Läuferknie
Läuferknie
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren
Was ist ein Läuferknie?
An der Außenseite des Oberschenkels erstreckt sich ein großes, starkes Bindegewebe vom Beckenkamm bis zur oberen/äußeren Seite des Unterschenkels. Dieses Bindegewebe wird Tractus iliotibialis oder Iliotibialband genannt.
Unten an der Außenseite des Oberschenkelknochens befindet sich ein Schleimbeutel gleich unterhalb des Iliotibialbands. Bei längerem Laufen, Radfahren, Wandern oder Skifahren kann es zu Überlastung und Reibung zwischen Iliotibialband und Oberschenkelknochen kommen: Das Band reibt sich am Knochenvorsprung außen am Oberschenkelknochen, der sogenannten „Femurkondyle“, wodurch sich der Schleimbeutel entzünden kann.
Eine solche Entzündung wird auch Langstreckenläufer-Knie oder einfach nur Läuferknie genannt, fachsprachlich iliotibiales Bandsyndrom.
Häufigkeit
Die Entzündung beeinträchtigt Breiten- und Spitzensportler*innen gleichermaßen. Besonders häufig kommt sie bei Langstrecken- und Marathonläufer*innen vor, sie betrifft aber auch Radfahrer*innen und Langläufer*innen. Das Läuferknie macht bis zu 12 % aller Laufverletzungen aus.
Wie bereits erwähnt, entsteht die Entzündung durch Reibung zwischen dem Iliotibialband und der Femurkondyle bei wiederholtem Beugen und Strecken des Knies. Besondere Risikofaktoren stellen eine plötzliche Trainingssteigerung und das Bergab-Laufen dar. Dadurch wird die Belastung des Iliotibialbandes und damit die Reibung erhöht. Die sogenannte Überpronationsbewegung im Fuß verstärkt die Reibung zwischen Oberschenkelknochen und Iliotibialband zusätzlich. Überpronation bedeutet, dass der Läufer auf der Innenseite der Fußsohle läuft, also der Innenrist sich weiter unten befindet als auf ebener Fläche.
Symptome
Typischerweise wird über Schmerzen an der Außenseite des Knies bzw. am Knochenvorsprung an der Außenseite des Knies geklagt. Der Schmerz tritt besonders bei einer leichten Beugung von 20–30 Grad auf und wird durch Druck verstärkt. Die Symptome treten bereits nach einer kurzen Zeit des Laufens auf, während Ruhe vorübergehende Erleichterung verschafft. Der Schmerz ist am stärksten ausgeprägt, wenn die Läufer bergab oder in der Ebene laufen. Bergauf-Laufen ist weniger schmerzhaft. Die Schmerzen setzen immer früher ein, je stärker die Entzündung wird.
Die Diagnose wird auf Grundlage der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung gestellt. Eine Untersuchung der Fuß-/Kniestellung auf dem Laufband gibt zusätzlich Aufschluss über den Verletzungsmechanismus. Auch Kraft- und Beweglichkeitstests können wertvolle Hinweise geben. Der Einsatz bildgebender Verfahren ist selten nötig.
Falls erforderlich kann eine MRT zeigen, dass der untere Teil des Iliotibialbandes verdickt und der Schleimbeutel entzündet und mit Flüssigkeit gefüllt ist.
Behandlung
Das Ziel der Behandlung ist es, die Beschwerden und die Entzündung zu lindern sowie zukünftigen Beschwerden vorzubeugen. Die Selbstbehandlung ist wichtig und besteht zuerst aus Entlastung und vorsichtigem Wiederbeginn erst bei Schmerzfreiheit. Ggf. kann eine Änderung des Gang- und Laufmusters sinnvoll sein, Radfahrer*innen können die Sitzhöhe ein wenig absenken, sodass ein Durchstrecken des Knies vermieden wird.
Oft werden in der ersten Phase zusätzlich Schmerzmedikamente eingesetzt. Mit entzündungshemmenden Medikamenten, sogenannten NSAR, können gute Resultate erzielt werden. In schwereren Fällen können Kortisonspritzen nötig sein. Physiotherapie in Form von Dehnungen, Kraft- und Laufübungen kann zum Wiedereinstieg ins Training vorteilhaft sein.
In seltenen Fällen, in denen die Behandlungsziele mithilfe üblicher Behandlungsmethoden über mehrere Monate nicht erreicht werden können, kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein. Bei mehr als 80 % der Operierten wird ein gutes Ergebnis erzielt.
Vorschläge zum Rehabilitationsprogramm
- Am Anfang steht Entlastung. Vermeiden Sie Aktivitäten, die Schmerzen verursachen. Probieren Sie alternativ ein Schwimmtraining.
- Wenn sich der Zustand verbessert, können Sie mit Dehnübungen beginnen. Dehnen Sie die Außenseite des Beines und die Hüftbögen.
- Wenn Strecken ohne Schmerzen möglich ist, können Sie mit dem Krafttraining beginnen. Richten Sie ein besonderes Augenmerk auf die Stärkung des Musculus gluteus medius. Dies ist möglich, indem Sie sich mit dem betroffenen Bein und ganz durchgestrecktem Knie auf einen Absatz von 5–10 cm Höhe stellen. Senken Sie das gesunde Bein auf den Boden und heben Sie es wieder zurück auf gleiche Höhe mit dem verletzten Knie. Wiederholen Sie die Übung mehrere Male.
- Mit dem Laufen sollten Sie erst wieder beginnen, wenn Sie die Kraftübungen ohne Schmerzen durchführen können. Beginnen Sie gemächlich, und erhöhen Sie mit der Zeit schrittweise die Belastung.
Die meisten Patient*innen, die diesem Ansatz folgen, sind nach 3–6 Wochen wieder gesund.
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.
Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.
In unserer Gesundheitsdatenbank suchen
Inhaltsverzeichnis anzeigenWissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Wissen, wann genug ist
Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.
Zum Beitrag

Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen
Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.
Zum Beitrag

Sind das die Wechseljahre?
Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind
Zum Beitrag