die nicht in der Sehne vorkommen sollten, sondern in Knorpel. Die Proteoglykane nehmen viel Wasser auf. Dadurch schwillt die Sehne an und schmerzt. In dieser Phase antwortet der Körper schon auf eine geringe Belastungssteigerung sofort mit einem stärkeren Schmerz.
  • Chronische Tendopathie: Wenn die akute Form nicht abklingt, bilden sich in der Sehne Narben, die aus weniger belastbarem Kollagen Typ III bestehen. Der Körper baut die Sehne um, indem er die Zusammensetzung der Proteoglykane verändert – dadurch verlaufen die übrigen Kollagenfasern weniger parallel. Außerdem sprießen immer mehr Äderchen in die Sehne ein. 

Selten sind andere Ursachen der Auslöser. Manche Menschen haben beispielsweise einen kleinen zusätzlichen Knochen (Sesambein) in der Sehne. Auch bei diesen Personen ist eine Tendopathie möglich.

Häufigkeit

Knieschmerzen entstehen nur selten durch eine Popliteus-Tendopathie. Häufiger als andere sind Laufsportler*innen betroffen, die viel auf hartem Untergrund und bergab trainieren.

Untersuchung

In der Hausarztpraxis 

Die Erkrankung ist nicht mit dem bloßen Auge sichtbar. Durch ein Tasten lässt sich der Schmerz möglicherweise provozieren. Die Funktion kann man mit einem einfachen Test in der Hausarztpraxis überprüfen (Garrick-Test). Dabei liegen Sie in Rückenlage und beugen die Hüften und das Knie um jeweils 90 Grad. Nun drehen das Sie Kniegelenk nach außen und beugen es gleichzeitig. Der Untersucher oder die Untersucherin übt dabei Widerstand aus, gegen den Sie anarbeiten. Wenn dies schmerzt, spricht das für eine Tendopathie.

Bei Spezialist*innen für Orthopädie bzw. Radiologie

Wenn Ihr Kniegelenk instabil ist oder die Schmerzen trotz Behandlung bestehen bleiben, erhalten Sie eine Überweisung an eine Facharztpraxis für Orthopädie bzw. Radiologie. In einigen Fällen ist eine Magnetresonanztomografie (MRT) sinnvoll. Ziel ist es dabei, die Diagnose zu sichern und andere Erkrankungen auszuschließen.

Behandlung

Konservative Behandlung

  • Bei akuten Schmerzen hilft eine Kühlung der Sehne. Kühlen Sie sie mehrmals täglich für jeweils 5 Minuten.
  • Medikamente wirken nur bei der akuten Tendopathie. Sie können gängige Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR auftragen (als Gel oder Salbe). Bei starken Schmerzen können Sie Ibuprofen einnehmen (z. B. 400 mg 3-mal täglich für 4 Tage).
  • Zur konservativen Behandlung gehört eine Physiotherapie. Es wird ein Flexibilitätstraining mit Dehnübungen gemacht. Sie sollten den Quadrizeps-Muskel an der Vorderseite des Oberschenkels kräftigen und Dysbalancen ausgleichen. Wenn Sie Laufsport betreiben, sollten Sie Ihre Rumpfmuskulatur kräftigen.

Operation 

Eine Operation ist nur dann notwendig, wenn Ihr Kniegelenk instabil ist. Dies geschieht in der Regel nur bei einer Ruptur des Musculus popliteus oder anderen Begleitverletzungen.

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