Kreuzotterbiss
Kreuzotterbiss
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Was ist ein Kreuzotterbiss?
Definition
Die Kreuzotter (Vipera berus) ist die einzige weitverbreitete Giftschlange in Deutschland. Neben ihr lebt lediglich die Aspisviper in wenigen abgelegenen Tälern im Südschwarzwald. Die Kreuzotter ist leicht an der schwarzen Zickzacklinie auf dem Rücken zu erkennen. Sie ist meist 50–70 cm lang.
Die Kreuzotter lebt in den Heidegebieten Norddeutschlands, in den östlichen Mittelgebirgen sowie in Süddeutschland. Dort kommt sie im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb, im Bayerischen Wald und im Alpenvorland vor.
Symptome
Zwei Bisskanäle können sichtbar sein. Innerhalb weniger Stunden kann es zu einer Schwellung und Schmerzen kommen. Die Schmerzen können sich ausbreiten. Im Verlauf kann sich die Haut violett verfärben. Manchmal entwickeln sich Blasen. Einige Patient*innen bekommen eine Entzündung der Lymphgefäße (Lymphangitis) oder eine Entzündung der Venen mit Blutgerinnseln (Thrombophlebitis).
Manche Betroffene entwickeln Symptome außerhalb der Bissstelle, etwa Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Blutdruckabfall ist möglich. In einigen Fällen schädigt das Gift die Nerven. Dann kann es zu Lähmungen, Bewusstlosigkeit und Krämpfen kommen. Manche dieser Symptome ähneln denen einer Anaphylaxie.
Einige Patient*innen entwickeln eine allergische Reaktion (Anaphylaxie), die sehr bedrohlich werden kann. Die Symptome können dann innerhalb von Minuten dramatisch zunehmen. Mögliche Symptome der Anaphylaxie sind unter anderem Blutdruckabfall, Herzrasen und Atemnot. In schweren Fällen kommt es zum Bewusstseinsverlust und lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Störungen.
Ursachen
Kreuzottern geben Gift hauptsächlich bei der Jagd ab. Den Menschen beißen sie zur Selbstverteidigung. Dabei geben sie häufig kein Gift ab (Trockenbiss).
Häufigkeit
In Deutschland werden rund 100 Bisse pro Jahr gemeldet. Häufig handelt es sich um einen trockenen Biss. Problematischer als Kreuzottern sind exotische Giftschlangen, die in Terrarien gehalten werden.
Untersuchungen
Jede Person mit einem Schlangenbiss sollte ins Krankenhaus eingewiesen werden. Dort wird die auslösende Situation besprochen. Typisch ist beispielsweise ein blinder Griff in einen Holzstapel oder in Geröll. Außerdem werden Kreislauf und die neurologische Funktion überprüft.
Die Diagnose wird anhand der Patientengeschichte und der Symptome gestellt. Falls möglich, wird die Schlange identifiziert.
Folgende Personen sind anfälliger für einen schweren Verlauf und sollten besonders dringend eingewiesen werden:
- Kinder
- Schwangere
- Ältere Menschen
- Chronisch erkrankte Menschen
- Menschen mit Allergien (zum Beispiel Allergie gegen Bienengift, Wespengift)
- Menschen, die mehrfach gebissen werden
Behandlung
Erstmaßnahmen in der Klinik
Die Bissstelle wird ruhig gehalten. Die Person wird mindestens über einige Stunden überwacht. Oft genügt es, Schmerzmittel und Flüssigkeit zu geben.
Bei Bedarf wird die Person gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) geimpft. Denn Tierbisse können Tetanus übertragen.
Medikamente
Zur Behandlung gibt es ein Gegengift (Antiserum, Antivenin). Dies ist nur in der Klinik verfügbar. Daher wird die Therapie immer auf einer Krankenhausstation durchgeführt.
Nutzen und Risiko der Antivenin-Behandlung müssen abgewogen werden. Denn nicht nur das Schlangengift kann eine Anaphylaxie auslösen, sondern auch das Antivenin. Daher wird Antivenin vor allem bei schweren Symptomen gegeben, gegen die Schmerzmedikamente und Flüssigkeit nicht ausreichen. Die Ärzt*innen im Krankenhaus können sich vorher mit Fachleuten eines Giftinformationszentrums absprechen.
Überwachung
Die betroffene Person sollte für einige Stunden im Krankenhaus überwacht werden.
Falls (zunehmende) Symptome auftreten, sollte regelmäßig Blut abgenommen werden. Kinder und anfällige Patient*innen sollten für mindestens 24 Stunden nachbeobachtet werden, sofern sie Symptome haben.
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