Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen)

Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen)

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Was sind Ösophagusvarizen?

Definition

Ösophagusvarizen sind Krampfadern der Speiseröhre. Meistens befinden sie sich in den unteren 2–5 cm der Speiseröhre oder am oberen Bereich des Magens. Sie können zu lebensbedrohlichen Blutungen führen.

Symptome

Ösophagusvarizen selbst verursachen keine Symptome.

Wenn sie zu bluten beginnen, führt dies zu Übelkeit mit Erbrechen von hellrotem oder kaffeesatzartigem Blut. Außerdem kann sich der Stuhl zeitverzögert schwarz verfärben, man spricht dann von Teerstuhl. Selten finden sich Blutauflagerungen auf dem Stuhl.

Oft ist die Blutung so schwer, dass es zu einem Kreislaufschock mit Bewusstseinsverlust kommen kann.

Eine Ösophagusvarizenblutung ist ein Notfall und sollte unverzüglich im Krankenhaus behandelt werden!

Ursachen

Ösophagusvarizen entstehen durch einen erhöhten Druck im Pfortaderkreislauf (portale Hypertonie). Bei etwa 4 von 5 Betroffenen ist die Ursache dafür eine Leberzirrhose, die eine Folge von Alkoholmissbrauch, einer chronischen Leberentzündung (Hepatitis) oder einer anderen Lebererkrankung ist.

Die Pfortader ist eine große Vene, über die nährstoffreiches Blut aus dem Darm zur Leber gelangt. Wenn der Blutdruck im Pfortaderkreislauf aufgrund von Leberschäden erhöht ist, fließt mehr Blut durch kleine Venen am unteren Ende der Speiseröhre sowie am oberen Teil des Magens, die die Leber umgehen. Nach und nach vergrößern und krümmen sich diese Venen und werden zu Krampfadern, die zu Blutungen neigen. Einen erkennbaren Auslöser für solche Blutungen gibt es normalerweise nicht.

Seltenere Ursachen für Ösophagusvarizen sind:

  • eine Thrombose in der Pfortader, in Milz- oder Lebervenen
  • Lebermetastasen bei Krebs
  • Andere Erkrankungen, die die Durchblutung der Leber beeinträchtigen.

Häufigkeit

In Europa erkranken jährlich etwa 250 von 100.000 Menschen an einer Leberzirrhose. Fast die Hälfte von ihnen hat zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Ösophagusvarizen.
Das Auftreten und die Größe der Ösophagusvarizen hängen von der Ursache, der Dauer und dem Schweregrad der Leberzirrhose ab.

Bei etwa 1/3 der Menschen mit Ösophagusvarizen kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer akuten Varizenblutung. Von ihnen versterben 15–20 %.

Untersuchungen

Bei akuter Blutung werden Blutdruck und Puls kontrolliert. Ist der Puls höher als der obere Blutdruckwert (z. B. Puls 120/min, Blutdruck 100/60 mmHg), liegt ein Kreislaufschock vor.

Bei Verdacht auf eine akute Blutung erfolgt umgehend eine Notfalleinweisung ins Krankenhaus!

Die Diagnose wird dort mithilfe einer Endoskopie (Endoskop = ein biegsamer Gummischlauch oder ein dünnes Metallrohr) der Speiseröhre, des Magens und des Dünndarms gestellt.

Behandlung

Blutende Ösophagusvarizen sind lebensbedrohlich und erfordern eine sofortige Behandlung im Krankenhaus.

Ziele der Behandlung

  • Blutung beenden oder lebensrettende Behandlung einer akuten Blutung.
  • Weitere Blutungen verhindern.

Akutversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes

  • Ggf. kardiopulmonale Reanimation (Herz-Lungen-Wiederbelebung)
  • Atemwege freihalten und Sauerstoffgabe über Nasensonde oder Maske.
  • Kreislaufstabilisierung durch intravenöse Flüssigkeitsgabe (Infusion)
  • Seitenlage mit erhöhtem Oberkörper

Akutversorgung im Krankenhaus

Standard ist eine kombinierte Behandlung:

  • Im Rahmen der Norfall-Endoskopie Verschließen (Ligatur) oder, was seltener zum Einsatz kommt, Veröden der blutenden Varizen.
  • Vasoaktive (gefäßwirksame) Substanzen zur Senkung des Drucks in der Pfortader, um die Blutung zu stillen.
  • Antibiotika, um Infektionen und eine Sepsis verhindern.
  • Laktulose (eigentlich ein Abführmittel) wird verabreicht, um zu verhindern, dass das Gehirn durch die Blutung und die Zirrhose in Mitleidenschaft gezogen wird (hepatische Enzephalopathie).
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