Keratosis pilaris (Reibeisenhaut)

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Was ist Keratosis pilaris (Reibeisenhaut)?

Definition

Bei einer Keratosis pilaris kommt es – oftmals im Winter – zu einer Störung der Hornhautbildung: Überschüssige Hornhaut (Keratin) sammelt sich dabei in Form kleiner Papeln um die Haarwurzeln herum an. Der Haarfollikel (Haarbalg) verstopft dadurch. Die Haut fühlt sich rau an, was als Gänse- oder Reibeisenhaut beschrieben wird.

Symptome

  • Die Erkrankung zeigt sich hauptsächlich an den äußeren Seiten von Oberarmen und Oberschenkeln, aber auch die Unterschenkel, das Gesäß, der Rumpf oder die Wangen können betroffen sein. 
  • Es entwickeln sich Knötchen, und die Haut fühlt sich rau an, daher der Begriff Reibeisenhaut.
  • Störend ist für Betroffene meist nur der kosmetische Effekt.
  • Manchmal kommt es jedoch zu einer Entzündungsreaktion mit Rötung der Haut und selten auch Juckreiz.
  • An den betroffenen Stellen fallen manchmal die Haare aus.

Ursachen

Eine gesicherte Ursache ist nicht bekannt, wahrscheinlich gibt es aber eine genetische Komponente: Mehr als jede dritte betroffene Person hat noch jemand anderen in der Familie mit derselben Erkrankung. Die Keratosis pilaris tritt nicht selten gleichzeitig mit einer Neurodermitis (atopische Dermatitis) oder einer anderen Verhornungsstörung der Haut (Ichthyosis vulgaris) auf. Überdurchschnittlich häufig sind von ihr auch Menschen mit trockener Haut, mit Adipositas oder Diabetes betroffen.

Häufigkeit

Etwa 4 % der Kinder und Jugendlichen sind betroffen, vor allem in der Pubertät. Im Winter tritt die Erkrankung oft erstmals auf, im Sommer bessert sie sich häufig. Bei Frauen kommt es in einer Schwangerschaft oftmals zu einer erneuten Verschlechterung. Viele leichte Fälle werden angesichts eines fehlenden Leidensdrucks womöglich gar nicht diagnostiziert.

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis wird die Keratoris aufgrund ihres typischen Aussehens gleich erkannt. Die Haut wird genauer angeschaut, und es wird nach Symptomen und Beschwerden gefragt. Speziellere Untersuchungen oder Überweisungen in dermatologische Praxen sind meist nicht nötig.

Behandlung

  • Ziel ist es, die Hauterscheinungen zu verringern und – sollten Beschwerden bestehen – diese zu lindern.
  • Es gibt keine Therapie, die bei allen Betroffenen zuverlässig wirkt.
  • In vielen Fällen bilden sich die Symptome auch von alleine wieder zurück.
  • Baden mit Öl- oder Kochsalzzusatz kann helfen. Wichtig ist es, das Austrocknen der Haut zu vermeiden, wozu auch der Verzicht auf herkömmliche Seifen zählt.
  • Eine Besserung zeigt sich oft, wenn die Haut kontinuierlich mit fettenden Lotionen gepflegt wird. Häufig hilft auch eine Beimischung von Wirkstoffen, die die Hornhaut aufweichen, etwa Urea (Harnstoff) oder Salicylsäure.
  • Bei starkem Juckreiz oder Entzündungen kann auch kurzfristig eine Therapie mit Kortisonsalben verordnet werden. 
  • Alternativ können einzelne entzündete Papeln mechanisch entfernt werden; auch eine Lasertherapie wird mitunter angewendet.

Autor

  • Claus Peter Simon, Wissenschaftsjournalist, Hamburg 

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Keratosis pilaris. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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