Lungenhamartom

Lungenhamartom

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren

Was ist ein Lungenhamartom?

Definition

Ein Hamartom ist eine Neubildung von Körpergewebe in der Lunge oder in den Bronchien. Es handelt sich um einen gutartigen (benignen) Tumor. Das heißt, das Hamartom wächst in der Regel langsam. Es kann zwar das Lungengewebe in seiner Umgebung verdrängen, aber es wächst nicht in das Gewebe hinein. Es bildet auch keine Absiedelungen in anderen Körperregionen. Betroffene Patient*innen haben meist nur ein einzelnes Hamartom und nicht mehrere.

Ein Lungenhamartom kann verschiedene Gewebesorten enthalten. Es wächst auf unorganisierte Weise. Weitere Bezeichnungen für das Lungenhamartom sind Fibroadenolipom, Lipofibroadenom und Adenolipom.

Symptome

Meist verursacht ein Lungenhamartom keine Beschwerden. Hamartome können nahe der Brustwand (peripher) liegen, aber auch in der Nähe der Aufzweigung der Luftröhre (zentral) oder innerhalb der Bronchien (endobronchial). Zentrale und endobronchiale Hamartome können den Atemfluss behindern (Obstruktion). Mögliche Symptome sind dann Husten, Keuchen und Auswurf von Lungensekret. Das Sekret kann sichtbar blutig sein (Hämoptyse).

Ursachen

Die Ursachen sind nicht ganz klar. Es gibt aber einige Vermutungen. Es könnte sein, dass Lungenhamartome durch angeborene Fehlbildungen entstehen. Möglicherweise ist der Ursprung eine Vermehrung von Zellen des Lungengewebes. Vielleicht bilden sich Hamartome aber auch aus knorpeligen Tumoren. Sie könnten außerdem eine Reaktion auf Entzündungen sein.

Auch wenn sie gutartig sind, können Lungenhamartome zu Problemen führen. Mögliche Folgen eines unkomplizierten Hamartoms sind etwa: 

  • Obstruktion (Verengung der Bronchien)
  • Direkter oder indirekter Druck auf das umliegende Gewebe
  • Infektion
  • Infarkt (Durchblutungsstörung, die dazu führt, dass Gewebe abstirbt)
  • Blutung
  • Fehldiagnose (z. B. falscher Tumorverdacht im Röntgenbild)

Rauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit, ein Lungenhamartom zu bekommen.

Häufigkeit

Lungenhamartome sind häufig: Sie machen etwa 77 % aller gutartigen Lungentumore aus. Männer sind mehr als doppelt so oft betroffen wie Frauen.

Lungenhamartome sind am häufigsten im Alter von 50–70 Jahren. Pro Jahr bekommt bis zu ca. 1 von 300 Menschen ein Lungenhamartom.

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

Patient*innen mit einem Lungenhamartom haben meist keine Beschwerden. Das liegt daran, dass Hamartome meist nah an der Brustwand (peripher) liegen. Dort beeinträchtigen sie die Atmung kaum. Nah an der Aufzweigung (zentral) oder in den Bronchien (endobronchial) können sie aber Atembeschwerden und Hämoptysen (blutiger Auswurf) auslösen. Die Untersuchung führt meist zu keinen auffälligen Befunden. Falls sich unklare Befunde ergeben, erhalten Sie eine Überweisung an eine Praxis für Radiologie.

Bei Spezialist*innen

  • Röntgenbilder zeigen bei Harmatomen meist einen charakteristischen Befund. Oft wird ein Hamartom zufällig bei einer Röntgenuntersuchung entdeckt.
  • Fachärzt*innen für Radiologie können eine Computertomografie (CT) durchführen. Damit lassen sich Lungenhamartome meist am besten darstellen.

Gewebeprobe

Oft ist es sinnvoll, eine Gewebeprobe zu entnehmen und mikroskopisch untersuchen zu lassen. Bei peripheren Hamartomen kann die Gewebeprobe mit einer dünnen Nadel entnommen werden. Die Nadel wird von außen durch die Haut gestochen (Feinnadelaspiration). Falls Sie operiert werden, kann ein Stück des Tumorgewebes untersucht werden, das bei der Operation entfernt wird.

Unter dem Mikroskop zeigt sich, aus welchem Gewebe das Hamartom besteht. In der Regel handelt es sich um eine Mischung einiger Gewebearten. Es kann zwar Lungengewebe zu finden sein, dazu kommen aber z. B. Bindegewebe, Fettgewebe, Knorpelgewebe und Knochengewebe. Außerdem kann Muskelgewebe vorliegen.

Behandlung

Oft genügt es, regelmäßige Kontrollen durchzuführen und abzuwarten („Watch and Wait”). Eine Behandlung ist dann also zunächst nicht nötig. In einigen Fällen sollten Lungenhamartome aber entfernt werden. Dies ist nur im Rahmen einer Operation möglich. Eine Operation kann sinnvoll sein,

  • wenn Sie unter Beschwerden leiden, oder
  • wenn das Hamartom schnell wächst, oder
  • wenn das Hamartom bereits eine gewisse Größe erreicht hat (in der Regel mehr als 2,5 cm Durchmesser).

Lungenhamartome in den Bronchien lassen sich oft durch eine Bronchoskopie entfernen. Der Zugang erfolgt hier durch den Mund mit einem Schlauch, dem Endoskop.

Bei anderen Tumoren, die symptomatisch sind oder schnell wachsen, kann z. B. eine keilförmige Schnittführung gemacht werden (Keilresektion). Bei dieser Operationstechnik wird meist auch ein kleines Stück des gesunden Lungengewebes entfernt. Oft ist es aber auch möglich, präzise um das Hamartom herumzuschneiden und das gesunde Lungengewebe nahezu vollständig zu erhalten (Enukleation).

Logo von Deximed

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.

Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.

In unserer Gesundheitsdatenbank suchen

Inhaltsverzeichnis anzeigen

Wissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Stopp
Gesundheit
Wissen, wann genug ist

Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.


Zum Beitrag
Heuschnupfen
Gesundheit
Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen

Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.


Zum Beitrag
Frau mit Hitzewallung
Gesundheit
Sind das die Wechseljahre?

Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind


Zum Beitrag

Kontaktieren Sie uns

Haben Sie Fragen zu den hausärztlichen Praxen?fragen@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Haben Sie Fragen zum Hausarztprogramm?hausarztprogramm@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Möchten Sie eine detaillierte Beratung zum Programm?Dann rufen Sie uns an.

Jetzt anrufen
TeamPraxisHausärtzinnen- und Hausärzteverband

TeamPraxis ist das Portal der hausärztlichen Praxen in Deutschland. Denn Gesundheit ist Teamsache.

Sie sind Ärzt*in und haben Interesse am Hausarztprogramm?
Informieren Sie sich unter www.hzv.de.